Es ist 7 Uhr früh irgendwo in Österreich. Der Weg in die Arbeit verzögert sich – das Auto steht regungslos am Straßenrand, die Batterie hat in der Nacht endgültig ihren Geist aufgegeben. Zeitgleich, vielleicht nur ein paar Ortschaften weiter: Ein medizinischer Notfall in einer Wohnung, bei dem jede Minute zählt. Während viele sich noch den Schlaf aus den Augen reiben und der morgendliche Kaffee noch in den Häferln dampft, sind sie längst unterwegs: die Gelben Engel. Sie helfen bei Notlagen auf der Straße und in der Luft.
2025 war für den ÖAMTC ein Jahr im Dauereinsatz. Mehr als 700.000-mal rückte die Pannenhilfe aus, um liegen gebliebene Fahrzeuge wieder flottzumachen oder sicher von der Straße zu bringen. Gleichzeitig starteten die Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung zu 21.650 Einsätzen. Zwei Welten, ein gemeinsamer Auftrag: helfen, wenn es darauf ankommt.
Am Boden: Wenn nichts mehr geht
Rein rechnerisch bedeutet das: 1.920 Pannen pro Tag. Und an manchen Tagen deutlich mehr. Vor allem im Winter, wenn frostige Nächte Batterien schwächen, oder im Sommer, wenn Hitze, Urlaubsverkehr und lange Fahrten ihren Tribut fordern. An Spitzentagen zählte der ÖAMTC österreichweit bis zu 3.500 Einsätze – vom frühen Morgen bis spät in die Nacht.
Der häufigste Grund für den Hilferuf bleibt die Starterbatterie. Sie war auch 2025 für rund ein Drittel aller Pannen verantwortlich. Dahinter folgen Motorprobleme und Reifenschäden – Klassiker, die oft genau dann auftreten, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Und wenn eine Reparatur vor Ort nicht möglich ist, übernimmt der Abschleppdienst: über 271.000-mal im vergangenen Jahr.


In der Luft: Wenn Sekunden zählen
Während unten jemand auf den Gelben Engel wartet, hebt woanders bereits einer ab. Vielleicht wegen eines Herzinfarkts. Vielleicht wegen eines Schlaganfalls. Fast jeder zweite Einsatz der ÖAMTC-Flugrettung betrifft internistische oder neurologische Notfälle – genau jene Situationen, bei denen der Zeitvorteil aus der Luft entscheidend ist.
Im Winter verdichtet sich das Geschehen zusätzlich in den Bergen. Vier saisonale Stützpunkte ergänzen dann das dichte Netz der Flugrettung. Allein diese wurden 2025 zu 1.796 Einsätzen alarmiert. Parallel dazu wird laufend an neuen Möglichkeiten gearbeitet, um auch unter schwierigen Bedingungen helfen zu können: mit Rettungswinden für nächtliche Bergungen in schwer zugänglichem Gelände, Verfahre, um auch bei Nebel abheben zu können oder ersten "Autobahnen in der Luft", die instrumentengestütze Flüge auch unabhängig von Sicht ermöglichen sollen.

Was diese Zahlen wirklich erzählen
700.000 Einsätze. 21.650 Alarmierungen. Das klingt nach Statistik – ist aber vor allem eines: Alltag. Alltag für ÖAMTC-Mitarbeiter:innen, die bereitstehen, egal ob auf der Straße, in einer Wohnung oder hoch oben am Berg.
Diese Zahlen erzählen nicht von Ausnahmefällen. Sie erzählen von Normalität und Verlässlichkeit. Von einem System, das Tag für Tag funktioniert. Und von Hilfe, die genau dann kommt, wenn man sie braucht – oft schneller, als man denkt.
