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ÖAMTC und Vielfalt

Fragen an Diversitätsmanagerin Nasila Berangy-Dadgar.

ÖAMTC auf der Regenbogenparade Matthias Fenzl

Die Regenbogenparade ist der Höhepunkt der Vienna Pride – am 17. Juni haben rund 250.000 Menschen gemeinsam gefeiert und für Vielfalt und Toleranz demonstriert. Der ÖAMTC war heuer zum zweiten Mal mit Abschleppwagen dabei. Im Juni strahlt alles in Regenbogenfarben – aber was, wenn der Pride-Month vorbei ist? Warum ist es für Unternehmen wichtig, an der Regenbogenparade teilzunehmen? Und wozu gibt’s bei einem Mobilitätsclub überhaupt ein Diversitätsmanagement?

Wir haben bei Nasila Berangy-Dadgar, Diversitätsmanagerin beim ÖAMTC, nachgefragt:

ÖAMTC auf der Regenbogenparade Matthias Fenzl
ÖAMTC auf der Regenbogenparade, © Matthias Fenzl

Was machst du als Diversitätsmanagerin genau?

Ganz allgemein könnte man sagen, dass ich im Unternehmen Strukturen und Rahmenbedingungen hinterfrage, um Chancengleichheit zu forcieren. Ich mache Bewusstseinsarbeit für Diversität und Inklusion und bin zuständig für die strategische Verankerung des Themas in die Unternehmens- und Personalpolitik. Konkret heißt das, dass ich Arbeitsgruppen bilde, Workshops konzipiere und durchführe, Projekte initiiere und sowohl intern als auch extern zum Thema Diversität berate.

Warum waren wir bei der Regenbogenparade dabei?

Gegenfrage: Warum nicht? Die Regenbogenparade setzt sich für die Akzeptanz aller Menschen ein. Mit der Teilnahme setzen auch wir ein sichtbares Zeichen für die Rechte aller Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Identität, der sozialen oder geografischen Herkunft, von Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Weltanschauung sowie physischen und kognitiven Fähigkeiten.

Als größter Verein Österreichs sind nicht nur unsere Mitglieder, sondern vor allem auch unsere Mitarbeitenden divers und vielfältig – das wollen wir auf der Regenbogenparade gemeinsam feiern und die LGBTQIA*-Community unterstützen.

Chancengleichheit und Gleichwertigkeit sind übrigens auch in unseren Vereins-Statuten festgelegt.
Nasila Berangy-Dadgar, ÖAMTC-Diversitätsmanagerin

Einmal im Jahr öffentlich für Vielfalt sein, ist das nicht pink-washing?

Pink-washing wäre es, wenn wir uns nur einmal im Jahr im Juni engagieren würden. Es ist ganz klar: Wer Diversität im Unternehmen leben will, muss sich rund ums Jahr für Vielfalt einsetzen. Die Inklusive Sprache ist dabei ein wichtiger Schritt für uns, dadurch wird sowohl intern als auch extern im Arbeitsalltag Diversität und Inklusion gelebt. Da es vielen Mitarbeiter:innen, vor allem beim Sprechen, nicht auf Anhieb leichtfällt, inklusiv zu kommunizieren, bekommen alle neuen Mitarbeiter:innen im Zuge des On-Boarding-Prozesses einen Workshop zum Thema Diversität und eine Einführung in die Inklusive Sprache. Wir sind überzeugt, dass Sprache Wirklichkeit schafft und "mitgemeint" ist uns eben zu wenig – aber nur inklusive Sprache allein ist nicht genug.

So wie die Pride im Juni gehören auch an allen anderen Monaten öffentliche Diskussionen zu Geschlechtervielfalt, Auseinandersetzungen mit LGBTQIA* und Nicht-Binarität und das kritische Hinterfragen bestehender Strukturen zu meinem Arbeitsalltag und Diversitätskonzept. Dazu veranstalten wir zweimal jährlich das Diskussionsforum Diversität – wir laden zu einem bestimmten Thema Expert:innen ein und diskutieren mit Mitarbeiter:innen und externen Besucher:innen über gesellschaftsrelevante Themen.

Zurück zur Pride: Wie finden es die Mitarbeiter:innen, dass der ÖAMTC an der Parade teilnimmt?

Natürlich gibt es auch ein paar Kritiker:innen – wo nicht? Aber eine viel größere Gruppe – die Mehrheit – freut sich, dass wir auf der Pride vertreten sind und wir uns als Organisation öffentlich zu Toleranz, Vielfalt und Gleichstellung bekennen. Und selbst wenn sich nur ein paar Community-Mitglieder, die bei uns arbeiten oder ÖAMTC-Mitglieder sind, durch unsere Teilnahme bei der Pride wertgeschätzt, gesehen und respektiert fühlen, zahlt es sich meiner Meinung nach aus. Der ÖAMTC ist divers und kann das auch stolz zeigen.

Und was, wenn die Pride wieder vorbei ist?

Beflügelt durch die Energie, die wir auf der Pride gesammelt haben, arbeiten wir dann weiterhin an einer offenen und vielfältigen Unternehmenskultur, in der es keine Rolle spielt, welche geografische oder soziale Herkunft, welches Alter, welche Religionszugehörigkeit, welche Behinderung oder eben welche sexuelle Identität und welches Geschlecht eine Person hat. Community-Mitglieder sollen sich wohlfühlen, sich outen können, wenn sie es möchten und sich vor allem an ihrem Arbeitsplatz respektiert fühlen und in ihren Anliegen gesehen werden.

Was wünscht du dir im Umgang mit Diversität in Unternehmen?

Ich würde mir wünschen, dass der Fokus davon weggeht, was nicht möglich ist. Stattdessen der Blick auf die Möglichkeiten gerichtet wird. Weg von einem Defizit-orientierten, hin zu einem out Of the Box-Denken. Ich bin manchmal auch etwas ungeduldig und würde mir wünschen, dass Veränderungen schneller passieren. Es ist ein Prozess und wir sind auf dem richtigen Weg.

ÖAMTC auf der Regenbogenparade Matthias Fenzl
Unser Kollege Marijo, © Matthias Fenzl
Anna Eberharter  Katharina Brunner

Autor:in

Eberharter Anna (she/her) ist seit Jänner 2022 beim ÖAMTC im Team der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ihre Themenschwerpunkte beim Mobilitätsclub sind Reisen und Tourismus sowie Diversität und Inklusion. In ihrer Freizeit setzt sich Eberharter für Feminismus und Gleichstellung ein. Sie ist kunstinteressiert, mag Bücher und Podcasts und hat ein Faible für Zimmerpflanzen.

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