Nordfrankreich

Reiseroute Nordfrankreich

Die vielfältige Nordwestküste 

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  • Reiseroute Nordfrankreich
  • Von Paris nach Orlèans
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Reiseroute Nordfrankreich:
Nordfrankreich

Reiseroute Nordfrankreich

Reiseroute Nordfrankreich © OEAMTC Reiseroute Nordfrankreich

Rund um die Städte Paris, Orléans, Nantes und Rouen erstreckt sich der wunderschöne Norden Frankreichs. Wer bei seinem Urlaub auf der Suche nach einer Mischung aus historischen Städten und beeindruckenden Naturschauplätzen ist, kommt hier voll auf seine Kosten. Auf den verschiedenen Etappen der 13-tägigen Reiseroute warten traumhafte Schlösser entlang der Loire, die sonnige Küste der Bretagne und die geschichtsträchtigen Schauplätze der Normandie darauf entdeckt zu werden. Zwischendurch locken imposante und beschauliche Städte mit pittoreskem Flair, historischen Bauwerken und spannenden Geschichten. Auch nicht zu kurz kommen dürfen jedenfalls die kulinarischen Highlights der Regionen- die Reise ist also in jeder Hinsicht ein Genuss.

In der folgenden Reiseroutewerden zahlreiche Möglichkeiten gezeigt, wie man das Land und die Regionen besser kennen lernen kann. Der ÖAMTC wünscht viel Spaß beim Entdecken!

  • Dauer: 13 Tage
  • Entfernung: ~ 2.400 km

Hier können Sie die gesamte Reiseroute als PDF downloaden: Reiseroute Nordfrankreich

Tag 1

Von Paris nach Orlèans

Die Reiseroute durch den schönen Norden Frankreichs beginnt  - wie könnte es auch anders sein - in Paris. Da man sich die Besichtigung der Stadt jedoch besser für den Schluss der Reise aufheben sollte, führt der ersten Tag durch die Île-de-France. Vorbei an hübschen Schlössern und der wunderschönen Kirche von Chartres erreicht man am Nachmittag die berühmte Stadt Orléans. 

  • Entfernung: ~ 190 km
  • Fahrtzeit: ~ 3.50 h
Paris © OEAMTC

Paris

Paris -  die Hauptstadt und weltberühmte Metropole Frankreichs bietet sich als perfekter Ausgangspunkt der Reise an. Wer mit dem Flugzeug anreist, wird schon beim Anflug von der Größe der Stadt überwältigt sein - schnell wird klar, dass man für die Erkundung von Paris mehr als nur ein paar Stunden braucht. Wer sich ausgiebig Zeit lassen möchte, sollte am Ende der Rundreise mindestens einen Tag hier einplanen. Zu Beginn führt die Route nun zuerst raus aus Paris ins Departement Île-de-France. 

Chartres © OEAMTC

Chartres

Vorbei an den Schlössern Rambouillet und Maintenon startet die Reise durch die liebliche Landschaft der Île-de-France bis nach Chartres. Schon von weitem fällt hier die imposante Kathedrale Notre-Dame de Chartres ins Auge. Das Wahrzeichen der Stadt stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist vor allem für seinen reichen Figurenschmuck und die vollständig erhaltenen Glasgemälde bekannt. Bei einem Rundgang durch die ausgedehnte Krypta kann man die schillernden Farben der Rosenfenster auf sich wirken lassen und das UNESCO Weltkulturerbe genauer betrachten. Wer möchte, kann sich bei einem anschließenden Stadtbummel durch Chartres die gut erhaltenen Häuser, die alte Stadtmauer oder die verspielten Gartenanlagen anschauen. 

Châteaudun © OEAMTC

Châteaudun

Über die Hochebene Beauce geht es weiter nach Châteaudun, das mit seinem mächtigen Schloss Château de Châteaudun beeindruckt. Über der Loire thronend bietet sich das Schloss als perfektes Fotomotiv an, bei einem Rundgang um die Gemäuer entdeckt man immer wieder neue und spannende Perspektiven. Auch von Innen kann das Schloss besichtig werden, schön ist hier vor allem das architektonische Zusammenspiel von Gotik und Renaissance. 

Orléans © OEAMTC

Orléans

Nach nur wenigen Kilometern erreicht man Orléans, die Stadt, die auch als Herz Frankreichs bezeichnet wird. Bekannt ist Orléans nicht nur als wunderschöne Pforte zum Loiretal, sie kann vor allem von einer geschichtsträchtigen Vergangenheit berichten: Glorreichster Tag der Stadtgeschichte war der 7. Mai 1429 - da befreite das siebzehnjährige Hirtenmädchen Jeanne d'Arc an der Spitze der königlichen Soldaten die Stadt von den Engländern. Wer mehr über die französische Nationalheldin erfahren möchte, kann das Museum Maison Jeanne d'Arc besuchen. Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt von Orléans sollte auch die Kathedrale Ste-Croix und der Parc Floral Orléas auf dem Programm stehen. Am Ufer der Loire kann man den Abend dann gemütlich ausklingen lassen.

Tag 2

Von Orlèans nach Blois

Der zweite Tag führt durch den Garten Frankreichs: das Loiretal. Der über 1000 Kilometer lange Fluss entspringt im "Massif Central" und schlängelt sich Richtung Westen bis hin zum Atlantischen Ozean. Entlang der Loire kommt man an tollen Kirchen und Schlössern vorbei, allen voran das Märchenschloss von Charmbon. NaturliebhaberInnen können sich am heutigen Tag vor allem auf die reizvolle Landschaft der Sologne freuen. 

  • Entfernung: ~ 140 km
  • Fahrtzeit: ~ 3 h
St-Benît-sur-Loire © OEAMTC

St-Benît-sur-Loire

Zu Beginn des Tages hat man in Germigny-des-Prés die Chance, eine der ältesten Kirchen Frankreichs zu betrachten. Weitaus ansehnlicher ist allerdings die Benediktinerabtei Fleury im benachbarten St-Benît-sur-Loire. Im Mittelalter war die Abtei durch ihre Klosterschule berühmt, deren Lehrprogramm sich bald über die gesamte christliche Welt verbreitete. Die eindrucksvollen Kapitelle der Säulen des stilreinen Bauwerkes machen es zu einem der berühmtesten romanischen Gebäude Frankreichs. 

Château de Sully © OEAMTC

Château de Sully

Nicht weit entfernt präsentiert sich Sully-sur-Loire als wunderschöner Auftakt für eine Reihe beeindruckender Loireschlösser. Auch wenn das Schloss mit seinen dicken Mauern und dem beachtlichen Wassergraben auf den ersten Blick eher an eine mittelalterliche Festung erinnert, verbirgt sich hinter den wehrhaften Fassaden eine  gepflegte Schlosskulisse. Bei einer Besichtigung kann man diese zwei Erscheinungsbilder genauer betrachten und mehr über die zahlreichen Umbauten des Schlosses erfahren. 

Sologne © OEAMTC

Sologne

Bei der Weiterfahrt über La Ferté-Saint-Aubin durchquert man die Sologne, eine 3000 Quadratkilometer große Heide-, Wald und Seenplatte - hier kommen vor allem NaturliebhaberInnen auf ihre Kosten. Bei gutem Wetter sollte man eine ausgiebige Mittagspause im Freien einlegen.

 Château de Chambord © OEAMTC

Château de Chambord

Nur wenige Kilometer vor dem Tagesziel Blois kommt man zum märchenhaften Château de Chambord. Das größte Schloss des Loiretals stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde unter Franz I. als Prunk- und Jagdschloss errichtet. Daran, dass das Schloss vor allem als Machtdemonstration dienen sollte, besteht nach dem Anblick der sechs hohen Türme, 400 Räume und über 365 Feuerstellen kein Zweifel mehr. Auch die Parkanlage ist an Größe und Vielfalt kaum zu überbieten. 

Blois © OEAMTC

Blois

Blois ist eine Stadt, die auf anhieb sympathisch wirkt. Wahrzeichen der Stadt ist das Château Blois, das auf einer Anhöhe über dem Ort thront. Das Schloss wurde zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert erbaut und spiegelt dadurch stilistische Einflüsse der Gotik, Renaissance und Klassik wider. Im Schlosshof ist vor allem der achteckige, offene Treppenbogen ein besonderer Blickfang und beliebtes Fotomotiv. Nicht vergessen sollte man in Blois die beiden prächtigen Kirchen St. Nicolas und St.Louis - bei einem abendlichen Spaziergang entlang der Loire kann man diese in einer besonders schönen Lichtatmosphäre betrachten. 

Reise-Infoset © ÖAMTC

Das ÖAMTC Reise-Infoset

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  • Übersichtliche Reisekarten
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Tag 3

Von Blois nach Tours

Auch der dritte Tag der Reise steht wieder ganz im Zeichen der Loire und ihren imposanten Schlösser. Um die Begeisterung dafür nicht zu viel zu strapazieren, sollte man vorher eine kleine Auswahl treffen. Wer nicht genug von den märchenhaften Gebäuden bekommen kann, muss früh aufstehen um das Tagesprogramm bewältigen zu können. Am Nachmittag lockt zur Abwechslung noch ein kleiner Abstecher in die liebliche Weinregion der Loire. 

  • Entfernung: ~ 120 km
  • Fahrtzeit: ~ 2.40 h
Château de Cheverny © OEAMTC

Château de Cheverny

Ein weiteres Highlight der Loire-Schlösser ist das Château de Cheverny, nur wenige Kilometer südlich von Blois. Wer die harmonische Symmetrie des Hauptgebäudes und die weiten Flächen des Anwesens ohne Gedränge betrachten möchte, sollte sich früh auf den Weg machen - das Schloss ist nämlich ein äußerst beliebtes Touristenziel. Wer es etwas beschaulicher mag, kann sich das nahgelegenen Chateau-de-Villesavin anschauen. Auch wenn die Renaissancefassade schon etwas in die Jahre gekommen ist, macht gerade diese fehlende Perfektion den Reiz und die Atmosphäre dieses Ortes aus. 

Château Chenonceau © OEAMTC

Château Chenonceau

Durch die von Sonnenblumen und Weinstöcken gesäumte Strecke geht es weiter zur nächsten Perle der Region: Dem romantischen Renaissanceschloss Château Chenonceau. Am Fluss Cher gelegen, ist das Wasserschloss nach Versailles das meistbesuchte Schloss Frankreichs. Historisch von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, dass Architektur und Geschichte des Bauwerks vor allem von Frauen beeinflusst wurde - aus diesem Grund trägt es auch den Beinamen "Château des Dames". Der Anblick des Schlosses mit seiner schattigen Platanenallee, dem wunderschönen Blumengarten und der 60 Meter langen Bogenbrücke ist einfach bezaubernd. Ob man sich für eine nähere Betrachtung in das Getümmel der Leute stürzt, oder es bei einem Blick aus der Ferne belässt, muss jeder für sich entscheiden.

Château Amboise © OEAMTC

Château Amboise

Wer heute schon ein paar Sehenswürdigkeiten ausgelassen hat, oder einfach nicht genug von den Schlössern der Loire bekommen kann, darf sich auf das Château Amboise freuen. Das Schloss wurde auf einem Felsplateau über der Loire errichtet und zählt zu den kulturhistorisch wichtigsten Schlössern der Region. Seine Blütezeit hatte Amboise im 15. Jahrhundert unter dem französischen König Karl VIII. Zu dieser Zeit erhielt das Schloss auch seinen beachtlichen Renaissancegarten - der erste Frankreichs. Bei einer Besichtigung kann man sich die wunderschönen Landschaftsgärten und königlichen Gemächer ansehen. Ganz nebenbei hat man dabei auch noch einen fantastischen Blick auf die Loire. In direkter Nachbarschaft bietet sich noch das Herrenhaus Clos-Lucé, in dem Leonardo da Vinci seinen Lebensabend verbrachte, für einen kleinen Besuch an. 

Vouvray © OEAMTC

Vouvray

Bevor es zum Tagesziel Tours weitergeht kann man noch einen Zwischenstopp im beschaulichen Weinort Vouvray einlegen. Bekannt ist Vouvray vor allem für den Anbau der hochwertigen Rebsorte Chenin Blanc und für die in Hänge gegrabenen Höhlen. Hier lagert und reift auch der geschmackvolle Wein der Region. In Tours selbst bietet sich am Abend noch ein kleiner Stadtbummel an. 

Tag 4

Von Tours nach Angers

Von Tour geht es entlang der Loire und ihrem Nebenfluss Indre weiter nach Villandry, einem Schloss, das vor allem für seine wunderschöne Gartenanlage bekannt ist. Ob man sich mehr Zeit zur Besichtigung der anderen Schlösser, Burgen und Klöster nehmen möchte oder die Stadt Angers genauer erkunden will, sei jedem selbst überlassen. Um alle Attraktionen der Region zu entdecken sollte man einen zusätzlichen Tag einplanen.

  • Entfernung: ~ 160 km
  • Fahrtzeit: ~ 3.10 h
Château Villandry © OEAMTC

Château Villandry

Der Tag beginnt mit einer Fahrt durch die bezaubernde Landschaft der Touraine: Satte Felder, reiche Obstbäume und blühende Wiesen wechseln sich in schönen Farbenspielen ab und begleiten den Weg bis zu den Schlossmauern von Villandry. Auch wenn das im 16. Jahrhundert erbaute Schloss einen netten Anblick bietet, sollte sich die Aufmerksamkeit des Besuchs hier vor allem auf die einzigartige Gartenanlage richten. Auf drei Ebenen erstrecken sich nach alten Stichen und Plänen rekonstruierte Gärten. Ganz unten, im Küchengarten, sind Salate, Tomaten, Kräuter und Co. in neun gleichgroßen Quadraten farblich sortiert, eine Ebene höher findet man in den Ziergärten fantasievolle Figuren aus Buchsbäumen und Eiben. Nahe dem Schloss und den Terrassenanlagen ist der Sonnengarten mit einem 7000 Quadratmeter großen Bassin zu finden - seitlich davon verlieren sich die Wege im Heilkräuter- und Irrgarten. 

Château Azay-le-Rideau © OEAMTC

Château Azay-le-Rideau

Nur wenige Kilometer entfernt ist das edle Château Azay-le-Rideau zu finden. Ein Schloss, das durch seine ausgewogene Eleganz auffällt. Der zweiflügelige Renaissancebau liegt auf einer Halbinsel am Indre. Die Türme und Ziergiebel des Schlosses spiegeln sich, gesäumt von lieblichen Seerosen, in dessen ruhigen Wasser wider. Bei einem Spaziergang im angrenzenden, schattigen Park kann man die Seele baumeln lassen und die Zeit ein wenig vergessen. 

Château d'Ussé © OEAMTC

Château d'Ussé

Ebenfalls am Indre liegt die Schlossanlage von Ussé mit zahlreichen Türmen, einem Orangeriegebäude und dem romantischem Park. Mit der angrenzender Kapelle und den Pferdeställen ist das Anwesen ein weiterer Blickfang des Loiretals. Durch die Mischung aus verspielter Gartenanlage und wehrhaften Mauern strahlt das Schloss eine geheimnisvolle Atmosphäre aus - dieser Eindruck soll auch den Dichter Perrault zu seinem Märchen "La Belle au Bois Dormant", besser bekannt unter dem Namen "Dornröschen", inspiriert haben. 

Chinon © OEAMTC

Chinon

Etwas abseits des Loiretals liegt die nächste Attraktion des heutigen Tages: an der tiefblauen Vienne erstreckt sich der hübsche Ort Chinon, der sowohl für die imposante Burg Chinon, als auch für seine verwinkelte Altstadt bekannt ist. Die Burg bietet einen herrlichen Ausblick auf die schiefergedeckten Dächer der Stadt und die umliegende Region,. Wer sich nach einer kleinen Mittagspause sehnt, findet in der beschaulichen Altstadt bestimmt das passende Plätzchen. 

Fontevraud © OEAMTC

Fontevraud

Zur Abwechslung bietet sich kurz nach Chinon die Möglichkeit, das berühmte Kloster Fontevraud zu besuchen. Auf einem Gelände von 14 Hektar gilt das architektonisch außergewöhnliche Gesamtwerk als größtes Gebäude Europas. Richard Löwenherz, Heinrich II. und weitere hochrangige Persönlichkeiten fanden in der Abteikirche ihre letzte Ruhe. Das schön renovierte Kloster lädt zu einem Besuch ein, besonders sehenswert ist die romanisch-byzantinische Klosterküche mit ihrer kühnen Architektur und den 20 Kaminen auf dem schuppenartigen Pyramidendach.

Château de Saumur © OEAMTC

Château de Saumur

Auf der Norduferseite thront schon bald die nächste Bilderbuchfestung über der Loire: das Château de Saumur präsentiert sich in einer Mischung aus trutzigen Mauern und versteckter Eleganz. Reichen Zeit und Elan noch aus, sollte man sich einen kleinen Aufstieg zum Wachturm nicht entgehen lassen und sich oben an dem Blick über die Stadt und den Fluss erfreuen. Ebenfalls empfehlenswert ist ein Besuch des dortigen Pferde- und Kunstgewerbemuseums. 

Angers © OEAMTC

Angers

Bei der Einfahrt nach Angers wird man bereits von den Wahrzeichen und respekteinflößenden Rundtürmen des Château d'Angers empfangen. Das ausladende Bollwerk am Ufer der Maine ist jedoch nur eine der vielen Attraktionen der Stadt. Wer sich dazu entschließt, einen Zusatztag einzuschieben, kann die Stadt am nächsten Tag ausgiebig erkunden. Auf dem Plan sollten dabei neben dem bereits erwähnten Château d'Angers auch die Kathedrale Saint-Maurice und die Stiftskirche Saint Martin stehen. Für Kunstinteressierte bietet sich ein Besuch des Musée des Beaux-Arts an, das nicht nur Werke ab dem 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart, sondern auch eine Ausstellung zur Geschichte Angers beheimatet. Das Kunstmuseum Galerie David d'Angers ist vor allem wegen seiner beeindruckenden Architektur und den Originalen des Bildhauers David d'Angers bekannt. Wer sich nach etwas Erholung im Grünen sehnt wird in Angers ebenfalls schnell fündig - zahlreiche Parkanlagen wie der Jardin des Plantes strahlen eine beruhigende Atmosphäre aus.

Tag 5

Von Angers nach Vannes

Der heutige Tag bietet ein abwechslungsreiches Programm: In Nantes erliegt man ganz dem Großstadtflair und kann sich nach den vielen Schlossbesichtigungen mal wieder ins urbane Getümmel stürzen. Später erreicht man über die liebliche Loirelandschaft nun endlich das Meer - dort wartet bereits das "Weiße Gold" des Atlantiks darauf, bestaunt zu werden.

  • Entfernung: ~ 280 km
  • Fahrtzeit: ~ 5.30 h
Nantes © OEAMTC

Nantes

Für die Weiterfahrt ist die Berg- und Talstrecke durch blühende Felder und Obstgärten entlang der Flüsse Evre, Havre und Moine durchaus reizvoller - aus Zeitgründen muss man hier wohl aber leider der direkten Strecke nach Nantes den Vorrang geben. Im Gegensatz zu den letzten Stationen der Reise erlebt man hier Frankreichs Großstadtflair - Hauptattraktionen der Stadt sind die Einkaufspassage Passage Pommeraye, die weithin sichtbare Kathedrale Saint-Pierre-et-Paul und das martialische Château des ducs de Bretagne. Allzu viel Zeit sollte man hier allerdings nicht einplanen, dafür nähert man sich allmählich der wunderschönen Küste der Bretagne. 

Saint-Nazaire © OEAMTC

Saint-Nazaire

Entlang der Loire gelangt man bei St-Brevin-les-Pins an die Ostküste Frankreichs und wird wenig später von der imposanten Brücke Pont de St-Nazaire begrüßt. Zu den längsten Brücken Frankreichs gehört die vor 20 Jahren als technisches Wunderwerk gefeierte Brücke mittlerweile nicht mehr, dennoch sollte man die Fahrt darauf genießen. Wer sich für U-Boote und Kriegsschiffe interessiert, kann im alten Hafen von St-Nazaire einen Stopp einlegen, anderenfalls geht die Reise weiter zu den Salzgärten von Guérand.  

Salzgärten von Guérande © OEAMTC

Salzgärten von Guérande

Auf einer Fläche von rund 1600 Hektar erstreckt sich das Mosaik der Salzgärten von Guérande an der Küste der Bretagne. Die Salzgärten wurden hier über Jahrhunderte von Menschen zur Gewinnung des "weißen Golds" geschaffen, das bis heute mit einem speziellen Verfahren gewonnen wird. Bei einer Tour durch die Salzgärten kann man mehr über die traditionelle Herstellung des Salzes erfahren, im Musée des Marais Salants findet man jede Menge Informationen zur Geschichte und Technik des Salzabbaus.

Vannes © OEAMTC

Vannes

Über die mächtige Hängebrücke der fjordartig eingeschnittenen Vilaine geht es weiter zum Tagesziel Vannes. Das altehrwürdige Städtchen am Nordrand des Morbihan-Golfes bezaubert mit seiner malerischen Altstadt, deren kleine Gassen zu einem ausgiebigen Spaziergang einladen. Bei der Erkundung der Stadt kommt man an der imposanten Kathedrale St-Pierre, dem Château Gaillard und am Château de l'Hermine vorbei. Ein besonders sehenswertes Panorama mit Blick auf die Stadtmauer, zahlreiche Türme und Dächergewirr bietet sich von der Promenade de la Garenna. Den Abend kann man in einem der vielen kleinen Restaurants der Innenstadt gemütlich ausklingen lassen. 

Tag 6

Von Vannes nach Quimper

Nach einem kulturhistorischen Auftakt beim Besuch der Steinreihen von Carnac widmet sich der heutige Tag vor allem der wunderschönen Atlantikküste der Bretagne. Neben der Erkundung der reizvollen Halbinsel Quiberon kann man an zahlreichen beschaulichen Plätzen an der Küstenstraße am Strand Pausen einlegen und sich von den Reisestrapazen erholen. Etwas zur Ruhe kommen kann man auch bei einer Besichtigung der verkehrsfreien Inselstadt Concarneau. 

  • Entfernung: ~ 215 km
  • Fahrtzeit: ~ 4 h
Carnac © OEAMTC

Carnac

Vorbei an der lieblichen Landschaft des Golfes von Morbihan kommt man nach Carnac - mit 3000 Menhiren und Dolmen das größte Megalithenfeld der Erde. Die Steinreihen von Carnac stammen aus einer Zeit vor über 7000 Jahren. Bis zu 8 Meter in die Höhe ragend, erstrecken sich die rätselhaften Alignements (Steinalleen) auf mehreren Feldern. Über die Bedeutung und Herkunft der geometrisch gruppierten Formen wird bis heute spekuliert, im prähistorischen Museum im Zentrum von Carnac erfährt man viele interessante Hintergrundinformationen. Einen tollen Ausblick über die Steinreihen bekommt man von der Aussichtsplattform Kermario östlich der Stadt - mit knapp 1030 Menhiren in 10 Reihen sind hier die beeindruckendsten Monolithen zu finden.

Quiberon © OEAMTC

Quiberon

Nicht weit entfernt lohnt sich ein kleiner Abstecher auf die traumhafte Halbinsel Quiberon. Auf etwa 12 Kilometern Länge und teilweise nur 100 Meter Breite warten hier endlose Strände. Besonders beeindruckend ist die wilde Klippenküste der Côte Sauvage. Die tollen Fotomotive und abwechslungsreichen Facetten der zerklüfteten Felsen kann man bei einem kleinen Spaziergang oberhalb der Steilküste bewundern. 

Küste der Bretagne © OEAMTC

Küste der Bretagne

Nach dem Durchfahren der Hafen- und Handelsstadt Lorient bietet sich die Möglichkeit, entlang der Küste zu fahren und nach einem passenden Badeort Ausschau zu halten. Die Landschaft hier verzaubert mit Dünenfeldern und Heidewiesen, kleine Sand- oder Felsenstrände verstecken sich hinter fast jeder Biegung. Wenn das Wetter weder zum baden noch zu einem schönen Spaziergang entlang des Wassers einlädt, kann man sich auch die bezaubernde Altstadt von Quimperlé mitsamt der skulpturenreichen Rotundenkirche Ste-Croix anschauen. 

Concarneau © OEAMTC

Concarneau

Auch wenn es vielleicht nicht leicht fallen mag den Strandbesuch zu beenden, wartet kurz vor dem heutigen Tagesziel noch eine besonders schöne Stadt darauf, erkundet zu werden. Concarneau ist ein Ort, der auf Anhieb sympathisch wirkt. Hier findet man die perfekte Mischung aus belebter Hafenatmosphäre und idyllischer Altstadt. Über Brücken und das Stadttor erreicht man die verkehrsfreie, von Mauern umgebene, Altstadt Ville Close. Bei einem Rundgang entlang "Les Remparts", der Stadtmauer der Ville Close, hat man einen tollen Ausblick auf den Hafen und die verwinkelten, kleinen Gassen der Stadt. Wer sich für die Geschichte der Fischerei in der Bretagne interessiert, sollte dem liebevoll gestalteten Musée de la Pêche einen Besuch abstatten. Neben vielen Informationen und zahlreichen Exponaten kann man hier auch ein echtes, wenn auch ausgemustertes, Fischerboot besichtigen. Anschließend stehen die letzten Kilometer nach Quimper am Programm.

Tag 7

Von Quimper nach Lannion

Der heutige Tag bietet eine tolle Mischung aus kulturellem Städtebesuch und Erkundung der wunderschönen Landschaft. Nach dem Besuch des entzückenden Ortes Locronan präsentiert sich die felsige Küste der Halbinsel Crozon als ideales Fotomotiv. Zu Mittag lädt das Fischerdorf Camaret-sur-Mer zu einer Besichtigung und Stärkung ein. Über die Heimat der Calvaires geht es über Morlaix schließlich weiter zum Tagesziel Lannion. 

  • Entfernung: ~ 205 km
  • Fahrtzeit: ~ 4.40 h
Locronan © Atout France / Michel Angot

Locronan

Nach einem gemütlichen Morgenspaziergang durch die Altstadt von Quimper geht es durch hügeliges Bauernland weiter zum Wallfahrtsort Locronan. Locronan gehört zu den "Plus beaux villages de France": den schönsten Dörfern Frankreichs. Zurückzuführen ist diese Ernennung auf das urtümliche, mittelalterliche Erscheinungsbild des Dorfes, das vor allem durch seine graubraunen Granithäuser auffällt. Wahrzeichen der Stadt ist die Pfarrkirche St. Ronan, einer der wichtigsten Schauplätze der berühmten religiösen Flurprozession "Pardos". Wer sich die Kirche anschauen möchte, sollte etwas Geduld mitbringen - gerade im Sommer ist sie ein richtiger Besuchermagnet.  

Crozon © OEAMTC

Crozon

Auf der Halbinsel Crozon, nur wenige Kilometer nordwestlich von Locronan, scheint sich alles, was die Bretagne so sehenswert macht, zu vereinen. Bei Morgate hat man einen tollen Blick auf das zerklüftete Felsentor, das sich imposant über dem Meer erhebt. Anschließend sollte man unbedingt zum Pointe de Penhir fahren: hier stellt sich die über 70 Meter hohe Pyramidenkette "Tas de Pois" der anstürmenden See entgegen.

Camaret-sur-Mer © OEAMTC

Camaret-sur-Mer

Nur wenig später erreicht man das urige Fischerdorf Camaret-sur-Mer. Neben dem pittoresken Fischerhafen sind vor allem die Festungsanlagen von Vauban äußerst sehenswert. Der sechseckige Verteidigungsturm spielte 1694 eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Abwehr eines Invasionsversuches der englischen und niederländischen Einheiten. Zusammen mit anderen Teilen der Festungsanlage gehört er heute zum UNESCO Weltkulturerbe. In Camaret sollte man in einer der zahlreichen Boulangerien nach einem passenden Mittagssnack Ausschau halten und eine kleine Mittagspause mit Aussicht auf den Hafen einlegen. 

Morlaix © OEAMTC

Morlaix

Anschließend geht es weiter nach Morlaix, eine Stadt deren großes Bogenviadukt Tal und Stadt überspannt. Das Eisenbahnviadukt wurde im Jahr 1861 erbaut, ist 58 Meter hoch und fast 300 Meter lang. Bei einem Spaziergang auf dem Viadukt hat man einen schönen Ausblick auf die erkerreiche Altstadt und den kleinen Hafen. Wer sich für sakrale Baukunst interessiert, sollte auf dem Weg nach Morlaix einen Stopp in Lampaul-Guimiliau, oder Guimiliau einlegen - hier finden sich einige der prächtigsten Calvaires der Bretagne.

Lannion © OEAMTC

Lannion

Lannion ist eine eher beschauliche Stadt, am bekanntesten ist wohl der Stufenweg zur Kirche Brélévenz. Wer den Abend lieber am Wasser verbringen möchte, kann es sich an einem der vielen Sandstrände an der Küste gemütlich machen und die Ruhe genießen. 

Tag 8

Von Lannion nach St-Malo

Ein Sonnenbad zwischen den rötlichen Granitfelsen der Côte de Granit Rose, ein Spaziergang durch die malerische Blumeninsel Île de Bréhat und eine wunderschöne Aussicht vom Leuchtturm des Cap Fréhel - der achte Tag der Rundreise steht ganz im Zeichen der wunderschönen Küstenlinie der Bretagne. Eine ganz andere Perspektive bietet das Wasserkraftwerk an der Mündung der Rance - hier wird die Urgewalt der Gezeiten zur Energiegewinnung verwendet.

  • Entfernung: ~ 210 km
  • Fahrtzeit: ~ 4.30 h
Trégastel © OEAMTC

Trégastel

Kurz nach Lannion erreicht man einen besonderen Küstenabschnitt der Bretagne: Entlang der Halbinsel Côte de Granit Rose findet man hier bizarre Felskolosse, Granitbrocken und erodierte Steingebilde. Zwischen den rötlichen Granitfelsen finden sich immer wieder kleine Badebuchten, an denen man auf jeden Fall einen kleinen Stop einlegen sollte. Durch ihre markanten Formen haben einige der Felsen über die Jahre interessante Namen bekommen, das bekannteste Beispiel dafür ist der "Hut Napoleons", der vor dem Hafen von Ploumanac’h zu finden ist. Besondere Berühmtheit erlangte er im Jahr 1943: Mit dem Code-Satz "Befindet sich Napoleons Hut noch immer in Perros-Guirec?" übermittelte die BBC das Signal zum bewaffneten Widerstand gegen die deutsche Besetzung Frankreichs.

Île de Bréhat © OEAMTC

Île de Bréhat

Nicht weit entfernt lockt eine Bootsfahrt von der Point de l'Arcouest zur Blumeninsel Île de Bréhat. Wer genügend Zeit hat, kann hier über einen kleinen Abstecher nachdenken, besonders schön ist der Weg zum Leuchtturm Phare Paon. Auch sonst laden die vielen kleinen Wanderwege zu einem entspannten Spaziergang mit traumhafter Kulisse ein. 

Cap Fréhel © OEAMTC

Cap Fréhel

Entlang der Küste geht es weiter Richtung Erquy, das mit seinem alten Fischerhafen und den hellgrün schimmernden Pinienwäldern um Sables d'Òr neue landschaftliche Akzente setzt. Besonders sehenswert ist der Anblick des wenige Kilometer entfernten Cap Fréhel: Hier bricht die herrlich blühende Heidefläche plötzlich nach drei Seiten mit schwindelerregend steilen Granitflanken 70 Meter tief ins Meer hinab. Vom fast 90 Meter hohen Leuchtturm am Cap Fréhel hat man eine besonders schöne Aussicht auf die Küste und das Meer - bei gutem Wetter kann man hier sogar die englischen Kanalinseln in der Ferne erkennen.  

Fort la Latte © OEAMTC

Fort la Latte

Südöstlich vom Cap Fréhel thront die Burg Fort la Latte auf einer schmalen Landzunge über dem Meer. Erbaut im 13. Jahrhundert, war die Burg Schauplatz einiger Belagerungen. Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie durch einen Brand fast vollständig zerstört. Nach Wiederaufbau- und Restaurationsarbeiten wurde die Burg offiziell zum historischen Denkmal erklärt. Bei einem Besuch der Festung kann man sich über ihre bewegte Geschichte informieren und erfahren, in welchen Filmen sie schon als imposante Kulisse diente. 

Usine Marémotrice de la Rance © OEAMTC

Usine Marémotrice de la Rance

Kurz vor St-Malo überquert man das Usine Marémotrice de la Rance, ein Gezeitenkraftwerk an der Mündung der Rance in den Atlantik. Das Werk nutzt den hier größten Tidenhub Europas zur Energiegewinnung, die dabei fast mit der Leistung eines kleinen Atomkraftwerks verglichen werden kann. Wer möchte, kann das Kraftwerk bei einer geführten Besichtigung genauer erkunden - hierfür sollte man sich allerdings vorher anmelden. 

St-Malo © OEAMTC

St-Malo

Das Tagesziel St-Malo ist eine Mischung aus Inselfestung und Piratennest: Von Granitmauern umrundet präsentiert sich die malerische Altstadt auf einer kleinen Felseninsel. Besonders empfehlenswert ist der circa einstündige Rundgang auf den Remparts, den Wehrgängen des Mauerrings. Bei Ebbe kann man sogar zu den beiden vorgelagerten Inseln Grand Bé und Fort National wandern. 

Tag 9

Von St-Malo nach Bayeux

Am neunten Tag der Reise verlässt man die Bretagne und taucht in die abwechslungsreichen Landschaften der Normandie ein. Neben freier Kunst und kulinarischer Tradition ist der Mont-St-Michel wohl das berühmteste Ziel der Strecke. Nach einem körperlich durchaus anspruchsvollen Besuch der Felsenstadt endet der Tag im urigen Bayeux. 

  • Entfernung: ~ 220 km
  • Fahrtzeit: ~ 4.10 h
Rothéneuf © OEAMTC

Rothéneuf

Kurz hinter St-Malo befindet sich der kleine Ferienort Rothéneuf. Neben dem schönen Strand und den netten Gassen ist der Ort für eine ganz besondere Geschichte bekannt: Ende des 19. Jahrhunderts zog sich der ehemalige Gemeindepfarrer nach einem Schlaganfall als Einsiedler auf die Klippen von Rothéneuf zurück und schuf über die Jahre ein Kunstwerk aus Felsskulpturen. Die Les Rochers Sculptés, bestehend aus Dämonen, Piraten und Fantasiewesen, können auf einer kleinen Anlage direkt am Meer besichtigt werden. Bei diesem Spaziergang hat man zudem einen tollen Ausblick auf die umliegende Bucht. 

Cancale © OEAMTC

Cancale

Über die Point du Grouin, einem 40 Meter hoher Felskamm, geht es weiter zur Bucht von Mont-St-Michel. Bevor man sich aber der berühmten Felsenstadt widmet, sollten vor allem Austernfans einen Stopp in Cancale einlegen. Die Austernzucht hat in Cancale eine lange Tradition: Bereits im 13. Jahrhundert wurden hier die Gezeitenzonen für die Austernzucht verwendet. In der "Austernhauptstadt" der Bretagne, wie sich die Stadt selbst nennt, kann man die Zucht auf einer Fläche von 400 Hektar bewundern, um sich anschließend selbst auf  dem Marché aux Huîtres von den frischen Produkten zu überzeugen. 

Mont-St-Michel © OEAMTC

Mont-St-Michel

Mit Eintritt in die Normandie erblickt man schon von weitem eines der regionalen Wahrzeichen: Der Mont-Staint-Michel, ein bis zum letzten Quadratmeter bebauter Granitfelsen. Je nach Gezeit wird der Klosterberg vom schillernden Meer oder einer weiten Wattlandschaft umgeben - über die Brücke gelangt man allerdings immer auf den Felsen. Seit 1979 gehören der Berg und seine Bucht zum UNESCO Weltkulturerbe, Höhepunkt ist die Abteikirche, dessen Spitze 156 Meter über dem Wasserspiegel in den Himmel ragt. Der Aufstieg ist nur über eine Treppengasse möglich, die vor allem bei schönem Wetter gut besucht ist. 

Bayeux © OEAMTC

Bayeux

Quer durch die Halbinsel Cotentin geht es weiter zum Tagesziel Bayeux. Wer unterwegs noch etwas Baukunst mitnehmen möchte, sollte einen Stopp in Granville oder Coutances einlegen. In Bayeux selbst fällt sofort die imposante Kathedrale Notre-Dame de Bayeux ins Auge - ursprünglich im normannisch-frühromanischen Stil erbaut, präsentiert sich die Kirche heute weitgehend gotisch. Von besonderer Bedeutung ist hier vor allem der Teppich von Bayeux, der auf 70 Metern Länge die Geschichte der Eroberung Englands durch die Normannen zeigt. Bewundert werden kann der Leinwandstreifen im Musée de la Tapisserie nur wenige Gehminuten von der Kathedrale entfernt. 

Tag 10

Von Bayeux nach Rouen

Der heutige Tag bietet zahlreiche Attraktionen - auch wenn es schwer fällt, muss man hier vorab Prioritäten setzen oder einen Zusatztag einplanen. Entlang der Normandie-Küste hat man die Gelegenheit, sich über die Alliierteninvasion des Zweiten Weltkriegs zu informieren und an den Erinnerungen teilzuhaben. Bevor es zu einem abschließenden Stadtbummel ins Tagesziel Rouen geht, lockt eine Region, die vor allem für ihre kulinarischen Köstlichkeiten bekannt ist, zu einem Abstecher ins Landesinnere. 

  • Entfernung: ~ 210 km
  • Fahrtzeit: ~ 4 h
Invasionsküste © OEAMTC

Invasionsküste

Beginnend mit dem D-Day am 6. Juni 1944 ist die Normandie untrennbar mit der Invasionsgeschichte des Zweiten Weltkriegs verbunden: Im Kampf gegen Hitler landeten hier an der Küste die Soldaten der Alliierten. Entlang der Côte de Nacre sind zahlreiche Helden-Denkmäler, Geschützstellungen, Mahnmale und Bunkerreste zu finden. Im Invasionsmuseum Musée du Débarquement in Arromanches sind die Reste des künstlichen Hafens zu sehen, der 1944 über den Kanal geschleppt, und ausschließlich für den Nachschub von Soldaten und Kriegsgut angelegt wurde. Wer einen umfassenden Überblick über die damaligen Geschehnisse bekommen möchte, sollte sich hier ausreichend Zeit nehmen. 

Château de Canon © OEAMTC

Château de Canon

Östlich von Cean breitet sich die hügelige Landschaft des Pays d'Auge aus. Die Region ist für die Produktion französischer Spezialitäten wie Cidre, Calvados und Camembert bekannt. Hier empfiehlt sich auf jeden Fall ein Besuch des Château de Canon - vor allem die weitläufige und wunderschöne Parkanlage sollte man unbedingt gesehen haben. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch den lauschigen Park empfhielt sich eine anschließende Pause im dazugehörigen Café. Nur wenige Meter entfernt befindet sich der Cave à Cidre in dem man Cidre, Apfelsaft, Calvados und Marmeladen aus hauseigener, biologischer Produktion probieren und kaufen kann. 

Honfleur © ÖAMTC

Honfleur

Zurück an der Küste wartet die malerische Hafenstadt Honfleur. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt Zentrum künstlerischer Aktivitäten und Geburtsstätte des Impressionismus. Waren es früher berühmte Maler wie Monet, Pissarro und Renoir, die sich in Honfleur trafen und malten, stehen auch heute noch zahlreiche Künstler am Kai der Stadt und kreieren ihre Werke. Bei einem Spaziergang sollte man neben dem Hafen auch die Ste-Cathérine besuchen - eine im 15. Jahrhundert von Schiffszimmerern in Form von zwei umgestülpten Booten erbaute Holzkirche.

Rouen © OEAMTC

Rouen

Entlang des Nationalparks rund um die Seine geht es weiter in die Hauptstadt der Normandie. Die Auswahl an Sehenswürdigkeiten in Rouen ist überwältigend, wer sich hier ausgiebig umschauen möchte, sollte einen Zusatztag einplanen. Während eines ausgedehnten Spaziergangs kommt man an den Hauptattraktionen wie der Kathedrale Notre-Dame de Rouen, der ehemaligen Abteikirche Saint-Ouen und der Altstadt Vieux Rouen mitsamt dem berühmten Uhrenturm Gros Horloge vorbei. Ein historisch bedeutsamer und zugleich schauriger Platz ist der Place du Vieux-Marché - hier wurde am 30. Mai 1431 die berühmte Jeanne d'Arc verbrannt.

Tag 11

Von Rouen nach Dieppe

Durch das Seinetals führt die heutige Route auf der Straße der großen Abteien wieder zurück an die Nordküste Frankreichs. Neben dem berühmten Kreidefelsen von Étretat bietet sich die wunderschöne Côte d'Albâtre für ausgiebige Spaziergänge an, zwischendurch locken die Orte Fécampe und Varengeville-sur-Mer zu einem kleinen Zwischenstopp. In Dieppe angekommen wartet auf alle unermüdlichen Urlauber noch ein kleiner Stadtrundgang, bevor man den Abend genussvoll am Hafen ausklingen lassen kann.

  • Entfernung: ~ 195 km
  • Fahrtzeit: ~ 4.40 h
Château de Gromesnil © OEAMTC

Château de Gromesnil

Hat man in Paris die Seine bisher eher als beengten Fluss kennengelernt, bemerkt man nun ihre beeindruckende Größe. Durch den Naturpark Brotonne führt die Strecke entlang des Seinetals auf der Straße der großen Abteien Richtung Küste. Während sich schon an den Ufern der Seine immer wieder Gelegenheiten zu kleinen Stopps bieten, sollte man auch über einen Besuch der Ruine von Jumièges oder des Château de Gromesnil nachdenken.  

Étretat © OEAMTC

Étretat

Angekommen an der Küste wird man von einem weiteren Wahrzeichen der Normandie empfangen: Der weißleuchtenden Kreideküste von Étretat. Ein unterirdischer Fluss und die maritime Erosion haben hier die Bogenbrücke "Port d'Aval" und die 70 Meter emporragende Felsnadel "Aiguille" geformt. Ob aus der Entfernung vom Strand oder bei einem Spaziergang auf den Klippen - der An- und Ausblick der wunderschönen Felsformation ist einfach beeindruckend. Die Schönheit der weißen Kreidefelsen ist auch der Kunstszene nicht verborgen geblieben. Seit Beginn der Romantik war Étretat eine beliebte Vorlage für Künstler wie Monet, Matisse und Courbet. 

Côte d'Albâtre © OEAMTC

Côte d'Albâtre

Die weitere Strecke führt entlang der romantischen Alabasterküste, hier und dort hat man zwischendurch immer wieder die Möglichkeit, an dem steinigen Strand hinunter zu gehen. Wer möchte, kann sich noch einmal Zeit für einen ausgiebigen Strandspaziergang im Schatten der weißen Felsen nehmen. Alternativ können auch das reizvolle Hafenstädtchen Fécamp oder der altertümlich-noble Gartenort Varengeville-sur-Mer besucht werden. 

Dieppe © OEAMTC

Dieppe

Durch die natürliche Hafeneinfahrt des Ortes war Dieppe seit jeher eine ideale Seehandelsstadt. Bis auf die Burganlage ist durch mehrmalige Zerstörung heute nicht mehr viel von der originalen Bausubstanz der Ortes übrig - dem Neuaufbau nach dem Bombardement der Stadt im Jahr 1694 verdankt Dieppe sein heutiges barockes Erscheinungsbild. Sollte man noch Lust und Zeit für einen Stadtrundgang haben, empfiehlt sich das Château de Dieppe, die Église Saint-Jaques und der Marché de Dieppe. Um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen sollte man den Hafen der Stadt aufsuchen - längs der Quais befinden sich hier Restaurants, Bistros und Cafés, die zu einem Abendessen mit Blick auf die ein- und auslaufenden Schiffe einladen. 

Tag 12 & 13

Von Dieppe nach Paris

Der letzte Tag führt durch die grüne Landschaft der Picardie. Neben landwirtschaftlichen Nutzflächen und ruhiger Natur sind hier auch einige Schätze historischer Baukunst zu finden. Nicht mehr weit von Paris entfernt, kann man das Ende der Reise mit einem Besuch im wunderschönen Château Chantilly noch etwas hinauszögern. Schlussendlich kommt man dann doch in der Hauptstadt Frankreichs an - und kann sich auf einen aufregenden letzten Tag in Paris freuen. 

  • Entfernung: ~ 270 km
  • Fahrtzeit: ~ 5.10 h
Le Tréport © OEAMTC

Le Tréport

Am überschaubaren Hafenort Le Tréport hat man noch einmal die Chance, sich von der Küste Frankreichs zu verabschieden. Bei einem Besuch des hübschen Leuchtturms aus dem Jahr 1844 hat man einen tollen Blick auf den Hafen und die Kreidefelsen im Osten der Stadt. Mit bis zu 110 Metern befindet sich hier die höchste Kreidefelswand Europas. Wie der Mont-St-Michel im Süden, war Le Tréport zusammen mit dem Nachbarort Eu einst der nördlichste Wachposten der Normandie.

Picardie © OEAMTC

Picardie

Anschließend überschreitet man die Grenze zwischen Normandie und Picardie - eine Region, die vor allem ein bedeutendes land- und forstwirtschaftliches Erbe besitzt. Wenn es die Zeit erlaubt, sollte man Wege abseits der Autobahn einschlagen und durch die üppige, grüne Landschaften fahren: hier wechseln sich Apfelplantagen wechseln mit Getreidefeldern und großzügigen Weideflächen der traditionellen Charolais-Rinder ab. Wer sich die Zeit lieber für die restlichen Tagesaktivitäten aufheben möchte, wählt am besten den direkten Weg. 

Amiens © OEAMTC

Amiens

Dass die Picardie nicht nur landschaftliche Reize zu bieten hat, beweisen die Städte Amiens und Senlis. Die historische Universitätsstadt Amiens trumpft mit dem größten Sakralgebäude Frankreichs auf: Die gotische Kathedrale von Notre Dame d’Amiens, die im Jahr 1854 von Papst Pius IX zur Basilica Minor erhoben wurde, zählt zum UNESCO Weltkulturerben und lädt zu einem ausgedehnten Besuch ein. Auch die Kathedrale von Senlis beeindruckt mit ihrer harmonischen Vereinigung aus früh- und spätgotischer Architektur. Besondere Bedeutung kommt hier dem Westportal zu, dessen Tympanon zum ersten Mal eine "Marienkrönung" statt - wie damals üblich - das "Jüngst Gericht" zeigen.

Château Chantilly © OEAMTC

Château Chantilly

Bevor man sich wieder in die Hauptstadt Frankreichs begibt, kommt man am märchenhaften Château Chantilly vorbei. Im barocken Architekturstil präsentiert sich das Schloss samt weitläufigem Schlosspark am Rande eines riesigen Wasserbeckens. Das Château Chantilly ist vor allem für seine große, private Kunstsammlung, die beeindruckenden Parkanlagen und das dazugehörige Reitgestüt bekannt - ein Besuch hier ist auf alle Fälle lohnenswert. 

Paris © OEAMTC

Paris

Nach fast zwei Wochen fährt man nun wieder in die breiten Straßen von Paris ein. Nach der Reise durch meist eher beschauliche Orte, muss man sich erst wieder an den Trubel gewöhnen. Das bezaubernde Flair der Stadt der Liebe macht die Umstellung jedoch leicht. Wer zu Anfang der Reise noch nicht in den Genuss der Stadt gekommen ist, kann sich auf schier unendliche Erkundungsmöglichkeiten einstellen - näheres zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt erfährt man im ÖAMTC City Guide Paris. Die Aussicht auf den tollen nächsten Tag in Paris lässt einen fast vergessen, dass sich die Rundreise durch den Nordwesten Frankreichs nun zu Ende neigt. 

Hilfreiche Infos

Länder-Info Frankreich

Frankreich © TomasSereda

Auf einen Blick

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