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Das neue Pauschalreisegesetz

Welche Vorteile bringt es? Was muss man beachten?

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Pauschalreise - die wichtigsten Änderungen im Überblick © iStock nicolamargaret

Für Reisebuchungen ab dem 1. Juli 2018 gelten neue Regeln. Für Reisende gibt es mehr Rechte, aber auch mehr Pflichten. Die wichtigsten Neuerungen finden Sie hier von den ÖAMTC Juristen zusammengefasst.

Das Wichtigste im Überblick

Pauschalreisen sind nun extra und detailliert in einem eigenen Gesetz geregelt. Die neuen Regelungen gelten für Buchungen ab dem 1. Juli 2018.

Für eine Pauschalreise müssen mindestens zwei von vier Reiseleistungen kombiniert werden:

  • Beförderung
  • Unterkunft
  • Autovermietung - neu!
  • Andere touristische Leistung

Zu einer anderen touristischen Leistung zählt beispielsweise ein Konzertticket, Skipass, usw., nicht aber eine Leistung, die üblicherweise zur Leistung dazu gehört, wie ein inkludiertes Frühstück. Diese Leistung muss jedoch mindestens 25 Prozent des Gesamtpreises ausmachen oder sie wurde ausdrücklich beworben.

Beispiele für Pauschalreisen:

  • Hotel + Flug
  • Mietwagen + Flug
  • Mietwagen + Hotel
  • Mietwagen + Konzertticket (wenn höher als 25% des Gesamtpreises)

Keine Pauschalreisen sind folgende Buchungsvarianten:

  • Hotel + Frühstück
  • Hotel + Transfer
  • Nachtflug + Verpflegung
  • Ferienhaus + Zugang zur Sauna

Gut zu wissen

Weiterhin als Pauschalreise gilt eine Kreuzfahrt. Nicht jedoch Kurzreisen unter 24 Stunden ohne Übernachtung und eine Ferienhausmiete.

Pauschalreise oder Verbundene Reiseleistung

Eine Online-„Click-Through-Buchung“ gilt nun auch als eine Pauschalreise, wenn mindestens zwei von vier Reiseleistungen kombiniert werden und die Buchung innerhalb von 24 Stunden erfolgt. Es werden die Kundendaten weitergeleitet und eine gemeinsame Rechnung ausgestellt.

Neu sind sogenannte „Verbundene Reiseleistungen“: Es werden mindestens zwei der oben genannten Bausteine innerhalb von 24 Stunden gebucht, aber jeweils separate Verträge abgeschlossen und eigene Rechnungen ausgestellt. Es werden keine Kundendaten weitergegeben. Reisende haben in diesem Fall nun auch mehr Rechte, wenn auch etwas geringeren Schutz als bei einer Pauschalreise.

Vorteile für Reisende

  • Das Reisebüro muss im Vorfeld umfangreich im Reisevertrag über die wesentlichen Reiseeigenschaften, wie Dauer, Ort, Transport, Mahlzeiten, mögliche Mehrkosten, informieren. 
  • Der Reisevertrag kann leichter als bisher auf jemand anderen übertragen werden.
  • Neben dem Veranstalter ist nun auch das Reisebüro Ansprechpartner bei Problemen.
  • Ist der Rücktransport wegen unvermeidbarer und außergewöhnlicher Umstände nicht wie geplant möglich (beispielsweise bei Naturkatastrophen), muss sich nun der Reiseveranstalter ausdrücklich um die Reisenden kümmern und die Zusatzkosten übernehmen.

Buchungstypen & Rechte

Je nachdem wo und wie eine Reise gebucht wird, handelt es sich um eine Pauschalreise, eine verbundene Reiseleistung oder um eine individuelle Buchung. Wichtig ist dieser Unterschied im Hinblick auf die rechtliche Absicherung. 

  © ÖAMTC

Die Übersichtsgrafik finden Sie auch hier zum Download.

Laut den Ergebnissen des ÖAMTC Reisemonitorings mit dem Schwerpunkt zur Urlaubsorganisation buchen Österreicher ihren Urlaub gerne individuell und im Internet. Für sie bringt das neue Pauschalreisegesetz eine rechtliche Verbesserung, wenn die Buchung wie in den oben genannten Buchungsvarianten erfolgt. 
Mehr Infos zu den Ergebnissen der Studie

Video: Die wichtigsten Neuerungen

Worauf müssen Reisende ab Juli 2018 achten:

Das neue Pauschalreisegesetz bringt neben Vorteilen und mehr Rechten, auch einige Pflichten mit sich. Auf diese Punkte sollten Sie achten:

  • Achtung: „Ihre Zustimmung wird automatisch angenommen“

Kommt es vor Reisebeginn zu erheblichen Änderungen der Reise, wie Änderung der Reisezeiten, des Hotels, der Reiseroute, muss der Reisende vom Veranstalter informiert werden. Äußert sich der Reisende zu diesen Änderungen nicht, dann gilt das als Zustimmung!

  • Achtung: „Rügepflicht“

Läuft die Reise nicht wie gewünscht (z.B. das Hotel ist verdreckt, zu laut, die Umgebung entspricht nicht dem Versprochenen) muss der Reisende den Veranstalter oder das Reisebüro unverzüglich informieren, am besten per Mail, damit die Situation am besten noch vor Ort verbessert werden kann. Dazu muss der Reisende dem Veranstalter eine angemessene Frist setzen. Wenn die Frist abgelaufen ist, ohne dass der Veranstalter den Mangel behoben hat, darf der Reisende zur Selbsthilfe greifen und dann vom Veranstalter die Kosten verlangen.

  • Achtung: „Begrenzte Beistandspflicht“

Die Kosten für die Unterkunft, wenn die Rückreise unmöglich ist (beispielsweise bei Naturkatastrophen) werden vom Veranstalter nur drei Tage lang übernommen. Ausnahmen gibt es für Personen mit besonderem Hilfsbedarf, wie Schwangere, Personen mit eingeschränkter Mobilität, alleinreisende Minderjährige. 

ÖAMTC Reiseservice

Der ÖAMTC Reise-Service bietet allen Reisenden optimale Unterstützung – von der Reisevorbereitung bis zur Orientierung vor Ort.

Juristische Nothilfe – rund um die Uhr

Aus dem In- und Ausland erreichen Sie in einem unaufschiebbaren Notfall einen ÖAMTC Juristen auch außerhalb der Bürozeiten: in Österreich: (01) 25 120 00 aus dem Ausland: +43 1 25 120.

Mehr Infos zur ÖAMTC Rechtsberatung

Reiseplanung

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