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ÖAMTC: Hauptursache Ablenkung – jedes Jahr 4.200 Verunglückte bei Frontalcrashs

Knapp 30 Prozent der Begegnungs-/Frontalunfälle aus Unachtsamkeit

Die Statistik nennt es "Begegnungsverkehrsunfälle": Wenn ein Fahrzeug aus der eigenen Fahrspur in den Gegenverkehr gerät, passieren mitunter die schwersten Crashs. Seit 2012 wurden in Österreich 23.000 derartige Unfälle mit Personenschaden registriert, dabei kamen 38.000 Menschen zu Schaden – im Schnitt mehr als 4.200 pro Jahr. In knapp 30 Prozent der Fälle waren Unachtsamkeit oder Ablenkung Ursache für den Unfall (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung: ÖAMTC-Unfallforschung).

"Dass die Zahlen so hoch sind, liegt an den enormen Kräften, die bei solchen Unfällen frei werden", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Damit geraten leider auch die mittlerweile schon sehr hochentwickelten aktiven und passiven Sicherheitssysteme moderner Pkw immer wieder an ihre Grenzen." Umso wichtiger ist es daher, dass Autofahrer:innen einerseits ihre Geschwindigkeit so wählen, dass sie vor allem in Kurven in der eigenen Fahrspur bleiben – insbesondere aber, dass sie sich nur auf ihre Fahraufgabe konzentrieren. "Ablenkende Tätigkeiten, Müdigkeit, Konzentrationsmangel – aber auch Schlampigkeit aus Gewohnheit oder ähnliche Dinge haben hinter dem Steuer nichts verloren", so die Expertin des Mobilitätsclubs. "Man muss sich dessen bewusst sein, dass der Gegenverkehr seinen Fahrbereich immer und zur Gänze benötigen kann. Das auch deshalb, weil man ja selbst auch immer 'Gegenverkehr' ist und mit Recht die gleiche Rücksichtnahme und Vorsicht von Entgegenkommenden erwartet."

Die Tipps der ÖAMTC-Verkehrspsychologin:

  • Breite des eigenen Fahrzeugs kennen und abschätzen können (sonst werden z. B. auch Baustellenbereiche und andere Engstellen zum gefährlichen Wagnis).
  • Kurvenschneiden ist für alle Verkehrsteilnehmer:innen tabu, egal, ob Gegenverkehr in Sicht ist oder nicht.
  • Auf schmalen Fahrbahnbereichen bei Gegenverkehr Tempo reduzieren, Fahrbahnrand und -beschaffenheit im Auge behalten, hochkonzentriert vorbeifahren bzw. im äußersten Fall an breiterer Stelle anhalten und das Gegenüber passieren lassen.
  • Bei Blendung, Nebel, Starkregen, Schneefall an der Randlinie orientieren bzw. mit ausreichendem Seitenabstand zum Gegenverkehr auch an der Mittelinie.
  • "Wohin man blickt, lenkt man auch" – Übung der richtigen Blicktechnik.
  • Spurhalteassistenten nicht deaktivieren. Auch wenn dessen Eingriffe anfangs ungewohnt sein mögen, ist er – wie ÖAMTC-Tests immer wieder gezeigt haben – ein großes Sicherheitsplus.
  • Keine Überholmanöver ohne gute Sichtverhältnisse starten und generell niemals plötzlich Ausscheren.

Seit 2012 sind 38.000 Menschen nach Unfällen zu Schaden gekommen, bei denen Fahrzeuge in den Gegenverkehr geraten sind. Bei jedem dritten dieser Unfälle waren Unachtsamkeit oder Ablenkung die Ursache.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
https://www.oeamtc.at

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ÖAMTC-Flugrettung im Einsatz © ÖAMTC/Postl ÖAMTC-Flugrettung im Einsatz © ÖAMTC/Postl
SEIDENBERGER Marion ©  ÖAMTC/Postl SEIDENBERGER Marion © ÖAMTC/Postl
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