Elektroroller

Elektroroller am Prüfstand

Beim Kauf auf Reichweite, Akkusystem und Ladedauer achten. Nachtest eines E-Rollers.

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Beim Kauf auf Reichweite, Akkusystem und Ladedauer achten. Nachtest eines E-Rollers.

Elektroroller am Prüfstand:
Testkriterien

Elektromobilität hat mittlerweile viele Facetten. Neben E-Bikes, Elektroautos oder E-Scootern erleben E-Mopeds gerade im urbanen Bereich einen regelrechten Höhenflug. Der Mobilitätsclub hat fünf in Österreich erhältliche E-Roller der Führerscheinklasse A1 genau unter die Lupe genommen. Getestet wurde auf Alltagstauglichkeit, Ergonomie, Antrieb und Fahreigenschaften.

ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl

"Das Interesse an den trendigen Stadt-Flitzern unterschiedlichster Ausführung und Leistungsstärke ist groß. Dabei haben sich neben dem Preis – die getesteten Roller kosten zwischen 4.599 und 6.990 Euro – unter anderem auch wesentliche Unterschiede in Bezug auf Licht, Ladezeit, Akku sowie Reichweite gezeigt".

Nachtest

Futura Robo-S

Der Futura Robo-S hätte gemeinsam mit den anderen fünf elektrischen E-Mopeds letzten Sommer 2020 getestet werden sollen. Aufgrund von Lieferproblemen bedingt durch Covid konnte der Importeur das Fahrzeug nicht rechtzeitig für den Test zur Verfügung stellen, weshalb der Futura Robo-S nun separat nachgetestet wurde.

Der in China von Sunra gefertigte und vertriebene Robo-S punktet mit cleveren Details wie dem Fingerscanner, der Rückenlehne für Mitfahrer/innen und der Möglichkeit, Wartungen und Reparaturen zuhause durchführen zu lassen. Insgesamt macht der E-Roller einen durchdachten Eindruck: Er bietet praktische Ablagemöglichkeiten, ist angenehm leicht und ordentlich verarbeitet.

Beim Antrieb herrscht Licht und Schatten: Der E-Antrieb überzeugt mit einem niedrigen Verbrauch, kurzen Ladezeiten und der Möglichkeit, die beiden Akkus zum Laden zu entnehmen. Negativ fielen neben der fehlenden Reichweitenanzeige, der mit abnehmendem Akkustand abfallenden Höchstgeschwindigkeit vor allem die schlechte Dosierbarkeit des Elektromotors negativ auf. Dem Hersteller ist der Kritikpunkt bekannt, inzwischen (seit 11/2020) wird ein neuer Gasgriff mit besserer Dosierbarkeit verbaut. Wer öfters zu zweit unterwegs ist, sollte die Zuladung im Auge behalten. Diese fällt mit 147 kg gering aus, das zulässige Gesamtgewicht wird dadurch schnell überschritten.

Der Test

Qualität hat ihren Preis

Die drei teuersten Roller landen auf den ersten drei Plätzen. Auch wenn es in der Bewertung nicht für ein "Sehr gut" gereicht hat, so kommen sie diesem mitunter schon recht nahe. Das beste Gesamtpaket bietet der Silence S01.

"Der Newcomer aus Spanien hat die etablierte Konkurrenz in vielen Bereichen alt aussehen lassen. Sein größter Trumpf ist mit Sicherheit der Akku, der sich trotz großer Speicherkapazität und hohem Gewicht bequem transportieren lässt." Aber auch sonst besticht er durch durchdachte Details, wie einem großen Staufach, in dem sogar zwei Helme Platz finden", berichtet Kerbl.

Auf den Plätzen zwei und drei rangieren Govecs Schwalbe 90 und die neue Vespa Elettrica 70. Die Schwalbe überzeugt mit dem kraftvollsten Motor, kurzen Ladezeiten, guter Verarbeitung und den ausgewogenen Fahreigenschaften. Bei Reichweite und Staumöglichkeiten hat sie allerdings noch viel Luft nach oben. Darüber hinaus macht das hohe Gewicht Rangieren zur Schwerstarbeit.

Die Vespa wiederum bietet handliche Fahreigenschaften und tollen Komfort. Die jahrzehntelange Erfahrung der italienischen Rollerschmiede merkt man vor allem beim Fahrwerk, das den besten Kompromiss aus Agilität und Komfort bietet. Allerdings bleibt der Fahrspaß durch die mit Abstand schlechtesten Fahrleistungen im Test leider auf der Strecke.

Platz vier geht an den NIU NQi GT. Der Roller aus China punktet mit der besten Fahrzeug-App, guter Reichweite sowie einem attraktiven Preis. "Dass der NIU am Ende nicht besser abschneidet, liegt neben der langen Ladedauer auch an der für große Personen unbequemen Sitzposition", erklärt Kerbl die Gründe für den vierten Platz.

Die rote Laterne im aktuellen Test hat der Trinity Uranus R. Auch wenn der Roller mit einem geringen Fahrzeuggewicht, hoher Zuladung sowie dem geringsten Stromverbrauch im Test glänzt, kosten ihn vor allem die langen Ladezeiten und die schwache Scheinwerferausleuchtung eine bessere Platzierung.

Video

Steffan Kerbl, ÖAMTC-Techniker

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Ergebnisse

E-Rollertest 2020

  Alltagstauglichkeit Ergonomie Antrieb Fahreigenschaften Gesamtnote Empfehlung
E-Roller 2020 - Silence Silence S01
2,2 2,1 2,0 2,3 2,2
E-Roller 2020 - Govecs Govecs Schwalbe L3e
2,7 2,3 2,5 2,5 2,5
E-Roller 2020 - Piaggio Vespa Piaggio Vespa Elettrica 70
2,3 2,2 3,3 2,2 2,5
E-Roller 2020 - NIU NIU NQi GT
2,5 3,0 2,4 2,8 2,7
E-Roller 2020 - Trinity Trinity Uranus R
mit zweitem Akku
3,2 3,5 3,3 3,1 3,3
E-Roller 2021 - Futura Futura Robo-S
Nachtest
2,4 3,4 2,6 2,5 2,7
Notengrenzen

Notengrenzen für Empfehlung

ÖAMTC-Empfehlung
Note sehr gut gut befriedigend genügend nicht genügend
Notenwert 0,5 - 1,5 1,6 - 2,5 2,6 - 3,5 3,6 - 4,5 4,6 - 5,5
E-Roller Kauf

ÖAMTC-Tipps

Damit Roller-Interessenten beim Kauf keine bösen Überraschungen erleben, hat der Mobilitätsclubs die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

  • Die besten Roller punkten mit großer Reichweite, geringem Stromverbrauch und kurzer Ladedauer.
  • Die Reichweite von E-Roller-Akkus ist optimal für Stadtfahrten, für längere Überlandtouren sind sie hingegen weniger geeignet.
  • Ideal ist darüber hinaus ein herausnehmbarer Akku, weil sich dieser in den eigenen vier Wänden aufladen lässt und auch im Winter vor niedrigen Temperaturen geschützt werden kann.
  • Auch besteht bei manchen Modellen die Möglichkeit, das Akkusystem modulartig zu erweitern.

ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl

"Wer einen neuen E-Roller erwirbt, sollte bereits beim Kauf auch auf den Reparaturservice des Herstellers achten. Viele Hersteller haben – wenn überhaupt – nur in größeren Städten Servicepartner. Selbstverständlich ist auch eine ausführliche und leicht verständliche Bedienungsanleitung wichtig. Und last but not least sollte man vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt unternehmen".

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