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ÖAMTC-Crashtest mit neuem Unfallszenario, überarbeitetem Dummy und höheren Anforderungen

Zwei aktuelle Fahrzeuge setzen mit je fünf Sternen erste Benchmarks

Seit über 20 Jahren leisten die Crashtests des Verbraucherschutzprogramms Euro NCAP einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf europäischen Straßen. Das Bewertungssystem wird regelmäßig ergänzt und weiterentwickelt. "Heuer gibt es gleich drei Neuerungen", erklärt Max Lang, ÖAMTC-Experte für Fahrzeugsicherheit. "Beim Frontalcrash wird ein typischer Unfall auf einer Landstraße simuliert: Dabei werden Testfahrzeug und eine rollende Barriere mit je 50 km/h seitlich versetzt gegeneinander gecrasht. So kann unter anderem festgestellt werden, wie tief sich Frontelemente des Testwagens in ein entgegenkommendes Auto bohren." Weitere Neuerungen betreffen den Dummy, der künftig über feinere Sensorik verfügt und sich noch menschenähnlicher im Fahrzeug verhält als bisher, ferner gibt es verschärfte Anforderungen bei Seitenaufprall und Insassenschutz sowie bei der Bewertung von Aufmerksamkeits-, Fußgänger-Notbrems- und Kreuzungsassistenten.

In der ersten Testserie wurden zwei Fahrzeuge gecrasht: Toyota Yaris und der vollelektrische VW ID.3. Der Experte des Mobilitätsclubs zeigt sich zufrieden: "Beide Kandidaten konnten fünf Sterne erreichen – trotz neuer und teils verschärfter Anforderungen. Das zeigt uns, dass moderne Fahrzeuge insgesamt schon ein sehr hohes Sicherheitsniveau haben." Einige Details zu den Autos im aktuellen ÖAMTC-Crashtest:

  • Toyota Yaris: Kleinwagen wie der Yaris blieben in früheren Zeiten in Sachen Verkehrssicherheit deutlich hinter größeren Fahrzeugen zurück. Mittlerweile hat sich das – zumindest in diesem Fall – geändert: Der Yaris verfügt beispielsweise über Airbags zwischen den Frontsitzen, die verhindern, dass Passagiere bei einem Seitencrash gegeneinanderprallen. Freilich gibt es durch die kompakte Bauweise auch gewisse Nachteile: Beim Frontcrash zeigte sich, dass sowohl Oberschenkel des Fahrers als auch des Beifahrers auf das Armaturenbrett treffen, was Verletzungen nach sich ziehen kann. Dem Fahrer drohen im Übrigen im relativ engen Fußbereich schwere Verletzungen durch die Pedale und auch der Brustkorb ist trotz Airbag verletzungsgefährdet. Besser ist es also im Allgemeinen, wenn das Auto einen Aufprall selbständig vermeiden kann – und am Beispiel des Yaris zeigt sich, dass auch bei kleineren und günstigeren Fahrzeugen nicht zwingend darauf verzichtet werden muss: Das automatische Notbremssystem konnte im Test z. B. einen Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr verhindern.
  • VW ID.3: Der ID.3 ist ein kompaktes Elektroauto und – wie der Yaris – sehr sicher für seine Insassen. Auch hier verhindert z. B. der mittlere Airbag, dass zwei vorne Sitzende gegeneinanderprallen. Befindet sich allerdings der Fahrer allein im Auto, verhindert dieser Airbag nicht, dass er beim Seitenaufprall unter Umständen mit dem Kopf gegen die Beifahrertür schlägt. Beim Frontcrash gibt es hingegen wenig zu bemängeln, Verletzungsgefahr besteht für den Fahrer im Brustbereich. Beim Fußgängerschutz gibt es, wie bei praktisch jedem Auto das Problem zu harter A-Säulen, die bei einer Kollision schwere Verletzungen verursachen. Außerdem: Der id3 verfügt über ein Notbremssystem mit Fußgängererkennung, das in den meisten Situationen funktioniert – nur beim Abbiegen an einer Kreuzung wurde ein querender Fußgänger nicht erkannt. Hier hat das System im Toyota Yaris die Nase vorn.
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Aviso an die Redaktionen: Alle Tests des Mobilitätsclubs findet man unter www.oeamtc.at/tests.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
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Bilder & Grafiken

ÖAMTC-Crashtest Oktober 2020: VW ID.3 © ÖAMTC ÖAMTC-Crashtest Oktober 2020: VW ID.3 © ÖAMTC
ÖAMTC-Crashtest Oktober 2020:  Toyota Yaris © ÖAMTC ÖAMTC-Crashtest Oktober 2020: Toyota Yaris © ÖAMTC

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