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Rettungsgasse gilt auch in anderen europäischen Ländern

Strafen bei Missachtung teils verschärft.

Rettungsgasse in A, D, CH, SLO, H © ÖAMTC
Rettungsgasse Europa © ÖAMTC

Rettungsgasse in Österreich

In Österreich gilt seit 1. Jänner 2012 auf Autobahnen und Schnellstraßen die Verpflichtung zur Bildung einer Rettungsgasse. Der ÖAMTC appelliert an die Lenker, gemeinsam solidarisch Platz zu machen. Gegenseitige Rücksichtnahme und Selbstverantwortung sind gefragt, damit im Notfall rasch geholfen werden kann. Zudem drohen bei Missachtung der Vorschriften empfindliche Strafen. Das Nichtbilden der Rettungsgasse wird mit bis zu 726 Euro geahndet. Wer Einsatzfahrzeuge behindert, muss mit einer Strafe von bis zu 2.180 Euro rechnen.

Zudem kann das unzulässige Befahren der Rettungsgasse seit September 2019 in Österreich unter Umständen eine Vormerkung im Führerscheinregister nach sich ziehen. Bei mehrspurigen Kraftfahrzeugen ist nicht nur eine Verwaltungsstrafe von bis zu 726 Euro die Folge, sondern auch ein Eintrag im Vormerksystem, der für zwei Jahre gespeichert wird. Bei einspurigen Fahrzeugen gilt das unzulässige Befahren der Rettungsgasse nur dann als Vormerkdelikt, wenn Einsatzfahrzeuge, Fahrzeuge des Straßen- oder des Pannendienstes behindert werden. In diesem Fall droht Lenkern sowohl ein- als auch mehrspuriger Fahrzeuge außerdem eine Verwaltungsstrafe von bis zu 2.180 Euro.

Mit der Einführung der Rettungsgasse ist Österreich dem Beispiel anderer europäischer Länder gefolgt. In Deutschland, Slowenien, Tschechien, Ungarn und in der Schweiz besteht ebenfalls die Verpflichtung, eine Gasse für Einsatzfahrzeuge freizuhalten. Die Vorschriften sind jenen in Österreich sehr ähnlich.

So funktioniert die Rettungsgasse in Österreich

Anlässlich der Urlaubssaison hat der Club die Rettungsgasse-Bestimmungen in unseren Nachbarländern zusammengefasst:

Deutschland

Bildet sich auf einer Richtungsfahrbahn in einem Abschnitt mit mindestens zwei Fahrstreifen ein Stau, muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Die freie Gasse für die Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen ist zwischen dem äußerst linken und dem daneben liegenden Fahrstreifen zu bilden. Alle Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur müssen sich so weit links, wie möglich einordnen. Wer auf der rechten Spur ist, muss so weit nach rechts, wie notwendig. Bei mehrspurigen Richtungsfahrbahnen gilt also wie in Österreich: Fahrzeuge auf der linken Spur nach links, alle anderen nach rechts. 

Wer keine Rettungsgasse bildet, riskiert 200 Euro Strafe, zusätzlich drohen zwei Punkte im Flensburger Punktesystem und ein Monat Fahrverbot. Deutlich härter werden künftig auch Fahrer bestraft, die durch die Rettungsgasse fahren oder sich an Einsatzfahrzeuge "anhängen": Sie müssen mindestens 240 Euro zahlen, erhalten zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Schweiz

Wer das Ende eines Staus auf einer Richtungsfahrbahn erreicht, warnt nachfolgende Fahrzeuglenker mit der Warnblinkanlage. Auch in der Schweiz muss in der Mitte eine Gasse für Rettungsfahrzeuge frei bleiben. Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur müssen also so weit wie möglich nach links, alle anderen so weit wie notwendig nach rechts ausweichen.

Tschechien, Slowenien, Ungarn, Kroatien

Bei einem Stau auf der Autobahn muss stets eine Fahrspur für alle vorfahrtsberechtigten Fahrzeuge frei bleiben. Generell gelten dafür dieselben Regelungen wie in Österreich. Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur müssen also so weit wie möglich nach links, alle anderen so weit wie notwendig nach rechts ausweichen.

Weitere Nachbarländer

In den weiteren Nachbarländern Italien und der Slowakei gibt es keine Verpflichtung zur Bildung einer Rettungsgasse. Einsatzfahrzeugen muss jedoch trotzdem die Möglichkeit gegeben werden, an anderen Fahrzeugen vorbeizukommen.

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