Informationen zum VW Abgas-Skandal bezüglich Stickstoffoxide NOx

VW Abgas-Skandal - Fragen und Antworten zum Thema Stickstoffoxide NOx. Online-Abfrage für VW-Fahrer.

VW TDI Motor © iStockphoto
VW TDI Motor © iStockphoto

2 Musterformulare zum Download

Was ist passiert?

Am 18. September 2015 hat die US-Umweltbehörde EPA mitgeteilt, dass VW in Modellen der Baujahre 2008 bis 2015 eine Software eingebaut hat, um die Messung des Schadstoffausstoßes zu manipulieren. Das Programm erkennt, ob das Auto auf einem Prüfstand läuft und reguliert den Motor so, dass die NOx-Emissionsgrenzwerte eingehalten werden.

Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Laut VW können Fahrzeuge aller Konzernmarken (VW, Audi, Skoda, Seat) der Baujahre 2008 bis 2015 betroffen sein. Es geht um Dieselmotoren mit 1,2, 1,6 und 2,0 l Hubraum mit der Typbezeichnung EA 189, die die EURO 5-Abgasnorm erfüllen. Auch eine geringe Stückzahl von frühen Euro 6 Fahrzeugen ist betroffen. Dabei handelt es sich im Detail um VW Passat und Passat CC Modelle, die als Sonderaustattung mit einem SCR-System ausgerüstet wurden.

Laut Importeur können sich verunsicherte Kunden seit 30. September an Ihre Händler wenden, die anhand der Fahrgestellnummer feststellen können, ob das Fahrzeug betroffen ist.

  • Audi: Laut Hersteller sind die Modelle A1, A3, A4, A5, A6, Q3, Q5 und TT betroffen.
     
  • VW: Laut Hersteller sind die Modelle Polo, Golf VI, Passat VII, Touran, Tiguan I, Beetle, Sharan und Caddy betroffen.
     
  • Skoda: Laut Hersteller sind die Modelle Fabia, Yeti, Rapid, Roomster, Octavia und Superb betroffen.
     
  • Seat: Laut Hersteller sind die Modelle Ibiza, Leon. Exeo, Altea und Alhambra betroffen.

3,0-Liter-TDI-Motor
In den USA
sind einem Bericht zufolge insgesamt 100.000 Autos des Volkswagen-Konzerns mit einer dort nicht erlaubten Software zur Manipulation von 3,0-Liter-Dieselmotoren ausgerüstet. Betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, A8, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute, weiters wurde der Motor auch im VW Touareg und im Porsche Cayenne verbaut.
Der VW-Konzern hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Medienberichten zufolge hatte es Volkswagen aber offenbar versäumt, ein erlaubtes System zur Abgasregulierung ordnungsgemäß bei den US-Behörden anzugeben. Am Montagabend, den 23.11.2015 gab auch Audi die Installation einer Software zu, die in den USA als illegal gilt. Das Unternehmen teilte mit, den US-Behörden bei der Zulassung von 3,0-Liter-Diesel-Autos insgesamt drei Software-Programme nicht offengelegt zu haben. Eines davon werde nach geltender US-Gesetzgebung als "Defeat Device" betrachtet. Als Defeat Device bezeichnen die US-Umweltbehörden EPA und CARB verbotene Programme zur Manipulation von Abgas-Messwerten bei Emissionstests.

Von den europäischen Behörden sei dieser Motor nicht beanstandet worden, erklärte der Audi-Sprecher am Sonntag, den 22.11.2015.

Wie kann ich feststellen ob mein Fahrzeug betroffen ist?

Kundenabfrage für VW-Modelle:
Prüfen Sie auf der VW-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
Zusätzlich zur Onlineabfrage hat VW auch eine Hotline eingerichtet.  Diese ist unter der Nummer +43(0)662/4681 3500 erreichbar.  Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-17 Uhr.

Kundenabfrage für AUDI-Modelle:
Prüfen Sie auf der Audi-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
Unter der VW Hotline-Nummer (+43(0)662/4681 3500) können auch AUDI-Besitzer telefonisch anfragen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

Kundenabfrage für SKODA-Modelle:
Prüfen Sie auf der Skoda-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Kundenabfrage für SEAT-Modelle:
Prüfen Sie auf der Seat-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Wie viele Fahrzeuge sind betroffen?

* In Amerika etwa 500.000 Fahrzeuge, weltweit nach Angaben von VW elf Millionen.
* Weltweit werden bisher 5 Millionen VW, 2,1 Millionen Audi, 1,2 Millionen Skoda sowie 1,8 Millionen leichte VW-Nutzfahrzeuge angegeben.

* In Österreich sind insgesamt 363.400 Fahrzeuge betroffen:
- 180.500 VW Pkw
- 24.400 VW Nutzfahrzeuge
- 72.500 Audi
- 31.700 Seat
- 54.300 Skoda
zusätzlich zu den genannten Zahlen sind noch  ca. 25.000 eigenimportierte Fahrzeuge betroffen, also insgesamt ca. 388.000 Fahrzeuge.

Was macht VW?

Der VW-Konzern hat eine Rückrufaktion aller betroffenen Fahrzeuge mittlerweile bestätigt. Die Kunden werden in einem ersten Schritt informiert, dass das Abgasverhalten ihres Fahrzeugs in Kürze nachgebessert wird.Alle betroffenen Konzernmarken schalten nationale Internetseiten, auf denen sich Kunden über den aktuellen Stand der Dinge fortlaufend informieren können.

Die Aktion startete im Frühjahr 2016 und wird voraussichtlich bis Ende 2017 andauern. Laut VW wird für die meisten Motoren ein Update der Software genügen.Die Arbeiten an den betroffenen Fahrzeugen sollen circa zwischen 30 und 60 Minuten dauern.

So sieht der Fahrplan für die Rückrufe aus:

  • Jänner 2016: Beginn der Umrüstung der 2.0-Liter-Motoren mittels Software-Update
  • Jahresmitte 2016: Umrüstung für 1.2-Liter-Motoren, ebenfalls durch ein Software-Update
  • 1. Quartal 2017: Rückruf der 1,6-Liter-Motoren. Zusätzlich zum Software-Update ist auch der Einbau von Strömungstransformatoren notwendig

Die Aktion ist laut VW für den Kunden kostenfrei. Auf Wunsch wird eine angemessene Ersatzmobilität kostenlos angeboten.
Die Volkswagen AG verzichtet darüber hinaus ausdrücklich bis zum 31. Dezember 2017 auf die Erhebung der Verjährungseinrede im Hinblick auf etwaige Gewährleistungsansprüche/ Garantieansprüche wegen der in Fahrzeugen mit Motorentyp EA 189 eingebauten Software, auch sofern diese Ansprüche nicht bereits verjährt sind.

Muss ich mit meinem Fahrzeug an der Rückrufaktion teilnehmen?

Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zur Teilnahme. Allerdings ist es möglich, dass nach Abschluss der Rückrufaktion die Typgenehmigung für alle betroffenen Fahrzeuge in Europa aufgehoben wird. Dann würde auch die Zulassung aberkannt und das Fahrzeug darf nicht mehr verwendet werden. In weiterer Folge kann man daher solche Fahrzeuge nicht mehr verkaufen oder zulassen.

Da der von VW abgegebene Verjährungsverzicht bis Ende 2017 befristet ist, raten wir dringend zur Teilnahme am Rückruf bis zu diesem Datum.

Wie kann ich erkennen, ob ein Fahrzeug bereits umgerüstet wurde?

Nach Aussage von Porsche Austria hat der Kunde folgende Nachweis-/ Abfragemöglichkeiten für die durchgeführte Umrüstung:

Grundsätzlich erfolgt eine Eintragung im Serviceplan unter der Rubrik "Eintragungen der Werkstatt". Bei Audi erfolgt die Eintragung im Digitalen Serviceplan. Dort wird die Durchführung der Aktion mit Datum bestätigt.

Bei VW und VW Nutzfahrzeuge wird nach Durchführung der Rückrufaktion ein Aktionsaufkleber im Bereich der Reserveradmulde bzw. im Bereich des Bordwerkzeuges angebracht. Bei Audi ist das nicht erforderlich, da der Eintrag im Digitalen Serviceplan jederzeit abrufbar ist.

Viele Kunden erhalten außerdem gleichzeitig mit dem Rückrufschreiben eine Bescheinigung, die nach erfolgter Durchführung der Arbeiten von der Werkstätte ausgefüllt wird.

Kunden oder freie Werkstätten können das direkt über die Homepage unter Eingabe der Fahrgestellnummer feststellen. Bereits umgebaute Fahrzeuge scheinen dann als nicht betroffen auf.

Direkt beim Händler über eine Abfrage im Werkssystem. Das Fahrzeug ist für den Händler als erledigt gekennzeichnet.

Was macht der ÖAMTC?

Laufend werden alle neuen Informationen gesammelt. Sobald gesicherte Infos vorhanden sind, erfolgt eine sofortige Weitergabe.
Da Fahrzeuge in Europa eine EU-weite Typisierung aufweisen, muss das Problem grundsätzlich auf EU-Ebene verfolgt und gelöst werden. Die Entscheidungen und Umsetzungen liegen bei den nationalen Behörden.

ÖAMTC führt Vorher-Nachher-Tests durch
 
Sobald VW mit der Rückruf-Aktion beginnt, wird der Club zufällig ausgewählte Fahrzeuge vorher und nachher auf Herz und Nieren überprüfen. Insbesondere bei Leistung und Verbrauch darf unseren Mitgliedern kein Nachteil entstehen.

Der ÖAMTC entwickelt in Zusammenarbeit mit Experten ein Test-Szenario für den Prüfstand, das objektive und unangreifbare Ergebnisse liefert. Andererseits müssen diese Ergebnisse dann auch um Tests im realen Fahrbetrieb, sogenannte 'real driving emission tests', ergänzt werden.
Unabhängig davon, ob auch andere Länder ähnliche Überprüfungen durchführen, wird der ÖAMTC jedenfalls diese Vergleichsmessungen vornehmen. 

Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Tests finden Sie hier:

Ergebnis Frühjahr 2016

Ergebnis Herbst 2016

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Besteht die Gefahr einer Stilllegung des eventuell betroffenen Kfz?

Es gibt in Österreich keine Betriebserlaubnis, die automatisch erlöschen kann (das ist in Deutschland anders). Insofern besteht diese Gefahr für den Endverbraucher vorerst nicht.
Es wäre Sache des Staates, Typengenehmigungen für ungültig zu erklären. Sollte es soweit kommen, können auch Gewährleistung und Schadenersatz geprüft werden.

Kann es zu einer NoVA-Nachforderung kommen?

Da Details über Fahrzeuge in der EU noch nicht bekannt geben wurden, kann derzeit nicht abgeschätzt werden, ob und in wie weit Steuerberechnungen davon überhaupt betroffen sind.
Prinzipiell ist bei einem Neuwagen der Händler für die korrekte Berechnung der NoVA, sowie für deren Abführung verantwortlich. Darüber hinaus wurde bei der Berechnung in jedem Fall auf die am behördlich anerkannten Prüfstand festgestellten Messdaten vertraut. Der ÖAMTC wird sich selbstverständlich bei der Politik dafür einsetzen, dass nicht die Kunden zu Leidtragenden der Manipulation eines Herstellers werden.

Kann der ÖAMTC den Abgas-Ausstoß testen? Beim "Pickerl" wird das ja auch überprüft.

Die Abgasüberprüfungen zur Erfüllung der EU-Vorgaben sind sehr aufwändig und können nur in einem Prüflabor durchgeführt werden.
Beim "Pickerl" werden Schadstoffe nur im Leerlauf oder mit hochdrehendem Motor gemessen. Die Werte der beiden Untersuchungen sind nicht vergleichbar.

Welche Rechte habe ich als Autofahrer?

Dies ist erst beantwortbar, wenn die tatsächlichen Nachteile für die Kunden geklärt sind. In Frage kommen u.a. ein zu hoher Kaufpreis oder ein möglicherweise reduzierter Wiederverkaufswert.  Die Antwort hängt auch davon ab, wie alt das Fahrzeug ist. Derzeit sammelt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) Interessenten an einem außergerichtlichen Generalvergleich mit VW.

Je nach Art des Mangels und nach verstrichener Zeit können entstandene Ansprüche mittels Gewährleistung, Irrtumsanfechtung oder Schadenersatzforderung geltend gemacht werden.

Da Gewährleistungsansprüche nur bis zwei Jahre nach Fahrzeugübergabe bestehen, sollten sich betroffene Fahrzeugbesitzer rechtzeitig mit Ihrem Händler in Verbindung setzen um einen Verjährungsverzicht zu vereinbaren. Ein diesbezügliches Musterformular bieten wir zum Download an. Zwischenzeitlich hat VW offiziell einen Verjährungsverzicht hinsichtlich Gewährleistungs- und Garantieansprüchen erklärt, die aus der Softwaremanipulation resultieren und noch nicht verjährt sind.
 
Die Durchführung der Verbesserungsarbeiten wurde von VW in Presseaussendungen und im Internetauftritt für alle betroffenen Fahrzeuge angekündigt, egal wie alt sie sind bzw. wann sie gekauft wurden. Außerdem sagt VW die Kostenübernahme für diese Arbeiten zu. Daher sind hier keine Problem wegen ablaufender Fristen zu befürchten.

Soll ich VW klagen?

Vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) werden Interessenten an einer außergerichtlichen Einigung gesucht. Die Abwicklung soll über eine holländischen Stiftung erfolgen. Dabei wird ein Vergleich mit VW angestrebt. Diese Vorgehensweise ist neu, doch hält der ÖAMTC den Beitritt zu einem solchen Verfahren für risikolos. Das prozessuale und finanzielle Risiko ist einfach geringer bzw gleich null, wenn man sich solch einem Verfahren anschließt. Betroffenen Fahrzeugbesitzern, die eine Klage überlegen, empfehlen wir, sich zuerst mit dem VKI in Verbindung zu setzen.
 
Das Anmeldeformular finden Sie hier.

Der ÖAMTC konzentriert sich auf die technische Klärung, ob und was sich an den Fahrzeugeigenschaftendurch die angekündigten Verbesserungsmaßnahmen ändert. Siehe "Was macht der ÖAMTC?"

Ich habe einen VW, Audi, Skoda oder Seat mit einem solchen Motor bestellt bzw. bereits erhalten, kann ich vom Kaufvertrag zurücktreten, wenn ja unter welchen Voraussetzungen?

Die bloße Vermutung, es könnte sich um einen betroffenen Motor handeln, reicht nicht aus. Steht fest, dass das bestellte Fahrzeug betroffen ist, kommt ein Rücktritt nach Setzung einer angemessenen Nachfrist zur Erfüllung des Vertrages (Lieferung des"richtigen" Fahrzeuges) in Frage. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Irrtumsanfechtung bzw. Wandlung aus Gewährleistung, sofern der Mangel wesentlich und nicht behebbar ist.

In einer Presseaussendung vom 21. Oktober 2015 wurde berichtet, dass VW mittlerweile einen EU-weiten Verkaufsstopp für betroffene Fahrzeuge verhängt hat. Er gilt für Neuwagen, die bereits beim Händler stehen und noch nicht der EURO 6 Abgasnorm entsprechen. Von Kunden schon bestellte Fahrzeuge sollen deshalb nicht ausgeliefert werden.

Wer sein Fahrzeug zwar schon gekauft, aber noch nicht erhalten hat, kann zur zusätzlichen Absicherung seiner Rechte das Musterformular zur Annahme unter Vorbehalt verwenden, welches wir zum Download anbieten. VW-Händler haben mittlerweile zum Teil schon eigene derartige Formulare.

In einer Presseaussendung vom 16. Dezember 2015 hat VW erklärt, bis 31. Dezember 2017 (statt wie bisher nur bis Ende 2016) auf die Einrede der Verjährung hinsichtlich etwaiger Gewährleistungsansprüche/ Garantieansprüche wegen der in Fahrzeugen mit Motorentyp EA 189 eingebauten Software, zu verzichten.

Die bisherige Einschränkung auf bisher nicht verjährte Ansprüche wurde damit ebenfalls aufgegeben. Neben dieses Versprechen trat am 21.Dezember 2015 ein Versprechen der österreichischen Markenhändler, auch ihrerseits in gleichem Umfang auf den Einwand der Verjährung bei Gewährleistung- und Schadenersatzforderungen zu verzichten. Unbeschadet dessen geht der ÖAMTC davon aus, dass mit der Zusicherung seitens VW, für die Behebung des Serienfehlers zu sorgen, ein eigenständiger Anspruch auf ordnungsgemäße Instandsetzung entstanden ist. Dazu wurde auch seitens VW bisher das Bemühen (vorerst aber nicht der „Erfolg“) zugesichert, dass diese ohne Verschlechterung von Leistung, Fahrverhalten und Kraftstoffverbrauch erfolgen sollte.

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