Ich stehe frühmorgens vor dem Auto. Es ist noch dunkel, die Kälte beißt im Gesicht, die Scheiben sind mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Ein kurzer Dreh am Zündschlüssel, ein zögerliches Ruckeln – dann endlich das vertraute Motorengeräusch. Erleichterung. Wieder einmal.
So oder ähnlich beginnt derzeit für viele der Wintermorgen: mit Eiskratzen, kalten Fingern und dem leisen Zweifel, ob das Auto heute mitspielt. Bei manchen bleibt es nicht beim mulmigen Gefühl – ihr Weg führt direkt zum Telefon und zur Pannenhilfe. Kein Wunder also, dass die Gelben Engel bei diesen Temperaturen im Dauereinsatz sind.
Kälte, Schnee und Frost stellen Autofahrer:innen jedes Jahr vor dieselben Fragen: Springt das Auto an? Halten die Reifen? Und wie rutschig ist es wirklich?

Warum klirrende Kälte der Batterie zusetzt
Im Sommer denkt kaum jemand an die Autobatterie. Doch sinkt das Thermometer deutlich unter null, ruft sie sich oft plötzlich wieder in Erinnerung. Kurze Fahrten, Kälte und viele eingeschaltete Verbraucher – vom Licht über das Gebläse bis hin zur Sitzheizung – bringen sie an ihre Grenzen. Gerade bei Fahrzeugen, die über die Feiertage oder mehrere Tage hinweg nicht bewegt wurden.
Was viele nicht wissen: Bleibt es bei kurzen Wegen, kommt die Batterie nie richtig auf Touren. Das Ergebnis zeigt sich meist genau dann, wenn es besonders kalt ist und besonders unpassend.
Die Lichtmaschine braucht nach dem Start rund zehn Minuten Fahrzeit, um den verbrauchten Strom wieder auszugleichen. Werden gleichzeitig mehrere Stromverbraucher genutzt, bleibt für das Nachladen der Batterie oft nichts übrig.
Was dem Auto bei Frost guttut
Neben der Batterie gibt es ein paar weitere Punkte, die bei Minusgraden schnell Probleme machen können:
- Kein Fließverbesserer bei Diesel: Winterdiesel ist bis etwa minus 20 Grad ausgelegt. Zusätze können die Eigenschaften sogar verschlechtern. Wer in extrem kalte Regionen fährt, sollte gezielt auf Winterdiesel achten.
- Gummidichtungen pflegen: Tür- und Kofferraumdichtungen mit Gummipflegemittel behandeln, damit sie nicht festfrieren. Wenn eine Tür klemmt: erst leicht zudrücken, nicht mit Gewalt ziehen.
- Frostschutz prüfen: Kühlerfrostschutz sollte mindestens bis minus 25 Grad reichen, Scheibenwaschanlagen-Frostschutz bis minus 20 Grad.
- Wischerblätter hochklappen: So frieren sie nicht an der Scheibe fest.
- Eiskratzer griffbereit halten: Enteisungssprays können helfen, ersetzen den Eiskratzer aber nicht. Heißes Wasser ist tabu – es kann die Scheibe beschädigen.



Kleine Ursache, große Wirkung
Der Winter verlangt dem Auto viel ab, aber schon ein bisschen Aufmerksamkeit zahlt sich jedenfalls aus. Türen, die festfrieren, Wischerblätter, die an der Scheibe kleben oder Scheibenwaschanlagen, die plötzlich streiken. Das alles passiert nicht überraschend. Und wer rechtzeitig daran denkt, kann sich einiges ersparen und auch seine Nerven schonen. Manchmal reicht ja schon ein Eiskratzer in Griffweite, um entspannter in den Tag zu starten. Und falls es doch einmal nicht weitergeht, sind die Gelben Engel auch bei Frost, Schnee und Dunkelheit unterwegs. Am besten ist es natürlich, wenn man sie gar nicht erst braucht. Aber es ist jedenfalls gut zu wissen, dass sie da sind.

Autor
Ralph Schüller mag Hubschrauber – zumindest im beruflichen Kontext als Teil des Teams der ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit. Im privaten Bereich geht er es etwas leiser an, mit dem Rad oder gerne auch per pedes. Laut nur dann, wenn er zur Posaune greift.
