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ÖAMTC zu deutschem Diesel-Urteil: Hardware-Nachrüstung wieder am Tisch

Konsumenten dürfen nicht gezwungen werden, Versäumnisse von Herstellern und Politik auszubaden

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute, Dienstag, festgestellt, dass deutsche Städte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge anordnen dürfen. Der ÖAMTC geht nun davon aus, dass in Deutschland wieder intensiv über eine Hardware-Nachrüstung für einen Teil der Diesel-Fahrzeuge diskutiert wird. Tests von ÖAMTC und ADAC zeigen, dass mittels nachträglichem SCR-Filter-Einbau Stickstoffoxid-Reduktionen bis zu 90 Prozent möglich sind. "Offen ist freilich, wer die Kosten, die auf 1.400 bis 3.300 Euro pro Fahrzeug geschätzt werden, tragen soll", erklärt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Darüber wird in Deutschland nun debattiert werden. "Wenn es allerdings bei unseren Nachbarn zu verpflichtenden Hardware-Nachrüstungen kommt, ist davon auszugehen, dass eine ähnliche Maßnahme über kurz oder lang auch in Österreich folgen wird", sagt Wiesinger.

In Österreich keine Fahrverbote zu erwarten

"Fahrverbote nach deutschem Vorbild sind nach dem Urteil in Österreich dennoch nicht zu erwarten", erklärt der ÖAMTC-Interessenvertreter. "Das Niveau der Belastung ist bei uns deutlich geringer. Selbst direkt an österreichischen Stationen, die derzeit zu hohe Belastungen messen, ist absehbar, dass die Grenzwerte in naher Zukunft durch den natürlichen Austausch des Kfz-Bestandes eingehalten werden." So hat beispielsweise die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima vergangene Woche Fahrverbote in der Bundeshauptstadt ausgeschlossen.

Zwar ist in Deutschland mit der Einführung von Fahrverboten erst in einigen Monaten und auch nur für bestimmte Straßenabschnitte bzw. Euro-Abgasklassen zu rechnen. "Grundsätzlich kann es aber nicht sein, dass die Konsumenten für das Ausnutzen aller Spielräume bei der Abgasprüfung durch die Hersteller und auch für das Kontrollversagen der Politik die Zeche zahlen sollen", kritisiert Wiesinger. "Fahrverbote wirken für die betroffenen Dieselbesitzer wie eine Enteignung, weil die Fahrzeuge nicht mehr genutzt werden können." Unter einem sinkenden Diesel-Wiederverkaufswert in Deutschland könnten schließlich mittel- und langfristig auch österreichische Autofahrer leiden.

Grüne Welle als Sofortmaßnahme

Schnell wirksam und schnell umsetzbar wäre freilich eine "Grüne Welle" in Städten. "So könnten nach ÖAMTC-Schätzungen beispielsweise 20 Prozent NOx in Wien eingespart werden", hält Wiesinger abschließend fest.

Rückfragehinweis:

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