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Parksünden - Ordnungswidriges Abstellen eines Fahrzeuges

Die wichtigsten Parksünden sind hier zusammengefasst. Ordnungswidriges Abstellen des Fahrzeuges kann teuer kommen

Die wichtigsten Parkvergehen

Die zeitraubende Suche nach einem Abstellplatz für das Auto zehrt an den Nerven der Autofahrer. Fußgängerzonen, Halte- und Parkverbote und "Parkpickerl-Zonen" engen das Angebot an geeigneten Parkflächen ein und verleiten zum ordnungswidrigen Abstellen des Fahrzeuges. "Es kommt aber auch immer wieder zu Missverständnissen, weil viele nicht wissen, wo und wie man überhaupt parken kann", weiß ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer.

Der Club-Jurist hat die wichtigsten Parkvergehen zusammengefasst:

Halten und Parken vor Schutzwegen und Kreuzungen:

Ein besonderes Problem sind Autobesitzer, die ihr Fahrzeug im Fünf-Meter-Bereich von dem Schnittpunkt einander kreuzender Fahrbahn-Ränder oder Fußgänger-Schutzwegen bzw. Radfahrer-Überfahrten abstellen. Hier werden Fußgänger und Radfahrer sowie auch andere Autofahrer gefährdet, weil sie nicht mehr ausreichend in die Kreuzung einsehen können.

Parkplätze bei Einkaufszentren:

Auf Parkplätzen bei Einkaufszentren müssen immer die Bestimmungen der jeweiligen privaten Parkplatzbetreiber eingehalten werden. "Wird gegen die vorgegebene Parkordnung verstoßen und beispielsweise nicht innerhalb der vorgegebenen Bodenmarkierungen geparkt oder kein dafür vorgesehener Parkschein verwendet, drohen Besitzstörungsklagen vor Gericht", gibt der ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer zu bedenken.

Parken am Behindertenparkplatz:

Einige Autofahrer weichen nach vergeblicher Suche auf Behindertenparkplätze aus. "Bei unberechtigtem Nutzen drohen jedoch Verwaltungsstrafen von erfahrungsgemäß 100 bis 200 Euro - maximal sogar bis zu 726 Euro", so der Experte. "Hinzu kommen die Kosten für die Abschleppung: in Wien etwa bis zu 300 Euro." Auch das Freihalten von Parklücken, beispielsweise durch Beifahrer, auf öffentlichen Flächen ist verboten und kann eine Strafe von bis zu 726 Euro nach sich ziehen. Mehr Infos.

Halten und Parken verboten - ausgenommen Ladetätigkeit:

Wer in einer Ladezone sein Fahrzeug länger als für die ununterbrochene Dauer der Ladetätigkeit abstellt, riskiert abgeschleppt zu werden.

Abstellen des Pkw im Haltestellenbereich:

Während der Betriebszeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Halten und Parken im Haltestellenbereich verboten. Dieses Verbot gilt 15 m vor und nach den Haltestellentafeln, wenn nicht Bodenmarkierungen angebracht sind, die einen anderen Bereich abgrenzen. Bodenmarkierungen gehen somit der "15-Meter-Regel" vor. 

Ausnahme: Zum Ein- und Aussteigen darf man kurz halten. (Dies ist auch auf einem Taxistandplatz oder in einer Ladezone erlaubt.)

  • Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen verschiedenen Arten von Haltestellen. Für "Zweithaltestellen" oder "Bedarfshaltestellen" gilt ebenfalls das Halte- und Parkverbot.
     
  • Wenn trotz der Einhaltung der 15-Meter-Zone eine Behinderung des Ein- und Aussteigens gegeben ist, stellt dies zwar keinen Strafgrund dar, eine kostenpflichtige Abschleppung ist aber zulässig.
     

Halten und Parken des Fahrzeuges auf dem Radweg:

Diese Unsitte ärgert natürlich die Radfahrer und ist mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 726 Euro und überdies mit kostenpflichtiger Abschleppung bedroht.

Keinen Platz verschwenden:

Lenker sollten beim Abstellen von Fahrzeugen auf den richtigen Winkel beim Schrägparken sowie auf die beste Ausnützung der Flächen zwischen Bauminseln und ähnlichen Parkstreifen-Begrenzungen achten.

Kein Platz zum Fahrbahnrand:

Das Auto sollte so knapp wie möglich zum Fahrbahnrand abgestellt werden, damit vorbeifahrende Fahrzeuge nicht behindert werden. Bei engen Straßen sollten darüber hinaus die Spiegel angeklappt und die Räder nicht eingeschlagen werden. Beim Aussteigen unbedingt darauf achten, dass Radfahrer oder Fußgänger durch das Öffnen der Türen nicht gefährdet werden.

Parksünden: Diese Strafen drohen

  • Verwaltungsstrafe bis 726 Euro, meist aber ein Organmandat in Höhe von 21 bis 36 Euro bei allen Verstößen gegen Parkvorschriften auf öffentlichem Grund,
  • Abschleppung, die im Schnitt etwa 240 Euro kostet, wenn das Fahrzeug verkehrsbehindernd, vor allem auf einem Behinderten-Parkplatz, in zweiter Fahrspur, vor Hauseinfahrten oder in einer Taxizone abgestellt wird,
  • Besitzstörungsklage vor Gericht, wenn ein Fahrzeug komplett "zugeparkt" wird oder eine Grundstückseinfahrt nicht mehr benützt werden kann bzw. bei unzulässigem Parken auf Privatgrund.
  • Verwaltungsstrafe und Nachverrechnung von Parkgebühren, wenn in Kurzparkzonen die Gebührenpflicht verletzt wird.

Forderungen des ÖAMTC

Der Club verlangt von den Straßenerhalten, vor allem von den Gemeinden, mit Bodenmarkierungen zusätzlichen Parkraum zu schaffen. Außerdem sollten Baumscheiben und andere "Straßenraum-Gestaltungsmaßnahmen" so angelegt werden, dass "ganze" Kraftfahrzeuge hineinpassen.

"Parkstreifen für zweieinhalb Pkw werden berechtigt als Hohn empfunden. Motorrad-Abstellplätze und Fahrradständer sollten hingegen dort angebracht werden, wo mehrspurige Kfz die notwendige Sicht nehmen könnten", appelliert Hoffer an die Straßenerhalter.

Vorsicht bei Parkscheiben

Parkscheiben sind nicht grenzüberschreitend verwendbar.

Mehrere europäische Länder verwenden ein einheitliches, genormtes Modell, auf das sich die CEMT-Staaten Ende der 70er Jahre geeinigt hatten. Unter anderem wird in den Nachbarländern Deutschland, Italien und Schweiz diese blaue Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe gelegt. In Österreich ist die Verwendung einer solchen Scheibe allerdings nicht rechtmäßig, da sie nicht den gesetzlichen Vorgaben der österreichischen Kurzparkzonen-Überwachungsverordnung entspricht.
 

LinkBlaue Parkscheibe

Weitere Informationen

Was bedeuten die gelben Bodenmarkierungen? Welche Strafen drohen bei Parken ohne Kennzeichen? Alle Informationen zum Thema Parken.

Parken in Wien © ÖAMTC

Parken ohne Kennzeichen

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Parken © istockphoto.com/dnberty

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© ÖAMTC
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