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Der richtige Kindersitz für jedes Alter - Kinderrückhaltesysteme im Vergleich

Ein geeignetes Kinderrückhaltesysteme bewahrt das Kind schon bei leichten Unfällen vor Verletzungen. Die verschiedenen Kindersitz-Systeme im Überblick.

Der richtige Kindersitz für jedes Alter © oeamtc Der richtige Kindersitz für jedes Alter

1. Kindersitz-Systeme für Babys

Babyschale

Im Auto ist der allerjüngste Mitfahrer in einer Babyschale am besten geschützt. Babyschalen werden fast immer rückwärtsgerichtet, also entgegen der Fahrtrichtung montiert (Details finden sich in der Betriebsanleitung des Autos). Bei einem Frontalaufprall werden dadurch der Kopf, die Halswirbelsäule und der Rückenbereich besser abgestützt.

Man unterscheidet bei den Babyschalen zwei Gruppen:

  • Gruppe 0: Der Sitz wird ab der Geburt bis zu einem Gewicht von zehn Kilogramm verwendet (Geburt bis ca. neunter Lebensmonat).
  • Gruppe 0+: Der Sitz wird bis zu einem Gewicht von 13 Kilogramm verwendet (Geburt bis ca. 15. Lebensmonat).

2. Kindersitz-Systeme für Kleinkinder

  • 9–18 Kilogramm Körpergewicht, zirka ein bis vier Jahre: ECE-Gruppe I

Hosenträgersysteme (das häufigste System am Markt):

Verfügen über ein eigenes Gurtsystem. Mehrere Liegeeinstellungen sind möglich. Der nach vorne gerichtete Sitz wird mit dem Dreipunktgurt oder mittels ISOFIX befestigt. Das Gurtschloss sollte möglichst tief sitzen, der Schultergurt genau der Größe des Kindes angepasst werden.
Vorteil: Der Sitz ist bequemer und der Nachwuchs wird trotzdem fest und sicher im Auto transportiert.
Nachteil: Die Schultergurte bergen ein höheres Risiko für Halswirbelsäulen-Verletzungen.

Rückwärtsgerichtete Systeme/Reboard Systeme:

Sind gegen die Fahrtrichtung montiert. Dürfen - ähnlich den Babyschalen - nicht bei aktiviertem Airbag auf dem Beifahrersitz montiert werden.
Vorteil: Bei einem Frontalaufprall ist die Wirbelsäule besser geschützt.
Nachteil: Sind nur schwer in Kleinwagen zu befestigen. Zusatzgurte und Zusatzstützen verkomplizieren die Montage und erhöhen die irrtümliche Fehlverwendung.

Fangkörpersysteme:

Werden in der Regel mit Dreipunktgurten in Fahrtrichtung befestigt. Abstützung für das Kind nicht mit Gurt, sondern mittels breitflächigem Fangkörper. Bieten hohen Schutz bei einem Aufprall von vorne.
Vorteil: Leichte Montage mit dem Dreipunktgurt, hohes Sicherheitsniveau beim Frontalaufprall.
Nachteil: Durch fehlende Schulterfixierung erhöhte Verletzungsgefahr am Kopf bei einem Seitenaufprall. Achtung: Sitz nie ohne Fangkörper verwenden.

Dreipunktsysteme:

Das Kind wird mit Dreipunktgurt in der Sitzschale gesichert.
Vorteil: Leichte Montage, vereinfacht auch Fahrzeugwechsel. Oft handelt es sich um Kombisitze, die für mehrere Gewichtsgruppen zugelassen und verwendbar sind.
Nachteil: Für kleine Kinder (unter 15 kg) nur bedingt zu empfehlen, weil der Gurtverlauf nicht optimal an den Körper angepasst werden kann und das Verletzungsrisiko bei Unfällen steigt.

Isofix-Kindersitze:

Der Sitz wird durch genormte Steckverbindungen mit dem Fahrzeug fest verbunden.
Vorteil: Das umständliche Hantieren mit dem Gurt fällt weg, das Risiko einer Fehlmontage wird fast vollständig ausgeschlossen. Bei einem starken Bremsmanöver setzt die Bremswirkung früher ein und das Kind ist weniger hohen Belastungen ausgesetzt.
Nachteil: Isofix-Sitze sind relativ teuer und nicht für alle Fahrzeugmodelle zugelassen oder einsetzbar.

3. Kindersitz-Systeme für größere Kinder

  • 15–25 Kilogramm Körpergewicht, drei bis sieben Jahre: ECE-Gruppe II
  • 22–36 Kilogramm Körpergewicht, ab sechs Jahren: ECE-Gruppe III

Sitzerhöher mit Rückenlehne:

Das Kind wird im Rückhaltesystem (ECE-Gruppen II bis III) mit dem Kfz-Original-Dreipunktgurt gesichert, dessen Gurtführung ein Abtauchen unter dem Gurt verhindert. Bei der Montage wird der Sicherheitsgurt durch die vorgesehenen Führungshaken gezogen. Unbedingt darauf achten, dass die Gurte straff angezogen sind und der Schultergurt nicht am Hals einschneidet.
Vorteil: Die Rückenlehne vermindert bei einem Seitenaufprall die Verletzungsgefahr und der Kopf wird durch die Kopfstütze besser geschützt. Zudem wird die Gurtführung optimiert.
Nachteil: Geringe Akzeptanz bei größeren Kindern.

"Mitwachsende" Kindersitze:

Diese Kombinationssitze sind für die ECE-Gruppen I bis III verwendbar.
Vorteil: Sie können länger benutzt werden, weil Kinder nicht so schnell herauswachsen und sind somit kostengünstiger.
Nachteil: Der Umbau der Sitze ist oft kompliziert und fehleranfällig.

Integrierte Sitze:

Für viele Neuwagen werden bereits integrierte Kindersitze angeboten, die fest mit dem Fahrzeug verbunden und für die ECE-Gruppen I, II und III geeignet sind. Es gibt Sitzmodelle, die mit einem Fangkörper ausgestattet sind und andere mit eigenem Gurtsystem.
Vorteil: Der Sitz befindet sich auf der Rückbank und kann bei Bedarf leicht herausgeklappt und nach Verwendung wieder verstaut werden.
Nachteil: Hohe Anschaffungskosten und keine Mitnahmemöglichkeit in ein anderes Auto, nicht abnehmbar und waschbar.

Kindersicherheit

Thema Kindersicherheit

Die Welt zu erkunden ist das Recht der Kinder. Ihnen das sicher zu ermöglichen, liegt in der Verantwortung der Erwachsenen. Der ÖAMTC informiert, wie Sie mit Kindern sicher ans Ziel gelangen.

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