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FIA-Studie zeigt Verbesserungsmöglichkeiten bei Assistenzsystemen

Assistenten tragen viel zu Verkehrssicherheit bei – müssen aber breitere Akzeptanz finden

Dass moderne Fahrassistenzsysteme die Verkehrssicherheit erhöhen, haben Tests des Mobilitätsclubs und seiner Partner immer wieder gezeigt. "Einige der elektronischen Helfer sind bereits seit einiger Zeit vorgeschrieben, beispielsweise Reifendruckkontrollsysteme. Weitere kommen ab 2022 für neu typisierte Autos und ab 2024 für alle Neuwagen hinzu", erklärt ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel. Fünf Systeme müssen demnach in wenigen Jahren zur Serienausstattung gehören: automatischer Notbremsassistent, Spurhalteassistent, intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Müdigkeitsassistent und Notbremswarnung.

Um herauszufinden, wie die neuen Assistenzsysteme bestmöglich zur Steigerung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden können, hat die FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) eine umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen. "Neben den genannten fünf Systemen wurde im Rahmen der Studie auch der adaptive Tempomat untersucht. Der kommt zwar nicht verpflichtend, ist aber bereits jetzt in vielen neuen Autos verfügbar", hält der ÖAMTC-Experte fest.

Die wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen aus der FIA-Studie

  • Wissen schaffen: Autolenker müssen sich klar darüber sein, was ein System kann und wo die Einschränkungen liegen. Aktuell ist es laut Studie noch so, dass mangelhaftes Wissen zur Überschätzung der tatsächlichen Leistung von Assistenzsystemen führt. Daher sollte der Umgang mit den Assistenten auch verpflichtend in die Führerscheinausbildung aufgenommen werden.
  • Vertrauen bilden: Die Systeme müssen zuverlässig, genau und intuitiv bedienbar sein. Eine geringere Fehlerquote kann das Vertrauen der Nutzer maßgeblich steigern.
  • Standardisierung vorantreiben: Alles, was ein System dem Fahrer anzeigt, sollte eindeutig und intuitiv sein – und zwar international und über Herstellergrenzen hinweg. Technische Mindestanforderungen müssen ebenfalls harmonisiert werden, außerdem sollte festgelegt werden, welche Infos Fahrzeughändler ihren Kunden im Verkaufsgespräch verpflichtend geben müssen.
  • Kosten-Nutzen-Frage kommunizieren: Assistenzsysteme machen Autos in der Anschaffung teurer, aber auch die Wartungs- und Reparaturkosten steigen. Das kann Kunden abschrecken. Umgekehrt sinkt durch gute Systeme die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, der in der Regel um ein Vielfaches teurer kommt.
  • Ganzheitlich arbeiten: Das gesamte Sicherheitspotenzial kann nur im Zusammenspiel zwischen Fahrer, Fahrzeug und Infrastruktur optimal genutzt werden. Das bedeutet z. B., dass auch Infrastrukturbetreiber ihre Straßen physisch und digital ausbauen müssen, damit Systeme lückenlos funktionieren.

So wurde die FIA-Studie durchgeführt

Die Studie wurde von den niederländischen Organisationen Royal Haskoning DHV, HAN University of Applied Sciences und TNO (Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung) durchgeführt. Neben Experteninterviews, Roundtable-Gesprächen, Mystery-Shopping und On-/Offline-Recherche wurde eine Online-Befragung in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Österreich durchgeführt. Über 9.200 Personen wurden zu Wissen über, Erwartungen an und Zufriedenheit mit Assistenzsystemen befragt.

Die Studie steht bei der FIA unter www.fiaregion1.com/adas zum Download zur Verfügung.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
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ÖAMTC-Test: Assisted Driving © ÖAMTC/EuroNCAP ÖAMTC-Test: Assisted Driving © ÖAMTC/EuroNCAP
Intelligente Geschwindigkeitsassistenten im Test © ÖAMTC/Rattay Intelligente Geschwindigkeitsassistenten im Test © ÖAMTC/Rattay
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