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Auto und Smartphone – so schwierig sind Daten zu löschen

Datenbereinigung oft komplex und kaum selbsterklärend

Bei modernen Autos ist es fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden: Bevor man losfährt, wird eine Verbindung zwischen Fahrzeug und Smartphone hergestellt. Das hat Vorteile, z. B. kann man so gesetzeskonform telefonieren oder hat Zugriff auf Musik-Streaming. "Bei allem Komfort sollte man sich jedoch stets bewusst sein, dass man auf diese Weise private Daten – beispielsweise Kontaktliste, Zugangsdaten zu Musikdiensten oder Zieladressen für die Navigation – auf ein Drittsystem überträgt. Diese Informationen werden zum Teil im Fahrzeug gespeichert, in manchen Fällen sogar an den Hersteller übertragen", stellt ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel klar. "Man sollte sich also gut überlegen, ob es immer notwendig ist, die Konnektivität zu nutzen – und wie man seine Daten wieder aus dem Fahrzeug entfernen kann."

Dass letzteres nicht immer einfach ist, zeigt eine stichprobenartige Untersuchung des Mobilitätsclubs und seiner Partner: Im besten Fall sind die Menüs im Fahrzeug selbsterklärend und es reichen wenige Schritte, um die übertragenen Daten zu löschen – das ist beispielsweise beim Opel Ampera-e der Fall. Oft muss man sich hingegen tief durch die Menüs hangeln und benötigt entsprechend Zeit und Geduld. Einige Modelle benötigen bis zu acht Schritte, um die Adressbuch-Einträge im Auto zu löschen.

Mieten und Sharing – am besten kein Benutzerprofil anlegen

Ob und welche Daten im Fahrzeug verbleiben, hängt von verschiedenen Faktoren ab – nicht zuletzt auch davon, welche Daten überhaupt freigegeben wurden. "Wurde nur das Smartphone verbunden, reicht es in der Regel, das eigene Telefon aus der Geräteliste des Autos zu löschen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Hat man hingegen viele Einstellungen vorgenommen oder gar ein eigenes Nutzerprofil angelegt, sollte man sicherheitshalber die Werkseinstellungen des Auto-Infotainments wiederherstellen. "Aufgrund der Vielfalt der Systeme und entsprechend unterschiedlicher Nutzerführung empfiehlt sich dieser Schritt ohnehin, wenn man wirklich auf Nummer sicher gehen will", so Eppel. "Noch besser ist es allerdings, in Miet- und Sharing-Fahrzeugen überhaupt kein Nutzerprofil anzulegen."

Wie häufig eine Datenbereinigung notwendig ist, hängt von der Art der Kfz-Nutzung ab. "Beim eigenen Auto wird das vor allem beim Verkauf, also relativ selten, der Fall sein", hält Eppel fest. "Bei Mietfahrzeugen muss man sich spätestens bei der endgültigen Rückgabe Gedanken darüber machen, beim Sharing-Auto hingegen nach jeder Fahrt." Diese beiden Fälle – also Miete und Sharing – sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen: Löscht man die Daten nicht, kann der Nachnutzer, je nach Fahrzeugmodell, unter Umständen auf zuletzt genutzte bzw. gespeicherte Kontakt- und Navigationsdaten zugreifen und erhält damit ungewollt Einblicke ins Privatleben des Vormieters.

Mobilitätsclub fordert Transparenz – und klare Anleitungen

Von den Kfz-Herstellern fordert der Mobilitätsclub in diesem Zusammenhang im Rahmen der FIA-Initiative "My Car my Data" Transparenz – sowohl, was die gesammelten Daten als auch deren Nutzung betrifft. Unabhängig davon sind aus Sicht des ÖAMTC klare, leicht verständliche Anleitungen, wie beim Löschen vorzugehen ist, ein Muss. "Sharing- und Mietwagenunternehmen sollten ihre Kunden ebenfalls deutlich auf eventuell genutzte Daten hinweisen und gegebenenfalls selbst dafür Sorge tragen, dass die Daten gelöscht werden, bevor ein Auto erneut vermietet wird", hält Eppel abschließend fest.

Infos zur Kampagne "My Car my Data" findet man unter https://www.oeamtc.at/thema/verkehr/my-car-my-data-18126224

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
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