Frankreich

Reiseroute Südfrankreich

Die Region der Kulturschätze

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  • Reiseroute Südfrankreich
  • Von Lyon nach Mende
  • Von Mende nach Albi
  • Von Albi nach Carcassonne
  • Von Carcassonne nach Montpellier
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Reiseroute Südfrankreich:
Südfrankreich

Reiseroute Südfrankreich

Reiseroute Südfrankreich © OEAMTC Reiseroute Südfrankreich

Der Süden Frankreichs bezaubert durch seine unzähligen kulturellen und landschaftlichen Angebote und zieht jeden Besucher sofort in seinen Bann. Während einer zweiwöchigen Reise erlebt man die wilde Natur in Frankreichsveinsamen Tälern und Höhenzügen, verliebt sich in die Schönheit der Lavendelfelder und Obstplantagen und kann die Seele an der sonnigen Küste baumeln lassen.

In der folgenden Reiseroute werden zahlreiche Möglichkeiten gezeigt, wie man das Land und unterschiedlichsten Gegenden besser kennen lernen kann. Der ÖAMTC wünscht viel Spaß beim Entdecken!

  • Dauer: 12 Tage
  • Entfernung: ~ 2.500 km

Hier können Sie die gesamte Reiseroute als PDF downloaden: Reiseroute Südfrankreich

Tag 1

Von Lyon nach Mende

Die Reise startet in Lyon, deren 4 historische Stadtviertel zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, führt weiter durch das Loiretal zum Wallfahrtsort Le Puy und anschließend zum Tagesziel Mende. Der Tag hat sowohl für Kultur- als auch Sportbegeisterte etwas zu bieten. Auch Hobbyfotografen kommen auf der Jagd nach den schönsten Fotomotiven heute voll auf ihre Kosten. 

  • Entfernung: ~ 220 km
  • Fahrtzeit: ~ 3 h
Lyon © OEAMTC

Lyon

Die Reise beginnt im wunderschönen Lyon, eine der größten Städte Frankreichs. Die Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und lädt mit ihren belebten Gassen und großen Plätzen zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Sehenswert sind vor allem der weitläufige Place Bellacour, das Altstadtviertel Vieux Lyon und die beeindruckende Kirche Saint Jean. Wer einen tollen Ausblick auf die Stadt haben will, der sollte Notre Dame de Fourvière besuchen. Durch ihre Hügellage wirkt es, als thronte die Basilika über der Stadt - wohl auch ein Grund, weshalb sie als eines der Wahrzeichen Lyons gilt. Gleich neben der Kirche befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen tollen Panoramablick über die Stadt bietet. 

Gorges de Loire © OEAMTC

Gorges de Loire

Von Lyon aus führt die Route durch die wilden Hügellandschaften des Loiretals. Auf dem Weg gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, die einen Blick auf die alten Schlösser des Tals offenbaren. Hier sollte man die Fahrt bei einer der vielen Einkerbungen einmal unterbrechen und die malerische Landschaft genießen.

Le Puy-en-Velay © OEAMTC

Le Puy-en-Velay

Nach einiger Zeit tauchen zwei imposante Felsnadeln aus vulkanischem Gestein am Horizont auf. Sie sind das Wahrzeichen des Wallfahrtsorts Le Puy, der vor allem bei Pilgern auf dem Camino nach Santiago de Compostela bereist wird. Der Aufstieg zur Statue Notre Dame du France ist nicht allzu beschwerlich und bietet einen wunderschönen Ausblick über die Stadt und die umliegende Umgebung.

Mende © OEAMTC

Mende

Die Strecke nach Mende führt über eine beeindruckende Basalthochfläche, deren Umgebung zwischen Narzissenwiesen, Nadelwäldern und felsigen Schafsweiden wechselt. Die Stadt Mende ist eher beschaulich, bezaubert aber mit ihren kleinen Plätzen, Springbrunnen und einer wunderschön gebogenen, mittelalterlichen Brücke. Bei einem Spaziergang sollte man sich das alte Rathaus und die gotische Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Private auf keinen Fall entgehen lassen.

Tag 2

Von Mende nach Albi

Der zweite Tag führt von Mende über das Kalksteinplateau Causse de Sauveterre und entlang der Tarnschlucht zum Felsenpark von Montpellier-le-Vieux. Später kommt man an der weltberühmten Käse-Stadt Roquefort-sur-Soulzon vorbei und fährt anschließend durch die romantische Landschaft des Rancetals zum Tagesziel Albi.

  • Entfernung: ~ 200 km
  • Fahrtzeit: ~ 4 h
Causse de Sauveterre © OEAMTC

Causse de Sauveterre

Auch wenn der Abschied aus dem sympathischen Mende nicht leicht fällt, wird man schon nach wenigen Kilometern durch die bezaubernde Almlandschaft des 1000 Meter hohen Kalkplateaus "Causse de Sauveterre" entschädigt. Farbenfrohe Bergblumen wechseln sich mit kleinen Kiefer- und Fichtenwäldern ab, für Fotobegeisterte kann sich hier durchaus ein kleiner Stopp lohnen.

Gorges du Tarn © OEAMTC

Gorges du Tarn

Ginster bedeckte Felswände und abfallende Steinhalden überziehen die "Gorges du Tarn". Am Boden der etwa 500 Meter tiefen Schlucht fließt das smaragdgrüne Wasser des Tarn durch den Canyon. Die Strecke führt an einigen kleinen Dörfern und Siedlungen vorbei, an vielen Stellen der Straße bietet der imposante Anblick ein beeindruckendes Fotomotiv. Wer zeitlich flexibel, ist sollte über eine kurze sportliche Aktivität nachdenken. Eine Kajakfahrt durch den beeindruckenden Canyon oder eine Klettertour mit wunderschönem Panorama sind auf jeden Fall unvergessliche Urlaubserlebnisse.  

Montpellier-le-Vieux © OEAMTC

Montpellier-le-Vieux

Die Fahrt wird fortgesetzt über eine Bergstraße nach Peyreleau und weiter zum Felsenpark "Chaos de Montpellier-le-Vieux". Ursprünglich wurde angenommen, dass es sich bei der großen Felsansammlung um eine verfallene Stadt handelt, später fand man jedoch heraus, dass die seltsamen Formationen durch Korrosion des Dolomitgesteins des Causse Noir entstanden sind. Auf verschiedenen Rundwanderwegen kann man durch die bizarren und beeindruckenden Felsgebilde laufen und sich mit etwas Phantasie in den Ruinen alter, städtischer Bauwerke verlieren. Wer möchte, kann den Park auch in einer Kleinbahn oder auf Klettersteigen erkunden. 

Roquefort-sur-Soulzon © OEAMTC

Roquefort-sur-Soulzon

Über Millau und St. Rome kommt man nach Roquefort-sur-Soulzon, der Heimat des berühmten Roquefort-Käses. In den unterirdischen Höhlensystemen des Dorfes, die vor Millionen von Jahren durch gewaltige Eruptionen entstanden sind, herrscht eine konstante Luftfeuchtigkeit  von 95% und eine Temperatur von etwa 10°C. Dadurch entsteht eine perfekte Reifeumgebung für den zu Laiben geformten und mit Pilzsporen infizierten Käse. Ein Highlight des Besuches stellt eine Besichtigung der Käseproduktion dar, die von der Société des Caves Roquefort angeboten wird.

Rancetal © OEAMTC

Rancetal

Der Weg nach Albi führt über eine gotische Brücke bei St-Affrique, vorbei an beschaulichen Städten und idyllischen Landschaften. Zwar ist dieser Weg etwas länger und langsamer, doch wer sich die Zeit nimmt, wird mit einer wunderschönen Strecke belohnt. Wildromantisch blühende Heideflächen, die allmählich den Zypressen, Rosensträuchern und Lorbeer-und Feigenbäumen des Südens weichen, lassen typisch französisches Flair aufkommen.

Reise-Infoset © ÖAMTC

Das ÖAMTC Reise-Infoset

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Tag 3

Von Albi nach Carcassonne

Am dritten Tag bleibt etwas Zeit um Albi genauer zu erkunden. Danach geht es weiter mit einem Stadtspaziergang im beschaulichen Cordes. Auf der Weiterfahrt nach Toulouse verläuft die Strecke durch unzählige Wein- und Obstplantagen und lädt zu einer Mittagspause im Grünen ein. Am Abend legt man noch schnell die restliche Strecke bis nach Carcassonne zurück, um dort am nächsten Tag in Ruhe zu starten. 

  • Entfernung: ~ 200 km
  • Fahrtzeit: ~ 3 h
Albi © OEAMTC

Albi

Die Stadt Albi befindet sich direkt am Ufer des Tarnflusses, dessen türkisblaues Wasser einen farbenfrohen Kontrast zu den backsteinroten Häusern bildet. Der Wein- und Getreideanbau, Pastellhandel und die Glas- und Kohleindustrie haben Albi geprägt und zu einer wohlhabenden Stadt gemacht. Die Kathedrahe Sainte-Cécile thront über der Stadt und bietet nicht nur von außen einen schönen Anblick - sie lockt auch zu einem Besuch des Kultur- und Kunstmuseums innerhalb ihrer Gemäuer. Empfehlenswert ist ein Spaziergang durch den Terrassengarten des benachbarten Palais de la Berbie. Wer sich für plakative Malkunst interessiert, sollte sich auch das Museum Toulouse-Lautrec anschauen, das etwa 200 Werke des berühmtesten Sohnes der Stadt, Henri de Toulouse-Lautrec, ausstellt. Durch hügelige Weinlandschaften geht es anschließend weiter Richtung Toulouse.

Cordes-sur-Ciel © OEAMTC

Cordes-sur-Ciel

Spektakulär auf einem Hügel errichtet sticht die mittelalterliche Gemeinde Cordes-sur-Ciel schon von weitem ins Auge. Nach einem kurzen Aufstieg findet man sich in den verwinkelten Gassen der Oberstadt wieder. Bei einem Rundgang kommt man hier an den spätmittelalterlichen Stadttoren Port de la Jane, Porte de l'Horloge und Porte des Ormeaux vorbei. Besonders schön ist auch der Anblick der alten Markthalle im Zentrum Cordes'. Entspannung findet man im Jardin des Paradis, einer kleinen Oase am Rande der Stadt, die mit ihren fantasievollen Bepflanzungen und kleinen Wasserspielen zum verweilen einlädt.

Toulouse © OEAMTC

Toulouse

Toulouse ist einer der am schnellsten wachsenden und bekanntesten Städte Frankreichs. Am Fluss Garonne liegend, wird sie auch die "Ville Rose" genannt - schon nach kurzem Aufenthalt hier weiß man warum: Zahlreiche Bauwerke sind aus roten Ziegelsteinen gebaut, die Toulouse in einem rot-rosanen Schein erstrahlen lassen. Im 15. und 16. Jahrhundert erreiche die Stadt durch die Herstellung blauer Pastellfarbstoffe ihre Blüte. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten der beeindruckenden Paläste und Bauwerke, die man hier bestaunen kann. Neben der gotischen Jakobinerkirche Eglise des Jacobins laden auch der Herrschaftshof Hôtel d'Assézat, das Rathaus von Toulouse und die romanische Basilika St-Sernin de Toulouse zu einer Besichtigung ein. Etwas abseits der Menschenmengen kann man unter der Platanenallee des UNESCO Weltkulturerbes Canal du Midi etwas Ruhe und Schatten finden. Anschließend folgt das letzte Stück der heutigen Route zum Tagesziel Carcassonne. 

Tag 4

Von Carcassonne nach Montpellier

Nachdem sich am Vormittag noch einmal alles um mittelalterliche Festungen und Städte dreht, kommt man im Verlauf des vierten Tages dem Meer immer näher. Bei einem ausgiebigen Strandbesuch kann man die Sonne und die leichte Brise des Mittelmeers genießen.  

  • Entfernung: ~ 180 km
  • Fahrtzeit: ~  2.50 h
Carcassonne © OEAMTC

Carcassonne

Es gibt wohl wenige Besucher, die nicht schon einmal von der mittelalterlichen Stadt Carcassonne gehört haben. Umgeben von einem massiven Festungswall erheben sich die 54 Türme der Altstadt Cité von Carcassonne beeindruckend über dem Aude-Tal. Gegründet von den Römern im 1. Jahrhundert vor Christus, wurde die Geschichte des Burgberges von verschiedensten Parteien beeinflusst: Römer, Westgoten, Maurer sowie Karl der Große und die Grafen von Toulouse haben um ihn gekämpft und weiter ausgebaut. Nach einer umfassenden Restaurierung wurde die Cité von Carcassonne im Jahr 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Durch diese museumsartige Festungsstadt kann man sich einfach treiben lassen - wer dabei den Touristenmassen entkommen möcht sollte allerdings früh aufstehen.  

Narbonne © OEAMTC

Narbonne

Begleitet von den Ausläufern der Cevenne, den Hügeln der Corbières und den fernen Konturen der Pyrenäen geht es weiter in die ebenfalls geschichtsträchtige Stadt Narbonne. Einst Hafenstadt, war Narbonne neben Lyon die bedeutendste Kapitale des römischen Galliens. Durch Versandung des damaligen Golfes und die Entstehung der heutigen Lagunen und Etangs wurde die Stadt jedoch vom Meer abgeschnürt und verlor zunehmend an Wichtigkeit. Entlang des Canal de la Robine gelangt man in die Innenstadt. Hier lohnt sich ein Besuch der Kathedrale St-Just, die mit ihren 41 Metern Chorhöhe zu den höchsten Frankreichs gehört. 

Béziers © OEAMTC

Béziers

Bereits bei der Einfahrt zeigt sich die Stadt Béziers von ihrer schönsten Seite: vom Westufer des Flusses Orb hat man einen wunderschönen Blick auf die alte Brücke Pont Vieux und die krönende Kirche St-Naziere. Wer möchte, kann die alten Gemäuer und Kirchen der Stadt etwas genauer betrachten, wer sich schon nach dem Meer sehnt, sollte die Zeit einsparen und direkt Richtung Küste fahren. 

Bassin de Thau © OEAMTC

Bassin de Thau

Ein wenig später erreicht man den 20 Kilometer langen Landstreifen zwischen Bassin de Thau und dem Mittelmeer, dessen wunderschöne Sandstrände darauf warten, erkundet zu werden. Der Bassin de Thau ist neben der herrlichen Meeresküste auch für seine zahlreichen Austernbänke bekannt. Die Zucht und Verwertung der Austern kann bei Sète genauer begutachtet werden. 

Montpellier © OEAMTC

Montpellier

Falls man den Tag eher ruhig und gemütlich ausklingen lassen möchte sollte man der Promenade du Pexrou in Montpellier einen Besuch abstatten. Begleitet von Gartenkünsten und dem 800 Meter langen Aquädukt St-Clemens kommt man hier am berühmten Reiterbild Ludwig des XIV vorbei und hat bei genügend Licht auch noch einen schönen Ausblick auf den Mont Ventoux. 

Tag 5

Von Montpellier nach Orange

Der fünfte Tag der Rundreise führt zwar weg von der geliebten Mittelmeerküste, dafür aber ins wunderschöne Herz der Provence. Hier befinden sich sowohl berühmte Städte wie Ales, Nîmes und Orange, als auch weniger bekannte Orte wie die Felsenstadt Les Baux. Wer hier Zeit für einen weiteren Tag aufbringen kann, sollte der französischen Camargue einen Besuch abstatten.

  • Entfernung: ~ 210 km / 290 km
  • Fahrtzeit: ~ 4 h / 5.30 h
Arles © OEAMTC

Arles

Über St-Gilles, dessen Abteikirche zu den bedeutendsten Werken der monumentalen Bildhauerkunst der provenzalischen Romanik gehört, erreicht man nach kurzer Fahrt Arles. Die Stadt an der Rhône ist eine der kunsthistorisch wertvollsten Städte Frankreichs: Von einer Vielzahl romanischer Baudenkmäler und Kirchen, über die Klosterruine Montmajour bis hin zum Brückenmodell van Goghs gibt es hier viele  Attraktionen zu besichtigen. Ein besonderer Höhepunkt ist das Amphitheater im Zentrum der Stadt, das einst auf seinen Stufen bis zu 21.000 Zuschauern Platz geboten hat.

Camargue © OEAMTC

Camargue

Ein über 200 km² großes Labyrinth aus Lagunen, Dünen, Sümpfen und Schilffeldern mitten im Rhône-Delta bildet die wunderschöne französische Camargue. Auch wenn die meisten Teile der Landschaft kultiviert sind, finden sich hier und dort noch einige unberührte Reservate, die unter Naturschutz stehen. Wenn man Zeit für einen zusätzlichen Tag hat, fährt man am besten nach Saint-Maries-de-la-Mer, mietet sich ein Fahrrad und erkundet damit den Naturschutzpark rund um den Etage de Vaccarès. Hier kann man nicht nur die Pferde und Wasserbüffel der Camargue treffen, sondern auch leuchtend pinke Flamingos beobachten.

Les Baux-de-Provence © OEAMTC

Les Baux-de-Provence

Weiter geht es hinauf in die Alpilles, einer bis zu 500 Meter hohe Kalksteinkette. Mitten in diesem kleinen Gebirge befindet sich Les Baux-de-Provence, ein Ort, der direkt in den Fels hineingebaut scheint. Auf dem höchsten Felsen sind die Umrisse einer Ruine zu erkennen, einst die Burg der Herren von Baux. Neben der Besichtigung des Schlosses und der Kirche St-Vincent ist vor allem das Kunstmuseum Carrières de Lumières empfehlenswert. Inmitten eines ehemaligen Steinbruchs werden hier Bilder und Videoinstallationen auf den meterhohen Wänden der Kalksteinhöhlen zu unterschiedlichen Themen dargestellt - absolut beeindruckend!

St-Rémy © OEAMTC

St-Rémy

Ein wenig talabwärts ändert sich das Landschaftsbild dann merklich: ob Kräuter, Blumen oder Tomaten - hier blüht alles im Überfluss. Zu Beginn dieses Paradiesgartens liegt St-Rémy-de-Provence, eine Stadt in deren Kloster Vincent van Gogh eines seiner letzten Lebensjahre verbrachte. Auf dem Weg nach Nîmes entdeckt man ebenfalls das Château de Tarascon. Die Burg ist von einem tiefen und fischreichen Wassergraben umgeben.

Nîmes © OEAMTC

Nîmes

In Nîmes stehen zahlreiche Bauwerke aus der Römerzeit, die man bei einem Rundgang durch die Stadt besuchen kann. Allen voran empfehlen sich das Amphitheater und die Maison Carée. Nach dem Vorbild des römischen Kolosseums erbaut, erfüllte die Arena über die Zeit sehr unterschiedliche Zwecke: Neben dem klassischen Amphitheater wurde sie später auch als Festung und Flüchtlingsdorf genutzt. Heute finden hier neben dem normalen Besichtigungsbetrieb auch Konzerte und kulturelle Ereignisse statt. Der römische Tempel Maison Carée beeindruckt durch seine bauliche Ästhetik und Harmonie, gleich daneben besticht das moderne Museum Carré d'Art mit seiner avantgardistischen Kunst des späten 20. Jahrhunderts.

Pont du Gard © OEAMTC

Pont du Gard

Unweit von Nîmes befindet sich der Pont du Gard, ein imposantes Aquädukt, das zu den wichtigsten erhalten gebliebenen Brückenbauwerken der antiken römischen Welt zählt. Die gewaltigen 2000 Jahre alten Steinmauern des 50 Meter hohen und 275 Meter langen Aquädukts wurden ohne Zement, Mörtel und andere Bindemittel aufeinandergetürmt - die Stabilität resultiert allein aus dem vorhandenen Druck, der von den aneinander gepressten Steinen und den dadurch entstehenden Reibungskräften ausgeht. Beim Pond du Gard kann man noch einen gemütlichen Spaziergang machen, bevor es anschließend weiter zum Tagesziel Orange geht. 

Tag 6

Von Orange nach Aix-en-Provence

Am sechsten Tag der Rundreise durch den Süden Frankreichs lernt man die geschichtsreichen Städte und wunderschönen Landschaftszüge der Vaucluse kennen. Neben der Besichtigung antiker Bauwerke geht es am heutigen Tag hoch hinauf zum Mont Ventoux. Bei der Fahrt in die historische Hauptstadt der Provence hat man die Qual der Wahl zwischen einem Quellbesuch, Wissenswertem zum berühmten Lavendel oder einem Exkurs ins Freilichtmuseum der Bories. 

  • Entfernung: ~ 260 km
  • Fahrtzeit: ~ 5.10 h
Orange © OEAMTC

Orange

Auch in Orange findet man wieder eine Reihe imposanter römischer Bauwerke, allen voran den Stadtgründungsbogen und das Theater von Orange, die ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. An der Straße nach Lyon ragt der Stadtgründungsbogen mit einer Höhe von fast 20 Metern unübersehbar und majestätisch empor. Das dreibogige, römische Monumentaltor gilt als eines der größten und besterhaltendsten seiner Zeit. Das Theater im Zentrum der Stadt hat weder die Form eines elliptischen Sportstadions, noch das weitverbreitete Bühnen-Guckkastensystem. Vor dem Halbrund der Zuschauerreihen präsentiert sich der große Bühnenfreiraum mit einer großen Augustus Statue. Vor allem wenn man auf den oberen Rängen der Zuschauerplätze steht, wird man sich der Größe des Theaters bewusst. 

Avignon © OEAMTC

Avignon

Vorbei am berühmten Weinbaugebiet Châteauneuf-du-Pape, wo sich durchaus ein Stopp für einen ausgiebigen Einkauf lohnt, geht es weiter nach Avignon. Berühmtheit, Erscheinungsform und Größe hat Avignon durch seinen Papstsitz im 14. Jahrhundert erhalten - seitdem trägt der Ort auch den Beinamen "Stadt der Päpste". Umgeben von einer mächtigen Befestigungsmauer ist in der Altstadt der gotische Palais des Papes zu finden. Bei einem Spaziergang durch die Stadt kommt man auch an der Parkanlage Rocher des Domes und an der berühmten Brücke Staint Bénezet, im Volksmund oft Pont d'Avignon genannt, vorbei.

Mont Ventoux © OEAMTC

Mont Ventoux

Den fast 2000 Meter hohen Mont Ventoux erreicht man über eine gut ausgebaute Bergstraße, die immer wieder beeindruckende Ausblicke bietet. Je höher man kommt, desto karger und felsiger wird die Landschaft. Mit etwas Glück ist die Sicht vom Gipfel des Berges frei, und man kann in die Weite des Rhônetals blicken - man sollte allerdings den Temperaturunterschied nicht unterschätzen, der bis zu 10 Grad betragen kann. Berühmtheit hat der Mont Ventoux vor allem durch die Tour de France erhalten, auf der er schon einige Male als gefürchteter Streckenabschnitt im Rampenlicht stand.

Lavendin © OEAMTC

Lavendin

Auf der Strecke Richtung Aix-en-Provence findet man sich inmitten der klassisch-provenzalischen Landschaft wieder. Im Juli sind hier überall die typisch leuchtenden Lavendelfelder zu sehen. Wer etwas über den Unterschied zwischen Lavendel und dem echten Lavandin der Provence erfahren möchte, kann sich im Musée de la Lavande genauer informieren. Von der Kultivierung über die Destillation bis hin zu den zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten - hier dreht sich alles um das duftende Markenzeichen der Provence. 

Fontaine-de-Vaucluse © OEAMTC

Fontaine-de-Vaucluse

Für diejenigen, die es bei heißen Temperaturen eher zum Wasser zieht, bietet sich ein Ausflug nach Fontaine-de-Vaucluse an. Oberhalb des kleinen Örtchens entspringt die Sorgue, mit ihrem tiefblauen Wasser einer der schönsten Flüsse Frankreichs. Der Quellteich der Sorgue befindet sich am Fuß einer 230 Meter hohen Felswand, je nach Jahreszeit und Regenmenge variiert der Wasserstand hier sehr stark. So kann es vorkommen, dass manche BesucherInnen hinab in die Höhle steigen können, andere wiederum vor einem tosenden Fluss stehen, der aus dem Berg hinaussprudelt. Gespeist wird die Quelle von einem unterirdischen Becken von über 1.000 km² Fläche, das das Wasser des Mont Ventoux, der Monts de Vaucluse und der Montagne de Lure aufnimmt.

Village des Bories © OEAMTC

Village des Bories

Entlang der Schluchten der Vaucluse erreicht man das Village des Bories - ein Dorf, bestehend aus typisch provenzalischen Bories. Bories sind Hütten aus Feldsteinen, die ohne Gerüst, Schalung oder Mörtel gebaut wurden. Dass sich in den kleinen Dörfern weder Kirchen noch Friedhöfe befinden lässt darauf schließen, dass sie nur zur temporären Besiedlung verwendet wurden, beispielsweise für saisonale Landwirtschaft. In der gut erhaltenen Anlage bekommt man einen schönen Einblick in die frühere Lebensweise, die alten Steinhütten bieten zudem einen angenehmen Schutz vor der Hitze.

Roussillon © OEAMTC

Roussillon

Wenig später kündigt sich in leuchtenden Farben die Ockerlandschaft Roussillons, am Fuße des Luberon-Massivs, an. Bei einem Spaziergang auf dem Sentier des Ocres befindet man sich, umringt von roter Erde, im ehemaligen Zentrum des Ockerabbaus wieder, der hier bis ins Jahr 1930 betrieben wurde. Verwendet wurde der Ocker als Rohstoff zur Herstellung von Farben. Neben seinen leuchtenden Farbausprägungen gilt er als besonders lichtecht und wetterbeständig. Das Abendlicht taucht die Felsen in einen ganz besonderen Glanz und bietet einen schönen Tagesausklang, bevor es weiter nach Aix-en-Provence geht. 

Tag 7

Von Aix-en-Provence nach St-Raphael

Nach ein paar wunderschönen Tagen verlässt man heute die Provence und begibt sich an die weltberühmte Côte d'Azur. Neben den großen und glanzvollen Städten Marseille und St. Tropez hat auch die Panoramafahrt entlang der Küste einiges zu bieten. Hier kann man neben der herrlichen Aussicht vor allem das beeindruckende, azurblaue Wasser genießen.

  • Entfernung: ~ 210 km
  • Fahrtzeit: ~ 4.10 h
Aix-en-Provence © OEAMTC

Aix-en-Provence

Aix-en-Provence ist eine Stadt, die mit ihrer abwechslungsreichen Atmosphäre auf Anhieb gefällt. Hier findet man ehrwürdige alte Kirchen, erlebt das internationale Flair der ansässigen Universität und die Lebendigkeit eines Handelsplatzes. Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich einen Spaziergang entlang der platanengesäumten Cours Mirabeu, für viele die schönste Promenade der Welt. Ebenfalls empfehlenswert ist ein kleiner Stadtrundgang zwischen der imposanten Kathedrale St-Sauveur, dem belebten Rathausplatz und dem Pavillon Verdôme, einem Landhaus mit wunderschön angelegtem Garten.

Marseille © OEAMTC

Marseille

Vor über 2.600 Jahren durch griechische Seefahrer gegründet, gehört die Hafenstadt Marseille zu einer der ältesten und größten Städte Frankreichs. Ob Hafenspaziergang, Museumsbesuch oder Erholung in einer der Parkanlagen - die Metropole birgt unzählige Möglichkeiten. Ein tolles Gesamtpaket bietet der Jardin du Phrao: Von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf den alten Hafen, genießt die Ruhe der Parkanlage und erfreut sich am interessanten Besuch Napoleons ehemaliger Sommerresidenz.

Cap Canaille © OEAMTC

Cap Canaille

Nach dem Trubel der Großstadt geht es auf der Panoramastraße Corniches des Crêtes zu den 400 Meter hohen Felsklippen des Cap Canaille. Auf dem Weg gibt es immer wieder tolle Aussichtspunkte in schwindelerregender Höhe, begleitet vom fantastischen Blick über das glitzernde Mittelmeer. Die Küstenorte Cassis oder La Ciotat laden zu einer gemütlichen Mittagspause am Wasser ein. Anschließend geht die Fahrt entlang der Küste weiter - begleitet vom Duft der Dattelpalmen, Zypressen und Zitrusbäumen bietet diese Strecke ein besonderes Geruchserlebnis.

St-Tropez © OEAMTC

St-Tropez

Einst ein kleiner Fischerort an der Côte d'Azur entwickelte sich St-Tropez zum Treffpunkt von Künstlern und High Society. Die Stadt ist vor allem für ihren großen Yachthafen und den größten Sandstrand der Côte d'Azur bekannt. Aufgrund der überschaubaren Größe lässt sich die Stadt am besten bei einem kleinen Spaziergang erkunden. Wer sich für die Geschichte des Ortes interessiert, kann einen Abstecher zur Festung La Citadelle, oberhalb der Stadt, machen. 

St-Raphaël © OEAMTC

St-Raphaël

Schön ausklingen lässt sich der Tag im Hafenort St-Raphaël, wo man beim abendlichen Spaziergang noch einmal den Tag Revue passieren lassen kann. Sehenswert ist ebenfalls der Altstadtkern der benachbarten Stadt Fréjus und die dortige Kathedrale. In einem der vielen Restaurants kann man die typisch mediterrane Küche und die Atmosphäre des Südens genießen. 

Tag 8

Von St-Raphael nach Vence

Am achten Tag geht es weiter entlang der Mittelmeerküste, wo sich eine berühmte Stadt an die andere reiht. Städteinteressierte sollten bei einem Besuch von Cannes, Antibes, Nizza und Monaco am besten einen zusätzlichen Tag einplanen. Wer es etwas entspannter angehen möchte, sollte sich für 2 oder 3 Städte entscheiden - dann bleibt auch noch genug Zeit für kleine Pausen. 

  • Entfernung: ~ 135 km
  • Fahrtzeit: ~ 3.10 h
Cannes © OEAMTC

Cannes

Entlang der Küste geht es weiter nach Cannes, dem Ort an der Côte d'Azure, an dem jedes Jahr die weltberühmten Filmfestspiele stattfinden. Doch auch abseits des Hollywoodglamours hat die Stadt einiges zu bieten: der Boulevard de la Croisette, Le Suquet und die Allée des Lumières sind nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten. Wer auf der Suche nach etwas Ruhe und Natur ist, wird hier ebenfalls fündig. Gegenüber der Bucht von Cannes, auf den Îsles de Lérins, kann man nach einer 20-minütigen Bootsfahrt durch Weingärten spazieren, in kleinen Buchten verweilen und die Aussicht auf Cannes genießen. 

Èze Village © OEAMTC

Èze Village

Vorbei an Antibes und Nizza geht es hoch hinauf: Auf über 400 Metern befindet sich das kleine Städtchen Èze Village mit einer spektakulären Aussicht auf die Steilküste und das Mittelmeer. Kleine Gassen, antike Brunnen und die mittelalterliche Burgruine machen den Ort besonders reizvoll. Vor allem den Jardin Exotique d'Èze sollte man sich nicht entgehen lassen. Inmitten terrassenförmig angelegter Kakteengärten hat man hier eine wunderschöne Aussicht und eine wirklich einzigartige Atmosphäre. Sucht man eine kleine, sportliche Herausforderung, kann man das Dorf auch über den Nietzsche-Weg erreichen. Der Wanderweg ist nach dem berühmten Philosophen benannt, der einige Zeit in Èze verbracht hat. Vom Küstenort Eze-Sur-Mer führt der Pfad etwa 1 Stunde nach Èze Village hinauf - ein wirklich wunderschöner Weg, für den aber ein bisschen Ausdauer und festes Schuhwerk erforderlich ist. 

Monaco © OEAMTC

Monaco

Nach dem eher beschaulichen Ort Èze Village geht es weiter ins pompöse Monaco. Mit seinen etwa 2 km² Fläche ist das Fürstentum der kleinste europäische Staat. Die drei Städte Monaco, La Condamine und Monte Carlo verschmelzen regelrecht miteinander und bieten einige großartige Ausflugsziele. Neben dem berühmten Casino, der Formel 1 Strecke in Monte Carlo und der imposanten Kathedrale von Monaco empfiehlt sich vor allem der Besuch des Ozeanographischen Museums. Direkt an der Küste gelegen findet man hier eine umfassende Darstellung der Flora und Fauna des Mittelmeeres. Vom Dach des Museums hat man zudem einen tollen Ausblick über das Meer und die Umgebung. 

St-Paul-de-Vence © OEAMTC

St-Paul-de-Vence

Auf der weiteren Strecke eröffnen sich noch einige schöne Panoramen. Kurz hinter Monaco kommt man am sehenswerten Denkmal Trophée d'Auguste à la Turbie vorbei, eine Erinnerung an den römischen Alpenfeldzug. Hinter Cagnes-sur-Mer geht es wieder landeinwärts zum Tagesziel Vence. Ein abendlicher Spaziergang auf den Treppengassen des Künstlerdorfes St-Paul-de-Vence bietet einen schönen Tagesausklang. 

Tag 9

Von Vence nach Castellane

Am heutigen Tag stehen zwei kontrastreiche Höhepunkte auf dem Programm. Der Vormittag gehört ganz den lieblichen Düften der Stadt Grasse, die nicht nur durch den Bestseller "Das Parfüm" ihre Berühmtheit erlangt hat. Am Nachmittag geht es dann weiter in die rauen und felsigen Schluchten des Canyon du Verdon, wo jede Menge Abwechslung geboten wird.

  • Entfernung: ~ 190 km
  • Fahrtzeit: ~ 4 h
Grasse © OEAMTC

Grasse

Durch sanfte Pinienwälder geht es über die Flussschlucht des Loup weiter in die Welthauptstadt des Parfüms. Nicht zuletzte durch den Roman "Das Parfüm" von Patrick Süskind erreichte Grasse weltweite Bekanntheit: Seit Jahrhunderten werden aus den hier gewonnenen Pflanzen- und Blumenessenzen die berühmtesten Düfte Frankreichs kreiert und auf der ganzen Welt verkauft. Einige der Parfumerien wie Fragonard, Molinard und Galimard bieten Führungen an, bei denen man mehr über die Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse der Parfüme erfahren kann. Ebenfalls lohnenswert ist ein Besuch der Gärten von Grasse, allen voran des Pflanzengartens Jardin des Plantes. Dort kann man nicht nur die Pflanzenpracht bewundern, sondern auch noch einen tollen Blick über die Altstadt und das Meer genießen.

Domaine de Manon © Emmanuel Valentin / © Atout France

Domaine de Manon

Etwas außerhalb von Grasse locken die Blumenfelder der Domaine de Manon. Der Familienbetrieb baut seit den 1930er Jahren den begehrten Rohstoff zur Parfümgewinnung an, bei einer Tour durch die Blütenfelder kann man die typische Provence-Rose und die zart duftenden Jasmin Blüten bestaunen. 

Canyon du Verdon © OEAMTC

Canyon du Verdon

Auf der Weiterfahrt ins Innere des Landes ändert sich das Bild - hier wird die Blumen-, Blüten- und Pflanzenpracht allmählich durch die zunehmend schroffere und kargere Landschaft der Seealpen abgelöst. Nachdem man die mächtige Bogenbrücke bei Comps-sur-Artuby passiert hat, öffnet sich die über 700 Meter tiefe und teilweise bis zu 100 Meter breite Schlucht des Canyon du Verdon. Über viele Jahrtausende grub sich hier der Fluss Verdon mit seinen zahlreichen Windungen in das Kalkfelsgestein hinein. Auf der kurvigen Ringstraße rund um den Canyon hat man an vielen Stellen die Möglichkeit, die weite Aussicht zu genießen. 

Verdonschlucht © OEAMTC

Verdonschlucht

Wer die Verdonschlucht nicht nur mit dem Auto erkunden möchte, kann sich auch an einer der vielen Aktivitäten versuchen - der Canyon bietet sich sowohl für Wassersport, Wanderungen oder auch Klettertouren an. Hierfür sollte man sich etwas Zeit nehmen - die Schlucht gilt nicht umsonst als eine der schönsten Europas. Am Ende des Tages geht es dann weiter entlang des Verdon nach Castellane - ein beschauliches Dorf am Fuße des mächtigen Berges Cadières de Brandis.

Tag 10

Von Castellane nach Embrun

Die Route am zehnten Tag der Reise führt weiter in alpinere Regionen Südfrankreichs. Neben dem Besuch des alten Benediktinerklosters steht vor allem die Besichtigung geologischer Besonderheiten auf dem Plan. Wer zwischendurch ein bisschen Entspannung sucht, kann sich schon auf die Pause an den sonnigen Ufern des Durance-Stausees freuen. 

  • Entfernung: ~ 210 km
  • Fahrtzeit: ~ 3.40 h
Ganagobie © OEAMTC

Ganagobie

Über den 1000 Meter hohen Col des Leques und das weit geöffnete Bléone-Tal geht es weiter nach Les Mées. Oberhalb des Dorfes erheben sich bizarre Felsformationen, die bis zu 100 Meter über das Tal ragen - ein kleiner Stopp bietet hier ein beeindruckendes Fotomotiv. Die weitere Strecke führt eine bewaldete Bergkuppe hinauf, auf deren Gipfelplateau sich das Benediktinerpriorat Ganagobie befindet. Gegründet im 10. Jahrhundert blieb das Kloster zwischenzeitlich verlassen, bis es in den 1980er Jahren von der benediktinischen Gemeinschaft von Hautecombe wieder belebt und restauriert wurde. Neben seinem farbigen Mosaikboden ist das Kloster vor allem für seine liebevoll mit Reliefs geschmücktes Westportal der Kirche bekannt. Nur wenige Gehminuten nordwärts erreicht man ein großes Kreuz - von hier hat man einen wunderschönen Panoramablick über das Durancetal, das eindrucksvolle Berglabyrinth der Südalpen und das Pelvoux-Massiv. 

Sisteron © OEAMTC

Sisteron

Nicht weit von Ganagobie entfernt befindet sich die Gemeinde Sisteron, die auch als Tor zur Provence bezeichnet wird. Dass dieser Beiname nicht nur sinnbildlich gemeint ist, wird einem beim Anblick des Ortes klar. Vor vielen Jahrtausenden durchbohrte hier die Durance einen festgefügten Kalkfelsriegel und bildete einen schluchtartigen Durchbruch. Aufgrund seiner geologischen Erscheinung kam dem Ort eine eminente strategische Bedeutung für den Weg in den Süden zu, auch für Napoléon stellte der Übergang bei Sisteron einen der kritischen Punkte auf seiner Eroberungsroute dar. Sehenswert ist hier vor allem die Zitadelle von Sisteron - die weitläufige Burganlage thront über der Stadt und ermöglicht Einblicke in längst vergangene Zeiten. Von dort hat man auch einen tollen Ausblick auf die umliegende Region.  

Demoiselles Coiffées © OEAMTC

Demoiselles Coiffées

Die Fahrt geht weiter zum 36 km² großen Durance-Stausee Serre Poncon. Nach der Höhenfahrt am spektakulären Ostufer lädt das urtümliche Bergnest Le Sauze zu einer kleinen Rast ein.
Am Rande des Stausees warten dann die Felsformationen Demoiselles Coiffées darauf entdeckt und bestaunt zu werden. Die Spitzen der Felsnadeln werden von großen Felsen gekrönt, ihr Erscheinungsbild verleitete wohl zur Namensgebung "Damen mit Frisuren". Bei der Entstehung der Erdpyramiden stehen auch hier wieder Erosionsprozesse im Mittelpunkt: Entscheidend für die Erscheinungsform ist, dass einzelne Blöcke aus Festgestein das unterlagernde, feinkörnige Material schützen - das folge dessen deutlich langsamer als das benachbarte, ungeschützte Material erodiert. Nach diesem kleinen geologischen Exkurs geht es weiter zum Tagesziel Embrun.

Tag 11

Von Embrun nach Grenoble

Am heutigen Tag kann man sich vor allem auf landschaftliche Höhepunkte gefasst machen. Von der malerischen Schönheit des Durancetals geht es über die Cottischen Alpen bis zum Col d'Izoard, dem höchsten Punkt der Reise. Wilde Alpenromantik bietet sich auch bei der anschließenden Abfahrt, die in der Olympiastadt Grenoble endet. 

  • Entfernung: ~ 190 km
  • Fahrtzeit: ~ 3.40 h
Queyras © OEAMTC

Queyras

Durch die sanfte Berglandschaft um Embrun kommt man an der Festung Mont-Dauphin vorbei, die über das Taldreieck von Durance und Guil wacht. Nach einer Strecke mit unzähligen Tunnels erreicht man schließlich die Combe du Queyras, eine malerische Schlucht durch die Cottischen Alpen. Von hieraus ist es nicht mehr weit, bis man auf der Kuppe eines mächtigen Bergkegels die Festungsstadt Château-Queyras erreicht. Das mittelalterliche Schloss aus dem 12./14. Jahrhundert wurde vom Architekten Vauban zur Festung erweitert und kann besichtigt werden. Von den Festungsmauern hat man einen tollen Ausblick auf die umliegenden Hochalpen, allen voran der weiße Gipfel des 3841 Meter hohen Monte Viso. 

Col du Lautaret © OEAMTC

Col du Lautaret

Auf der Fahrt zum Col d'Izoard, dem höchsten Punkt der Rundreise, wird man begleitet von einer tollen Aussicht auf die 3000 Meter hochragende Zentralalpenkette. Wer möchte, kann einen kleinen Stopp in Briançon machen - auch hier gibt es eine hübsche Festungsstadt zu besichtigen. Ausreichend Zeit sollte man sich allerdings für die wild blühende Landschaft des Col du Lautaret aufheben. Zu jeder Jahreszeit, besonders aber im Mai und Juni breitet sich links und rechts der Straße ein einzigartiger Teppich voller Alpenblumen aus. Bei einem Besuch des Alpengartens Station Alpine Joseph Fourier kann man sich die vielfältige Blüten- und Blätterpracht genauer anschauen und inmitten der leuchtenden Farben ein wenig entspannen. 

Barrage du Chambon © OEAMTC

Barrage du Chambon

Mit dem Panorama der Hochalpen im Hintergrund geht es weiter Richtung Grenoble. Auf der Strecke hat man einen fantastischen Blick auf die fast 4000 Meter hohen Meije, die auf Grund ihrer harmonischen Erscheinung auch als "Königin der Dauphiné" bezeichnet wird. Nach kurzer Zeit erreicht man die Chambon-Talsperre. Hier staut sich die Romanche, die man auf den letzten Kilometern immer wieder zu Gesicht bekommen hat. Der Stausee hat eine Größe von 140 Hektar und fasst über 50 Millionen Kubikmeter Wasser. Durch seine Errichtung im Jahr 1935 verschwanden die einst hier ansässigen Dörfer Le Chambon, Le Dauphin und Le Parizet zur Gänze unter den Wassermassen - eine Zeit lang war die Barrage du Chambon die höchste Talsperre der Welt. Nachdem man die beeindruckende Größe des Staudamms auf sich wirken gelassen hat, geht es weiter zum Tagesziel Grenoble. 

Tag 12

Von Grenoble nach Lyon

Am letzten Tag der Rundreise geht es nach der Erkundung Grenobles noch einmal weiter in die wunderschöne Landschaft der Alpen - wer vor der Heimreise noch einmal Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist hier genau richtig. Der letzte Abend gehört dann ganz dem unverwechselbaren Charme Lyons. 

  • Entfernung: ~ 200 km
  • Fahrtzeit: ~ 3 h
Grenoble © OEAMTC

Grenoble

Flankiert vom wunderschönen Alpenpanorama liegt Grenoble in der weitläufigen Talgabelung von Isère und Drac. Die größte Stadt der Alpen hat einiges zu bieten - ins Auge sticht vor allem die Kabinenseilbahn, die mit fantastischem Ausblick zum Fort de la Bastille fährt. Wem der Sinn nach etwas Morgensport steht, kann auch den ca. einstündigen Fußmarsch zur Festung auf sich nehmen. Die Erkundung der Festung ist interessant gestaltet, ausgestattet mit ein paar Taschenlampen kann man sich auch die schaurigen Grottes de Mandrin genauer anschauen. Eine Besonderheit in Grenoble ist das Musée de Grenoble, das nach den Museen in Paris und Lyon die drittgrößte Kunstaustellung Frankreichs beherbergt. Die Stadt selbst schaut man sich am besten bei einem kleinen Stadtspaziergang an.

Vercors © OEAMTC

Vercors

Nicht weit entfernt von Grenoble befindet sich der regionale Naturpark Vercors. Hier findet man sowohl tiefe Schluchten und schroffe Felsen als auch grüne Täler und ein idyllisches Almpanorama. Die Region bietet sich ideal für kleine oder größere Wanderungen an, die kühl-frische Luft und die atemberaubenden Aussichten hat man außerhalb der Ortschaften meistens für sich allein. Wen es eher tief hinunter statt hoch hinauf zieht, der sollte eine der zahlreichen Tropfsteinhöhlen des Karstgebirges besuchen - hier können nicht nur meterhohe Stalaktiten, sondern auch bezaubernde, unterirdische Seen bestaunt werden. Bei der Weiterfahrt nach Lyon bietet sich noch ein kleiner Stopp bei Saint-Nazaire-en-Royans an - hier steht das mächtige Viadukt über Isère und Bourne als tolles Fotomotiv bereit.

Lyon © OEAMTC

Lyon

Nach zwei Wochen durch den wunderschönen und abwechslungsreichen Süden Frankreichs findet die Rundreise nun in Lyon ihr Ende. Den letzten Abend kann man hier ganz nach belieben ausklingen lassen - ob bei einem guten Glas Wein an der Uferpromenade oder einem letzten Besuch des Fourviere Hill bei Sonnenuntergang. Auf dem Heimweg kann man noch einmal in Erinnerungen schwelgen und die schönsten Bilder und Geschichten der Reiseroute Revué passieren lassen. 

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