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Dieseldiskussion

Die Abgas-Manipulation bei Dieselfahrzeugen sowie die Diskussion um den Kraftstoff Diesel an sich verunsichert viele Autobesitzer. Der ÖAMTC informiert, setzt sich für Ihre Rechte als Betroffener ein und beurteilt die Maßnahmen der Hersteller.

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  • "Diesel-Skandal": Ein Schlagwort - drei Themenfelder
  • 5 Millionen Dieselfahrzeuge sollen in Deutschland nachgerüstet werden
  • Umtauschprämie
  • Umtauschprämie
  • Dieselemissionen & Abgasklassen
  • Kartellverdacht und Dieseldiskussion
  • Wo wurde dieser Vorwurf geäußert und worauf bezieht er sich genau?
  • Was genau ist eigentlich ein Kartell und welche Fakten müssen vorliegen, damit es bewiesen werden kann?
  • Warum sind Kartelle verboten? Welchen Schaden richten sie an?
  • Was hat das Kartell, sollte es bewiesen werden, mit dem Diesel-Skandal zu tun, bei dem Autohersteller die Software ihrer Fahrzeuge für die Prüfzyklen bei Abgastests manipuliert haben, um dort die gesetzlichen Vorschriften einhalten zu können?
  • Kann rein technisch betrachtet ein AdBlue-Tank, dessen Fassungsvermögen nicht für ein ganzes Serviceintervall reicht, dafür verantwortlich sein, dass ein Diesel die gesetzlich vorgeschriebenen Abgasgrenzwerte nicht einhalten kann?
  • Die deutschen Autohersteller sollen sich laut „Spiegel“ auch bei anderen Technologien, Preisen und Abgas-Betrügereien abgestimmt haben. Wie lauten diese Vorwürfe genau, wie sind diese Vorwürfe öffentlich geworden und wie sind sie belegt?
  • In Deutschland wurde aktuell für den Porsche Cayenne Diesel ein Zulassungsverbot verhängt. Wer hat das verfügt und warum? Gilt dieses Verbot auch für Österreich? Was geschieht mit bereits zugelassenen Fahrzeugen dieses Typs?
  • Wo sind in Europa derzeit aufgrund der hohen Stickoxid-Belastung von Dieselfahrzeugen Fahrverbote in Kraft und welche weiteren Fahrverbote werden derzeit diskutiert bzw. sind in Planung und Vorbereitung?
  • Die deutschen Autohersteller haben zugesagt, ältere Dieselfahrzeuge mit einem (für den Autobesitzer kostenlosen) Software-Update zu versehen, um so deren Stickoxid-Ausstoß zu verringern. Das betrifft mehr als 5 Millionen Pkw, inklusive der bereits in Umrüstung befindlichen Dieselmodelle des Volkswagen-Konzerns. Kann das überhaupt funktionieren?
  • Es wird behauptet, eine viel wirkungsvollere Maßnahme wurde nur aus Kostengründen verworfen: Die Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge mit einem SCR-Katalysator samt AdBlue-Einspritzung sei möglich, sei aber sehr teuer (die Rede ist von mindestens 1.500 Euro pro Fahrzeug), weshalb die Autoindustrie diese Möglichkeit ausgeschlossen habe. Stimmt das?
  • Kann ich mir noch einen Diesel kaufen oder bin ich aufgrund dieser Entwicklungen nicht besser mit einem Benzin- oder Elektroauto bedient?
  • Welche Fahrzeuge sind in Österreich bisher im Zuge des Dieselskandals von Rückrufaktionen betroffen und wie viele davon wurden schon durchgeführt?
  • Wohin können sich betroffene Fahrzeugbesitzer wenden, um Schadenersatz für den Wertverlust ihres Diesel-Pkw zu erhalten, und wie groß sind die Chancen, auch tatsächlich Schadenersatz zu erhalten?
  • Wie hilft der ÖAMTC den vom Diesel-Skandal betroffenen Mitgliedern? Wo kann ich mich als Diesel-Besitzer und Mitglied individuell beraten lassen?
  • Die EU hat angedroht, dass manipulierte Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns (mit dem Dieselmotor EA189), die bis Ende des Jahres nicht im Zuge der kostenlosen Rückrufaktion umgerüstet wurden, ab 2018 nicht mehr fahren dürfen. Kann die Kommission ein solches Verbot durchsetzen? Ist daran in Deutschland oder Österreich wirklich gedacht?
  • Was hält der ÖAMTC davon, ab 2030 oder 2040 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zu verbieten? Welche Maßnahmen sind hier genau geplant und wie ernst sind solche Aussagen zu nehmen?
  • Infos zum VW Abgasskandal
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Dieseldiskussion:
Worum geht es?

"Diesel-Skandal": Ein Schlagwort - drei Themenfelder

Die aktuelle Diskussion über Fahrverbote in Deutschland sorgt auch bei heimischen Konsumenten für Verunsicherung. Dabei werden oftmals drei Themen miteinander vermischt - die bewusste Manipulation von Software bei bestimmten Fahrzeugen aus dem VW-Konzern und mittlerweile auch bei Porsche, die drohenden Fahrverbote aufgrund schlechter Luftwerte sowie die Kartell-Vorwürfe gegen die deutsche Autoindustrie.

Beim verpflichtenden VW-Rückruf ging es darum, betroffene Fahrzeuge in einen Zustand zu bringen, der den rechtlichen Normen entspricht, die für die Zulassung notwendig sind. Das wurde mittels Software-Update gemacht. Der ÖAMTC hat im Jahr 2016 geprüft, ob dem Kunden durch dieses Software-Update irgendwelche Nachteile – insbesondere in Leistung und Verbrauch – erwachsen. "Diese Frage war und ist mit Nein zu beantworten", betont Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Bei der rechtlich relevanten Prüfstandsmessung lag der NOx-Wert vor und nach dem Rückruf unter dem gesetzlichen Grenzwert. Gleichzeitig machte der ÖAMTC bereits damals darauf aufmerksam, dass der NOx-Ausstoß durch das Software-Update nur geringfügig sinkt.

Bei der jetzigen Diskussion rund um den deutschen Diesel-Gipfel geht es darum zu beurteilen, ob es möglich ist, den NOx-Ausstoß von völlig legal in Betrieb befindlichen Fahrzeugen durch ein freiwilliges Software-Update um 25 Prozent zu senken. Hinsichtlich dieses Zieles hat der ÖAMTC – eben aufgrund seiner Erfahrungen aus dem VW-Rückruf – erhebliche Zweifel. Eine signifikante Verringerung des NOx-Ausstoßes der Dieselflotte kann nur gelingen, wenn zumindest bei einigen Fahrzeug-Typen auch ein nachträglicher Einbau von SCR-Filtern erfolgt.

Nachrüstungen

5 Millionen Dieselfahrzeuge sollen in Deutschland nachgerüstet werden

Mehr als fünf Millionen Dieselautos in Deutschland sollen mit einer neuen Software weniger Schadstoffe ausstoßen. Darin enthalten sind 2,5 Millionen Fahrzeuge von Volkswagen, für die schon Abgas-Nachbesserungen angeordnet wurden. Das teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am 2. August 2017 als ein Ergebnis des Dieselgipfels mit Bund und Ländern in Berlin mit.

ÖAMTC fordert weitere Maßnahmen: Software-Update beim Diesel reicht nicht

Die beim Berliner Autogipfel vorgeschlagene Lösung eines Software-Updates der Euro-Klassen 5 und 6 zur Reduktion der NOx-Werte sind zu wenig. ÖAMTC-Tests im Rahmen der VW-Rückrufe zeigen, dass die versprochenen 25 Prozent Reduktion nur mit Software-Updates nicht zu schaffen sind. Das Software-Update bringt nicht bei jedem Fahrzeug den gewünschten Erfolg – die Verbesserung reicht von leichten Reduktionen bis zu 30 Prozent. Leider gibt es aber auch Fahrzeuge, die nach dem Update mehr NOx ausstoßen, wie der Test des VW Tiguan gezeigt hat.

Hardware-Nachrüstung bringt 90 Prozent NOx-Reduktion

Der ÖAMTC fordert daher zusätzliche Hardware-Nachbesserungen, wo das technisch machbar ist. "Mittels nachträglichem Filter-Einbau sind Stickstoffoxid-Reduktionen bis zu 90 Prozent möglich, das zeigen unsere Tests", kritisiert Wiesinger die deutsche Politik. Außerdem müssten sämtliche Nachbesserungen – Software wie Hardware – bei allen Euro 5- und Euro 6-Diesel-Pkw sämtlicher Automarken durchgeführt werden, und zwar in ganz Europa. In Österreich stammen rund 60 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge von BMW, Daimler, Opel, Ford und aus dem VW-Konzern.

ÖAMTC will Diesel-Gipfel mit allen Beteiligten

Insgesamt kann aber nur ein Maßnahmenbündel signifikante Schadstoffreduktionen bringen – großes Potenzial liegt hier in der Verflüssigung des Verkehrs durch die Grüne Welle sowie in der Verjüngung des Fahrzeug-Bestands. Um dieses Ziel zu erreichen fordern ÖAMTC und Ökosoziales Forum eineÖkoprämie-NEU. Konkrete Lösungen könnte ein österreichischer Diesel-Gipfel mit allen Beteiligten bringen. "Ein österreichischer Diesel-Gipfel müsste alle Verantwortlichen an einen Tisch holen – neben dem Verkehrsminister auch den Umwelt- und den Wirtschaftsminister, die großen Interessenvertreter wie ÖAMTC und Arbö sowie die Umweltverantwortlichen der betroffenen Städte. Das darf keine politische Showveranstaltung werden", stellt Wiesinger klar.

Interview mit dem Leiter der ÖAMTC Interessensvertretung zur Dieseldiskussion

Realismus in Debatte über den Verbrennungsmotor

Die aktuelle Diskussion, die auf ein Verbot von Verbrennungsmotoren hinausläuft, ist laut ÖAMTC falsch und schädlich. "Es macht keinen Sinn, über ein Verbot oder Auslaufen von Technologien zu diskutieren, denn aus aktueller Sicht ist ein völliger Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2030 Illusion", erklärt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. "Allenfalls sollte es Vorgaben für Emissionsgrenzwerte geben. Diese hat die Industrie dann zu erreichen. Es muss den Unternehmen allerdings freigestellt sein, auf welche Art und Weise."

Wie kurzsichtig eine Diskussion alleine über die Art des Motors ist, zeigt die Tatsache, dass ein Verbrennungsmotor als klimaneutral gilt, wenn er mit biogenen Kraftstoffen der zweiten und dritten Generation betrieben wird. Außerdem ist es nicht seriös, die Debatte über Verbrennungsmotoren allein auf Pkw zu beschränken. "Warum wird ein Verbot von Verbrennungsmotoren bei Lkw, Traktoren, Diesel-Loks oder Schiffen nicht einmal ansatzweise diskutiert? Das riecht sehr nach Autofahrer-Bashing", kritisiert der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Objektive Analyse der Mobilitätsform

Gleichzeitig ist weitgehend ungeklärt, wie etwa die zusätzliche Energie, die man für eine mögliche Vollelektrifizierung des Individualverkehrs brauchen würde, erzeugt und verteilt wird. "Wir gehen nicht davon aus, dass Österreich zurück zur Atomkraft will oder zusätzlichen Kohlestrom importieren möchte. Damit wäre dem Umweltschutz nicht gedient", betont Wiesinger. Jede Mobilitätsform muss objektiv analysiert werden, wie sich das auf die Gesamtenergiebilanz auswirkt.

Der ÖAMTC unterstützt umweltfreundliche Mobilität. Es gilt, eine vernünftige Diskussion über sauberen und leistbaren Verkehr und die dafür notwendige Energie zu führen. "Es geht nicht an, Millionen österreichische Autobesitzer zu verunsichern, sei es wegen möglicher Fahrverbote oder eines drohenden Wertverlusts ihrer Fahrzeuge. Das wäre eine Vernichtung von Werten in Milliardenhöhe", stellt der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend fest.

Umtauschprämie

Umtauschprämie

Mehrere deutsche Fahrzeug-Hersteller haben eine Umtauschprämie für Fahrzeuge bis inklusive Abgasklasse Euro 4 angekündigt. "Derzeit gilt das Angebot leider nur für Deutschland und ist teilweise mit Ende des Jahres befristet. Es muss Ziel des Dieselgipfels sein, dass österreichische Autofahrer auch in Genuss dieser Umtauschprämie kommen", fordert Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Schrottplatz.jpg © iStockphoto

Umtauschprämie

Notwendig ist auch, diese Prämie über den Jahreswechsel hinaus zu gewähren, damit möglichst viele Fahrzeuge mit modernster Reinigungstechnologie auf die Straße kommen. Folgende Umtauschprämie würde die bisherigen ÖAMTC-Forderungen zur NOx-Reduktion ideal ergänzen.

Im Detail schlägt der Club vor:

Dieselemissionen & Abgasklassen

Aktuell sind in Österreich ca. 1,6 Millionen Autos unterwegs (davon sind ca. 900.000 Diesel), die der Abgasklasse Euro 3 oder schlechter entsprechen. Das ist ca. ein Drittel des österreichischen Pkw-Bestandes. Dieses Drittel ist aber für die Hälfte (49 Prozent) der Stickstoffoxid- und beinahe für alle (95 Prozent) Feinstaub-Emissionen des Pkw-Verkehrs verantwortlich. Eine Ökoprämie-NEU, bei der es für die Verschrottung eines Fahrzeuges der Abgasklasse 0 bis 3 bei gleichzeitigem Kauf eines neuen Pkw eine Förderung von 2.000 Euro gibt, würde die Verjüngung des Gesamtfahrzeugbestandes in Österreich beschleunigen. Um die Schadstoff-Emissionen gesichert zu reduzieren, sollten nur saubere Neufahrzeuge ab der Euro-Abgasklasse 6d-TEMP gefördert werden. Das sind Autos, die nach dem 1. September 2017 neu typisiert werden.

Diesel Pkw-Bestand nach Abgasklasse zum 31.12.2016 © oeamtc Diesel Pkw-Bestand nach Abgasklasse zum 31.12.2016
Kartellverdacht

Kartellverdacht und Dieseldiskussion

Deutschen Autoherstellern wird vorgeworfen, ein Kartell gebildet zu haben. Was bedeuten diese Vorwürfe und was hat das mit dem Diesel-Abgasskandal zu tun? Wir haben die wichtigsten Fragen & Antworten für Sie zusammengefasst.

VW Abgasskandal

Infos zum VW Abgasskandal

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