Die Sonne blinzelt ins Tal herein, spiegelt sich am Eis der frisch präparierten Piste. Der über Nacht gefallene Schnee knirscht auf Schritt und Tritt. Es herrscht frostige Kälte. Der Puls steigt dennoch. Endlich wieder driften, rutschen, ausweichen, das Finden des richtigen Bremspunkts üben. Die eigenen Sinne schärfen. Und Spaß haben. Kaum etwas eignet sich dafür besser als ein "Snow & Fun"-Training der ÖAMTC Fahrtechnik im Fahrtechnik Zentrum in Saalfelden.
Locker starten
Die Atmosphäre bleibt locker. Nach dem ersten Kennenlernen mit dem Instruktor und den anderen Teilnehmern geht es auch schon raus auf die Piste. Im Zuge des eintägigen Trainings wird auf Asphalt, eigens präparierten Schneefahrbahnen und in der Eisarena gefahren. Beim Slalomfahren gewöhnt man sich nicht nur an den rutschigen Untergrund, man bekommt auch ein Gefühl für das eigene Auto – ein ganz entscheidender Faktor im täglichen Umgang.

Drift auf blankem Eis meistern
Nächster Programmpunkt: die Eisbahn. Eine echte Herausforderung: Einen Drift auf blankem Eis über mehrere Runden zu halten kann süchtig machen. Über Funk kommen laufend hilfreiche Tipps vom Instruktor, der von außen naturgemäß am besten erkennt, wo das Talent ausgeht, und beispielsweise darauf hinweist, mit welchen einfachen Tricks ein unter- oder übersteuerndes Auto wieder auf Kurs gebracht wird.
Ein untersteuerndes Fahrzeug schiebt über die Vorderräder geradeaus, obwohl man lenkt. Ein übersteuerndes Auto bricht hingegen mit dem Heck aus. Beide Situationen lassen sich durch gezielte Lenkbewegungen und dosiertes Gas korrigieren – Manöver, die auf der Eisbahn gefahrlos trainiert werden können.
Autofahren soll sicher sein - und Spaß machen. Mit dem "Snow & Fun" Training gelingt das definitiv.
Notmanöver auf bewässertem Asphalt
Doch nicht nur auf Eis und Schnee wird trainiert. Der Wechsel führt zurück ins Fahrtechnik Zentrum, wo auf bewässertem Asphalt fahrerische Herausforderungen wie das Anfahren bei 15 Prozent Steigung sowie wichtige Gefahren- und Notmanöver wie richtiges Bremsen und zielgerichtetes Ausweichen perfektioniert werden. Pkw-Chefinstruktor Roland Frisch bringt es auf den Punkt: "Wir haben im Rücken und im Hintern Sensoren, die die Bewegungen des Fahrzeuges aufnehmen. Dadurch erkennen wir sofort, wenn ein Auto ins Rutschen kommt."
Diese körperliche Wahrnehmung schärft sich durch das Training erheblich. Wer die Grenzen des eigenen Fahrzeugs kennt, reagiert im Ernstfall schneller und angemessener.

Finale Runden in der Eisarena
Das Highlight des Tages führt schließlich zurück in die Eisarena. Auf einem perfekt präparierten Rundkurs und Handling-Parcours wird das Gelernte noch einmal abgerufen. Die fahrerischen Grenzen werden ausgelotet. Von Runde zu Runde steigert sich die Leistung. Das Schöne und Beruhigende dabei: Die Grenzen sämtlicher Fahrmanöver können gefahrlos ausgelotet werden. Am Ende des Tages stellt sich Erschöpfung ein. Die Sinne aber sind wieder geschärft.
Warum Wintertraining Sinn macht
Ein Fahrsicherheitstraining im Winter vermittelt weit mehr als technische Fertigkeiten. Es schult die Wahrnehmung für kritische Fahrsituationen, trainiert reflexartige Reaktionen und gibt Sicherheit im Umgang mit rutschigen Fahrbahnen. Wer einmal erlebt hat, wie sich ein Fahrzeug auf Eis verhält und wie es sich wieder stabilisieren lässt, fährt im Alltag vorausschauender und gelassener.
Die ÖAMTC Fahrtechnik bietet verschiedene Wintertrainings an unterschiedlichen Standorten an. Informationen zu Terminen und Anmeldung.

Autor
Christian Stich ist Redakteur beim ÖAMTC Mobilitätsmagazin auto touring, testet dort vor allem Autos und behandelt auch Stories über Aktuelles. Privat großer Fan des runden Leders und von altem Blech, außerdem Liebhaber der tropischen Unterwasserwelt.
