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Vorsicht bei Urlaubssouvenirs – hohe Strafen drohen

Bei Einfuhr gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sind sogar Freiheitsstrafen möglich. Aus diesem Grund sollte auf ausgefallene Souvenirs verzichtet werden.

Vorsicht bei Urlaubssouvenirs © iStockphoto
Vorsicht bei Urlaubssouvenirs © iStockphoto

Artenschutzübereinkommen CITES

Produkte aus Elfenbein, Tropenhölzern und Muscheln gelten als beliebte Urlaubssouvenirs, die jedoch für Schwierigkeiten sorgen können. Viele Tier- und Pflanzenarten sind bedroht. Der Handel mit ihnen vergrößert ihre Gefährdung. Daher regelt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen "CITES" den nachhaltigen Handel von rund 30.000 Pflanzen und 5.600 Tieren.

Wer entsprechende Souvenirs in die EU einführen möchte, benötigt eine Ausfuhrgenehmigung der CITES-Behörde im Herkunftsland und eine Einfuhrgenehmigung des österreichischen Umweltministeriums (BMLFUW). Wer ohne Genehmigung das Souvenir mitbringt, dem droht eine Geldstrafe von bis zu 40.000 Euro. Auch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren ist möglich.

Worauf man wo achten sollte:

Europa

Innerhalb der EU ist keine Genehmigung nötig, bei besonders geschützten Arten aber teilweise eine Bescheinigung. Das ist beispielsweise bei einigen Orchideenarten der Fall. Man sollte außerdem darauf achten, welche Gebiete zur EU gehören. Französisch-Guayana ist beispielsweise Teil der EU, Französisch-Polynesien nicht.

Mittelmeerländer

Schildkrötenpanzer © Martin Rose Schildkrötenpanzer In beliebten Ferienorten werden oft Korallen oder Riesenmuscheln angeboten, die aus anderen Ländern stammen. Skepsis ist auch bei Schmuckstücken aus Schildkrötenpanzern geboten. In Griechenland ist die Ausfuhr von Antiquitäten ohne Genehmigung des griechischen Kulturministeriums verboten und strafbar. Und auch in Kroatien ist die Ausfuhr von Kultur- und Kunstgegenständen ohne Genehmigung verboten.

Afrika

Elfenbeinfiguren © Martin Rose Elfenbeinfiguren Die Mitnahme von Produkten aus Elfenbein, Fellen von Raubkatzen sowie Lederprodukten von Flusspferd, Nashorn oder Krokodil- und Schlangenarten ist – mit Ausnahme weniger Länder – verboten.

China

Handtasche aus Pythonleder © Martin Rose Handtasche aus Pythonleder Genehmigungen sind für Produkte aus Schlangen- und Eidechsenhäuten, Arzneimitteln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und Schnitzereien aus Zähnen und Hörnern von Flusspferd und Walross notwendig.

Indien

Pashmina Tücher © tommy / flickr.com Pashmina Tücher Auf Shahtoosh-Tücher aus der Wolle des Fells der Tibetantilope sollte man verzichten. Die Tibetantilope ist eine gefährdete Tierart. Pashmina aus Kashmir sind eine gute Alternative.

Karibik

Kakteen © Martin Rose Kakteen Kakteen und Orchideen müssen genehmigt werden, ebenso Andenken aus Steinkorallen und Panzer der Meeresschildkröte. Vorsicht ist auch bei Haifischzähnen, Kakteen, Zierpflanzen und Hartholzschnitzereien geboten.

Russland

Kaviar © Martin Rose Kaviar Für die Ausfuhr erlaubt sind maximal 125 Gramm Stör-Kaviar für den persönlichen Bedarf.

Thailand

Orchidee © Conny Sandland / flickr.com Orchidee Orchideen dürfen nur mit Genehmigung ausgeführt werden, da die Pflanzen stark gefährdet sind und der Handel mit ihnen gesetzlich streng geregelt ist.

Australien

Eine Ausfuhrgenehmigung ist für fast alle wild vorkommenden Tiere und Pflanzen nötig. Känguruprodukte dürfen mitgenommen, aber nicht weiterverkauft werden.

Amazonas-Region

Der Verkauf von an Land lebenden Wildtieren und daraus hergestellten Souvenirs ist verboten, entsprechende Gegenstände können vom Zoll beschlagnahmt werden. Reisende sollten auch keine Produkte aus Arafedern oder Ozelotfell kaufen.

Zollfreigrenzen beachten

Auch wenn man Andenken mitbringt, die nicht gegen den Artenschutz verstoßen, sollte man aufpassen und jeden Einkauf mit einer Rechnung belegen können. Ansonsten schätzt der Zoll den Warenwert und das kann teuer werden. Aus einem Nicht-EU-Land dürfen Flugreisende nur Waren für den persönlichen Gebrauch im Wert von 430 Euro zollfrei einführen. Für jene, die mit anderen Verkehrsmitteln reisen, gilt die 300 Euro-Grenze, für Urlauber unter 15 Jahren einheitlich die 150 Euro-Grenze. Versucht man, etwas am Zoll vorbei zu schmuggeln, wird eine Steuernachzahlung fällig und man muss mit hohen Geldstrafen rechnen.

Informationsquellen für Reisende

Informationen zu den Ein- und Ausfuhrbestimmungen eines Reiselandes findet man in der weltweiten ÖAMTC Länder-Info. Auskünfte zu den Zollbestimmungen bei der Einreise nach Österreich gibt es beim Finanzministerium.

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