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ÖCC: Durch Nordamerika mit dem Wohnmobil – verschiffen oder leihen?

Bei längeren Reisen lohnt sich Mitnahme des eigenen Fahrzeugs – Vor- und Nachteile im Überblick

Sei es der Roadtrip noch im heurigen Herbst oder doch erst im Frühling 2020 – die USA und / oder Kanada rangieren weit oben auf der Beliebtheitsskala von Campern. Bei der Reiseplanung kommt rasch die Frage auf, ob man für die ferne Reise das eigene Wohnmobil nutzen oder doch besser eines vor Ort mieten sollte. Der Österreichische Camping Club (ÖCC) hat sich das genauer angeschaut.

Szenario 1 – Verschiffung: Ein Wohnmobil mit den Maßen 6,10 Meter Länge, 2,30 Meter Höhe und 2,85 Meter Breite hat ein Volumen (Länge x Höhe x Breite) von rund 40 Kubikmetern. "Bei einem Durchschnittspreis von 49 Euro pro Kubikmeter ergeben sich dabei Transportkosten von rund 1.960 Euro pro Strecke, also etwa 4.000 Euro für hin und retour", weiß ÖCC-Präsident Tomas Mehlmauer. Hinzu kommen noch Hafengebühren in Höhe von etwa 400 Euro. "Ein Stellplatz am Schiff sollte ein bis zwei Monate vorab reserviert werden", fügt der Experte hinzu. Reisende können oftmals mit auf das Frachtschiff – doch die meisten werden sich für die Anreise mit dem Flugzeug entscheiden. Im "Regelfall" läuft es so: Das Fahrzeug wird zwei Tage vor Abfahrt des Schiffes in den Hafen gebracht.

Als europäische Häfen kommen mehrere in Frage wie z. B. Bremerhaven oder Hamburg, auch Zeebrugge in Belgien ist möglich. Die Kosten der Anreise hängen von der Fahrdauer und den Tankpreisen ab, sind also sehr individuell und hängen auch vom eigenen Wohnort ab. 

Die Überfahrt, beispielsweise an die Ostküste der USA, dauert dann knapp eine Woche. Reisende fliegen dann ihrem Wohnmobil hinterher und holen es nach zwei Arbeitstagen am Zielhafen wieder ab. 

Die Einfuhr ist unproblematisch: Touristen können ihr Fahrzeug bis maximal zwölf Monate lang zollfrei und ohne Erfüllung der strengen US-Vorschriften nach Nordamerika einführen. Ein "Carnet de Passage" (bestimmtes Grenz- und Zolldokument für "Urlaubsfahrzeuge") oder technische Umrüstungen sind nicht erforderlich. Durchaus benötigt wird aber eine amerikanische Haftpflichtversicherung, deren Prämienhöhe vom Zeitwert des Fahrzeugs sowie vom Alter und dem Familienstand des Antragsstellers abhängig ist. Für die Abbuchung der Prämie ist eine Kreditkarte Voraussetzung. Tipp des Experten: Die heimische Versicherung kann für den Zeitraum der Reise abgemeldet werden. "Auch gut zu wissen: Es gibt keine Probleme mit amerikanischen Anschlüssen", sagt Mehlmauer. Gasadapter zum Füllen der Gasflaschen oder zum Anschluss amerikanischer Gasflaschen und ein Trafo, der 110/115 auf 220/230 Volt wandelt, sind im Fachhandel erhältlich.

Beim Mieten auf Kleingedrucktes und Extrakosten achten 

Szenario 2 – vor Ort mieten: Leiht man sich einen Monat lang vor Ort ein Wohnmobil, fallen dafür mindestens rund 2.500 Euro an. Der Preis beinhaltet meist eine Versicherung ohne Selbstbehalt, unlimitierte Meilen und eine "Generator Flatrate" (d.h. der Generator kann unlimitiert ohne Extrakosten genutzt werden). "Das Höchstalter für die Anmietung eines Wohnmobils liegt oft bei 75 Jahren. Ältere Lenker dürfen mit ärztlichem Attest meist trotzdem fahren", sagt der ÖCC-Experte. Achtung: Das Kleingedruckte im Mietvertrag sollte man genau lesen. Es muss klar geregelt sein, was im Falle eines Fahrzeugschadens zu tun ist. Mehlmauer gibt zu bedenken: "Sind Abhol- und Retourstation nicht ident, fallen bei den meisten Vermietern zusätzliche Gebühren an. Das kann sich bei weiten Strecken und wenig Zeit aber lohnen, da man nicht an den Ausgangspunkt zurück muss."

Fazit des Vergleichs: "Möchte man mindestens etwa zwei Monate durch Nordamerika reisen, zahlt sich die Mitnahme des eigenen Fahrzeugs aus", resümiert der ÖCC-Präsident. "Ein Vorteil liegt auch darin, dass man seine persönlichen Utensilien dabei hat. Außerdem wird die An- und Abreise angenehmer, weil man das Gepäck mit dem Wohnmobil verschiffen kann."

Ob eigen oder geliehen: Der Internationale Führerschein muss auf jeden Fall dabei sein – erhältlich u.a. beim ÖAMTC. Für die Einreise in die USA ist die elektronische Reisegenehmigung (ESTA) unerlässlich – sie muss mindestens 72 Stunden vor der Einreise beantragt werden. Für Reisen nach Kanada ist eine elektronische Reisegenehmigung (eTA) zwingend erforderlich.

Bereits 13.000 Mitglieder verlassen sich auf die kompetente Beratung der ÖCC-Experten – nähere Informationen zum Club, seinen Services und zum Campen allgemein findet man unter www.campingclub.at.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
https://www.oeamtc.at

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MEHLMAUER Tomas © ÖAMTC/Postl
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