Alle vier Jahre ist Gold plötzlich überall das Gesprächsthema – und 2026 ist es auch wieder so weit: Am 6. Februar starten die Olympischen Winterspiele. Mein persönliches Highlight? Curling. Eine der wenigen Sportarten, die ich mir tatsächlich gern im Fernsehen anschaue. Die meisten Österreicher:innen fiebern wohl eher bei Skirennen, Biathlon oder Skispringen mit.
Viele verfolgen die Bewerbe gemütlich von der Couch aus – andere reisen direkt zu den Wettkämpfen, um Olympia live zu erleben. Heuer ist das besonders verlockend: Die Spiele finden erstmals seit 20 Jahren wieder in Europa statt und noch dazu in einem unserer liebsten Urlaubsländer. Italien liegt quasi vor der Haustür.
Von 6. bis 22. Februar 2026 wird Norditalien zur großen Olympia-Bühne. Die Wettkämpfe verteilen sich auf mehrere Austragungsorte – von Mailand über Cortina bis Livigno – und auf die Regionen Lombardei, Venetien, Südtirol und Trentino. Im März folgen direkt im Anschluss die Paralympischen Winterspiele.
Während ich mir nur überlegen muss, welcher Snack zum Curling-Abend passt, sollten alle, die live vor Ort dabei sind, ihre Anreise gut planen – egal ob mit Bahn, Auto oder Camper. Hier kommen die wichtigsten Tipps für den Weg nach Italien.
Anreise mit Bahn und Bus
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Norditalien reist, ist meist am entspanntesten unterwegs – zumindest, was die Vorbereitung betrifft. Vor allem aus dem Westen Österreichs gibt es schnelle und regelmäßige Zugverbindungen. Sind Tickets gebucht, Reisedokumente gecheckt und die Unterkunft organisiert, ist das Gröbste erledigt.
Ein kleiner Tipp: lieber kompakt packen. Kleine Koffer oder Rucksäcke sind in Zug und Bus deutlich angenehmer als schweres Gepäck.
Mobil vor Ort
Die Organisator:innen setzen auf umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten und bieten Shuttlebusse zu den Wettkampfstätten an. So kommt man auch ohne eigenes Auto bequem ans Ziel.
Anreise mit dem Auto
Mit dem eigenen Auto zu reisen bedeutet Flexibilität und meist mehr Platz – erfordert aber auch etwas mehr Planung. Diese Punkte sollten Autofahrer:innen im Blick haben:
* Winterausrüstung: In Italien gibt es keine landesweite Winterreifenpflicht. In Südtirol hingegen sind vom 15. November bis 15. April Winterreifen unter anderem im Stadtgebiet von Bozen sowie auf der Brennerautobahn A22 bis Affi vorgeschrieben.
Viele Olympia-Orte liegen in höheren Gebieten und sind nur über Berg- oder Passstraßen erreichbar. Einige Pässe sind im Winter gesperrt, andere können bei starkem Schneefall kurzfristig unpassierbar sein oder Schneeketten erfordern. Eine gute Routenplanung im Vorfeld zahlt sich aus.
* Luegbrücke: Auf der A13 kommt es derzeit wegen Bauarbeiten auf der Luegbrücke zu Verkehrseinschränkungen. Der Verkehr wird einspurig geführt, Verzögerungen sind möglich – also besser etwas mehr Zeit einplanen.
* Maut: Die Autobahnmaut in Italien ist streckenabhängig. Auf manchen Abschnitten wird sie über das sogenannte Free-Flow-System eingehoben: Fahrzeuge werden automatisch erfasst, die Gebühr später abgebucht. Zahlen vor Ort ist dort nicht möglich, eine vorherige Registrierung von Fahrzeug und Zahlungsmittel ist nötig.
Zusätzlich gibt es Strecken mit Pauschalmaut, etwa den Munt-la-Schera-Tunnel, der die Schweiz mit dem Olympia-Ort Livigno verbindet.
* Zufahrtsbeschränkungen und Car Pass: Während der Spiele sind die Olympia-Areale in Zonen eingeteilt, die nur mit einem Car Pass befahren werden dürfen. Dieser ist als Tages- oder Mehrtagespass erhältlich, gilt nur an Veranstaltungstagen zu festgelegten Zeiten und wird in diesem Zeitraum auch für die Durchfahrt durch den Munt-la-Schera-Tunnel benötigt.
Generell sollte man bedenken: Italien hat viele verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL) und City-Mautsysteme. Besonders in Mailand und der Lombardei sind Durchfahrtsverbote weit verbreitet – auch für Olympia-Besucher:innen.
Neben Führerschein und Zulassungsschein empfehlen wir auch die Internationale Versicherungskarte dabei zu haben – sie kann im Ernstfall viel Zeit sparen.

Anreise mit dem Camper
Wintercamping liegt im Trend – warum also nicht mit dem Camper zu den Spielen fahren und die Unterkunft gleich dabeihaben? Wichtig ist, dass Fahrzeug und Ausrüstung winterfest sind. Tipps rund ums Campen in der kalten Jahreszeit gibt es hier: www.campingclub.at/ski_camping.
Grundsätzlich gelten für Camper dieselben Regeln wie für Pkw, wobei Maut- oder Fahrverbote je nach Fahrzeugklasse abweichen können. Besonders wichtig: In Italien ist Wildcamping verboten. Übernachten ist nur auf offiziellen Camping- oder Stellplätzen erlaubt. Wer im öffentlichen Raum campen möchte, muss sich vorab bei den zuständigen Behörden informieren – sonst drohen Strafen.
Viele Camper:innen lassen sich nicht von niedrigen Temperaturen abschrecken und campen auch in der kalten Jahreszeit – Voraussetzung dafür ist jedoch eine gute Vorbereitung

Gelbe Engel in Bormio
Ist die Anreise geschafft, steht dem Olympia-Erlebnis nichts mehr im Weg. In Bormio könnte Besucher:innen dabei auch ein gelber Notarzthubschrauber auffallen – hoffentlich nur in Bereitschaft.
Denn die ÖAMTC-Flugrettung stellt einen von drei Notarzthubschraubern und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur notfallmedizinischen Sicherheit vor Ort. Der in Bormio stationierte, mit einer Winde ausgerüstete Helikopter ist während der Spiele durchgehend einsatzbereit. Fluggerät und Piloten kommen dabei aus Österreich, die Crew wird vom langjährigen Partner Aiut Alpin aus Südtirol gestellt – ein starkes Beispiel für gelebte internationale Zusammenarbeit in der Flugrettung.
Ich verfolge die Spiele diesmal vom Sofa aus – mit Snacks und Curling im Blick. Allen, die sich auf den Weg nach Italien machen, wünsche ich eine entspannte Anreise und unvergessliche Olympia-Momente.



- Die Crew mit ÖAMTC Notarzthubschrauber in Bormio © ÖAMTC
- Gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Aiut Alpin aus Südtirol stellt die ÖAMTC-Flugrettung einen von drei Notarzthubschraubern bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien. © ÖAMTC
- Gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Aiut Alpin aus Südtirol stellt die ÖAMTC-Flugrettung einen von drei Notarzthubschraubern bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien. © ÖAMTC

Autorin
Eberharter Anna (she/her) ist seit Jänner 2022 beim ÖAMTC im Team der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ihre Themenschwerpunkte beim Mobilitätsclub sind Reisen und Tourismus sowie Diversität und Inklusion. In ihrer Freizeit setzt sich Eberharter für Feminismus und Gleichstellung ein. Sie ist kunstinteressiert, mag Bücher und Podcasts und hat ein Faible für Zimmerpflanzen.
