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Reisestorno: Umweltkatastrophen und Unruhen

Straßenschlachten vor dem Hotel, Ölteppich am Strand oder Aschenwolke nach Vulkanausbruch - ist Reisestorno möglich?

Reisebefragung.jpg © ÖAMTC
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Aschenwolke nach Vulkanausbruch, Unruhen, Terroranschläge oder Ölteppiche am Strand - manchmal haben viele Urlaubsreisende schlechte Karten in der Hand. Doch all diese punktuellen Ereignisse rechtfertigen grundsätzlich derzeit noch kein kostenloses Reisestorno.

Beispiel Ölteppich auf Strand …

Das Recht auf ein kostenloses Storno einer Pauschalreise hat man dann, wenn das Hotel in der betroffenen Region liegt und die Infrastruktur in der direkten Umgebung stark beeinträchtigt ist. Wenn beispielsweise der Strand, der im Katalog besonders angepriesen wurde, aufgrund eines Ölteppichs nicht benutzbar ist, dann hat der Urlaub seinen Zweck verfehlt. Hier sind die Veranstalter aufgerufen, einen Gratisausstieg aus dem Vertrag oder eine Umbuchungsmöglichkeit anzubieten.

Höhere Gewalt als Stornogrund

Ein kostenfreies Storno ist auch dann zulässig, wenn die Reise aufgrund höherer Gewalt unmöglich und für den Konsumenten unzumutbar wird. Darunter versteht man ungewöhnliche und unvorhergesehene Ereignisse wie etwa Kriege, Epidemien oder Naturkatastrophen. Wenn die Gefahr eine Intensität angenommen hat, die auch bei einem Durchschnittsreisenden Angstgefühle auslöst, besteht ein Recht auf einen kostenlosen Rücktritt. Das sogar unabhängig von einer allfälligen Reisewarnung des Außenministeriums.

Ein Storno ist aber nur dann durchsetzbar, wenn der Urlaubsantritt und die Gefahrensituation zeitlich eng beieinander liegen. Liegt das Reiseziel nicht in der direkt betroffenen Krisenregion oder geht der Urlaub erst in zwei Wochen los, dann heißt es noch zuwarten und die weitere Entwicklung beobachten.

Vereinzelte Unruhen gelten noch nicht als höhere Gewalt: Tritt der Kunde also wegen eines Terroranschlages im Urlaubsland aus Vorsichtsgründen vom Vertrag zurück, fallen die Stornokosten im vollen Umfang an. Auch Stornoversicherungen bieten in diesem Fall keinen Schutz.

Weiten sich die Anschläge jedoch auf eine ganze Region aus, kann der Kunde kostenfrei von einer Reise in dieses Gebiet zurücktreten. Kein kostenfreies Storno gibt es allerdings dann, wenn derartige Umstände bereits bei der Buchung bekannt waren. In diesem Fall wurde das Risiko bewusst in Kauf genommen.

Gefahr tritt erst während des Urlaubes ein

Wenn die Gefahr in Form von Unruhen, Epidemien oder Naturkatastrophen erst am Urlaubsort eintritt und die Reise daher frühzeitig abgebrochen werden muss, hat der Veranstalter einer Pauschalreise den Rücktransport zu organisieren und diesen auch zu zahlen. Für diesen Fall ermöglichen teilweise auch die gängigen Stornoversicherungen einen kostenlosen Abbruch der Reise.

ÖAMTC-Tipps

Für Reisende, die über die aktuelle Situation in ihrem Urlaubsland unsicher sind:

  • Wenn der Abflug unmittelbar bevorsteht, umgehend mit dem Reiseveranstalter Kontakt aufnehmen und gemeinsam nach Alternativen suchen.
  • Lässt der Reiseveranstalter ein kostenfreies Storno nicht zu, muss er zumindest eine Umbuchung auf eine gleichwertige Reise anbieten. Wer die angebotene Ersatzreise aus plausiblen Gründen nicht antreten will oder kann, sollte dies dem Reiseveranstalter umgehend mitteilen

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