Drohnen-Sicherheitspaket

Presse

Island: Neue Straßenbenützungsgebühr seit Jänner

Reisende nach Island müssen ab sofort mit teureren Mietwagen rechnen. Der Grund ist eine neue kilometerabhängige Straßenbenützungsgebühr.

Seit 1. Jänner hat Island die Finanzierung seines Straßennetzes umgestellt. Autofahrer:innen müssen nun eine kilometerabhängige Straßenbenützungsgebühr bezahlen. Im Gegenzug wurden die Kraftstoffsteuern, mit denen das Straßennetz bisher finanziert wurde, abgeschafft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keine klassische Maut, sondern eine Kilometerabgabe
  • 6,95 ISK (ca. 5 Cent) pro Kilometer für Pkw
  • Mietwagenfirmen verrechnen die Gebühr an Kund:innen weiter
  • Kraftstoffsteuern entfallen, Spritpreise sinken

Neue Finanzierung der Straßen in Island

Bislang wurde der Großteil der Straßenfinanzierung in Island über Kraftstoffsteuern abgewickelt, die direkt an der Zapfsäule bezahlt wurden. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Elektro- und Hybridfahrzeugen wurde dieses System nun ersetzt.

Stattdessen gilt seit Jahresbeginn für das gesamte isländische Straßennetz eine kilometerabhängige Straßenbenützungsgebühr. Sie wird für alle Fahrzeuge eingehoben – unabhängig davon, ob es sich um Benziner, Diesel, Hybrid‑ oder Elektrofahrzeuge handelt.

Wichtig: Es gibt keine Vignette, keine Mautstationen und keine speziellen Mautstraßen. Die Nutzung der Straßen bleibt frei möglich, die Abrechnung erfolgt im Hintergrund.

So hoch sind die Kosten

Die Höhe der Gebühr richtet sich nach den gefahrenen Kilometern und der Fahrzeugklasse:

Pkw bis 3,5 t

  • 6,95 ISK pro Kilometer (ca. 4,7 Cent)
  • Gilt einheitlich für Benzin‑, Diesel‑, Hybrid‑ und Elektroautos

Motorräder

  • 4,15 ISK pro Kilometer (ca. 2,8 Cent)
  • Etwa 40 % günstiger als bei Pkw

Fahrzeuge über 3,5 t

Für schwerere Fahrzeuge – darunter auch viele Wohnmobile – gelten höhere, nach Gewicht gestaffelte Tarife, z. B.:

  • über 3,5 bis 5 t: 9,85 ISK pro Kilometer (ca. 6,7 Cent)
  • über 5 bis 6 t: 10,44 ISK pro Kilometer (ca. 7,2 Cent)

Gut zu wissen: Für Anhänger unter 3,5 t (z. B. Wohnwagen) fällt keine zusätzliche Kilometergebühr an.

Wie wird die Gebühr erhoben?

Grundlage für die Berechnung ist der Kilometerstand des Fahrzeugs. Dieser muss einmal jährlich gemeldet werden – entweder:

  • im Rahmen der regulären Fahrzeugüberprüfung oder
  • online über das offizielle Regierungsportal island.is.

Mietwagen: Abrechnung meist pauschal

Bei Mietwagen und gemieteten Wohnmobilen übernehmen die Verleihfirmen die Abrechnung der Kilometerabgabe mit den Behörden und verrechnen die Kosten an ihre Kund:innen weiter – meist inklusive einer Servicegebühr. Die Abrechnungsmethode kann dabei je nach Vermieter variieren. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Bezahlung im Voraus: Bei der Übernahme des Mietwagens wird abhängig von der Mietdauer eine Tagespauschale verrechnet.
  • Bezahlung im Nachhinein: Bei der Rückgabe des Mietwagens wird abhängig von der Mietdauer eine Tagespauschale verrechnet.
  • Kilometergenaue Abrechnung: Bei der Rückgabe werden nur die tatsächlich gefahrenen Kilometer verrechnet.

Die Höhe der Tagespauschale liegt derzeit bei einigen Anbietern bei 1.550 ISK (ca. 10,70 Euro) pro Tag für einen Pkw.

Quellen: ADAC, island.is

Das könnte Sie auch interessieren

Bild einer Autobahn in der Nacht

Maut & Vignette in Europa

Wer mit dem Auto durch Europa reist, sollte sich rechtzeitig über Maut- und Vignettenpflicht in den einzelnen Ländern informieren.

Ein Auto fährt entlang einer Küstenstraße mit einer steilen Felswand auf der rechten Seite.

Mietwagen

Tipps und Infos zur Mietwagenbuchung im Urlaub und Zuhause.

Rückfragehinweis für Journalist:innen:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
https://www.oeamtc.at

Artikel drucken Pressemappe herunterladen

Bilder & Grafiken

2022_02_island_MZ_island_show1_1.JPG © markuszahradnik.com
Kontakt

Öffentlichkeitsarbeit

Bei allen Fragen zum Thema Mobilität, z. B. Crashtests, Kraftstoffpreisen, Gesetzesinitiativen, Unfallstatistiken, alternativen Antrieben, Pannenhilfe und Einsatzzahlen sowie sämtliche Fragen zu Reise, Fahrtechnik und Flugrettung.

Mobilitätsinformation

Bei Fragen zur aktuellen Verkehrslage und Straßeninfrastruktur sowie Telematik.