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ÖAMTC Fahrtechnik: Motorradfahren im Winter nur mit angepasster Fahrweise

Schnee, Eis, Rollsplitt und schlechte Sichtbarkeit können zum Verhängnis werden  

Wer sein Motorrad oder seinen Roller in der kalten Jahreszeit nicht einwintern, sondern weiter fahren möchte, sollte besonders achtsam sein. Allein in der Wintersaison, jeweils von November bis März des nachfolgenden Jahres, ereigneten sich zwischen 2012 und 2018 im Schnitt 307 Motorradunfälle mit Personenschaden auf Österreichs Straßen, fünf Menschen verloren dabei ihr Leben (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung: ÖAMTC-Unfallforschung). "Für Kurzstrecken und in Ballungsräumen, wo man mit relativ niedriger Geschwindigkeit unterwegs ist und die Straßen geräumt sind, kann man mit Motorrad und Roller auch im Winter fahren. Wichtig ist, das richtige Bike zu wählen und Winterschutzbekleidung zu tragen“, erklärt Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.

"Voraussetzung dafür ist, immer voll konzentriert und vorausschauend zu fahren. Risikosituationen kann man so rechtzeitig vermeiden", so Scheiblauer. Motorräder haben schließlich keine Knautschzone. Je früher gefährliche Situationen erkannt werden, desto mehr Zeit bleibt für die richtige Reaktion. "Wichtig ist, immer mit Reserven unterwegs zu sein und nie am Limit zu fahren", rät der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte und fügt hinzu: "Man darf sich von schwierigen Fahrsituationen nicht überraschen lassen und sollte auch auf Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer rechtzeitig reagieren können."

Auf winterliche Gefahrenquellen vorbereiten – Motorrad-Experte gibt Tipps

* Auch wenn die Winterreifenpflicht für einspurige Kfz nicht gilt, können diese helfen, die Bodenhaftung zu erhöhen und zu vermeiden, ins Rutschen oder in Schräglage zu kommen. Denn auf kalter Fahrbahn haben die Reifen generell eine schlechtere Haftung, wodurch sich der Bremsweg verlängert. Mittlerweile sind spezielle Motorrad-Winterreifen für viele Modelle erhältlich.

* Auf trockener Fahrbahn ist Rollsplitt eine der größten Gefahrenquellen. Hier gilt es, vorausschauend zu fahren und die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen.

* Für eine bessere Sichtbarkeit ist es unverzichtbar, sich mit Reflektoren auszustatten.

* Bei Schnee und Eis gilt es, aus Sicherheitsgründen das Motorrad ganz stehen zu lassen. Zudem können kalte Temperaturen manchen Fahrzeugen schaden – und damit auch der Geldbörse.

Einwintern von Motorrad und Roller

Wer sein Motorrad im Winter nicht benutzen möchte, sollte es fachgerecht einwintern. Worauf zu achten ist:

* Reinigen. Das Bike muss gründlich gereinigt werden. "Dabei sollte man besonders auf die Bowdenzüge und die Kette achten", rät der Motorradexperte der ÖAMTC Fahrtechnik.

* Volltanken. Um Korrosionsschäden bei Blechtanks vorzubeugen, empfiehlt der Motorrad-Experte, das Motorrad vollgetankt einzuwintern.

* Batterie abklemmen. "Um die Funktionstüchtigkeit der Batterie über den Winter zu erhalten, sollte man die Batterie abklemmen oder – noch besser – ausbauen und an ein Ladegerät anschließen", rät Scheiblauer.

* Luftdruck erhöhen. Vor dem Abstellen den Reifendruck etwas erhöhen und das Motorrad auf den Hauptständer stellen oder aufbocken.

* Witterungsschutz. Das Bike sollte möglichst vor Schnee, Salz und Rollsplitt geschützt werden. "Wer selbst keine witterungsgeschützte Abstellmöglichkeit hat, kann eventuell einen Garagenplatz anmieten, auch spezielle Abdeckungen bieten einen gewissen Schutz für das Zweirad", so Scheiblauer. Steht das Motorrad im Winter auf der Straße, sollte man regelmäßig kontrollieren, ob das Bike noch sicher steht. So können beispielsweise temporäre Halteverbote ein Umstellen notwendig machen.

* Stilllegen. "Wer sicher ist, dass er sein Motorrad in den Wintermonaten nicht benützen möchte, kann das Kennzeichen bei der Kfz-Zulassungsstelle seiner Versicherung hinterlegen und so das Geld für die Versicherungsprämie sparen", so der abschließende Tipp des Motorrad-Chefinstruktors der ÖAMTC Fahrtechnik.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
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