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Bei Umkehrunfällen wurden im Vorjahr 101 Personen schwer verletzt, drei Personen tödlich

Wendemanöver sollten umsichtig erfolgen – das gilt auch auf Privatgrundstücken

Generell sollten Fahrzeuglenker bei Rückfahr- oder Wendemanövern im Straßenverkehr besonders aufmerksam agieren – unabhängig davon, ob das Fahrzeug über moderne Fahrerassistenzsysteme verfügt. Denn schon bei niedrigen Geschwindigkeiten können beim Retourfahren schwere Unfälle passieren. Im Jahr 2019 sind im Zusammenhang mit Rückwärtsfahren oder bei Umkehrmanövern 101 Personen schwer verletzt worden, die traurige Bilanz: drei Menschen verunglückten tödlich (Quelle: Statistik Austria/Bearbeitung durch die ÖAMTC-Unfallforschung). "Passanten und Radfahrer können trotz geringem Fahrtempo beim Zurückschieben leicht übersehen werden. Daher ist es wichtig, immer den 3-S-Blick anzuwenden. Bei Fahrzeugen mit modernen Assistenzsystemen sollte die Blickführung über den Bildausschnitt der Rückfahrkamera geübt werden. Man darf sich aber nicht nur auf moderne Assistenzsysteme verlassen. Die Verantwortung liegt beim Lenker", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Viele Rückfahrunfälle passieren auf privaten Flächen – Dunkelziffer vermutlich hoch

Viele Rückfahr- und Wendeunfälle passieren auf Privatgrundstücken wie Hofeinfahrten, Garagenvorplätzen, Grundstückzufahrten, Schulparkplätzen, Firmengeländen etc. und werden in der offiziellen Unfallstatistik nicht erfasst. Seidenberger: "Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer der tatsächlich verletzten und überrollten Personen im bekannten Terrain hoch ist. Wendemanöver sind daher mit äußerster Vorsicht durchzuführen – besonders, wenn mit Kleinkindern, Fahrrad- und Rollerlenkern oder älteren Personen im Nahbereich zu rechnen ist." Ebenso gilt erhöhte Aufmerksamkeit beim Wenden und Retourfahren, wenn die Scheiben nass, beschlagen oder angeeist sind und das Umfeldlicht schwach ist.

"Aber auch Fußgänger und Fahrradfahrer sollten sich bewusst sein, dass sie leicht übersehen werden können. Es ist daher nicht ratsam, knapp hinter einem ausparkenden Pkw stehen zu bleiben oder sich in letzter Sekunde daran vorbeibewegen zu wollen", rät die Expertin des Mobilitätsclubs. Junge Verkehrsteilnehmer müssen speziell darauf hingewiesen werden, nicht hinter Fahrzeugen zu spielen oder sich zu verstecken. "Kinder erachten Einfahrts- oder Garagenvorplätze oft als Spielbereich und gehen nicht davon aus, dass sie von einem Familienmitglied übersehen werden könnten. Das kann fatal enden", mahnt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Wenn es die Verkehrssicherheit erfordert, muss sich der Lenker laut StVO von einer geeigneten Person einweisen lassen. "Keinesfalls sollte man blind rückwärtsfahren. Das kann bei einem Unfall nämlich auch rechtliche Konsequenzen haben", sagt Seidenberger abschließend.

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