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E-Auto vs. Verbrenner

Vom Kaufpreis bis zum Wertverlust: Ein Überblick, wann sich welcher Antrieb rechnet.

Bild zeigt mehrere Fahrzeuge stehend.
© ÖAMTC
TCO Berechnung

Womit fährt man günstiger? Mit einem Elektro-Auto oder einem Verbrenner?

Wer diese Frage klären will, muss mehr als nur den Kaufpreis berücksichtigen. Denn nicht nur Anschaffungskosten entscheiden darüber, wer das Match gewinnt. Genauso wichtig ist, was der Wagen über die Jahre an Strom oder Sprit verbraucht und was darüber hinaus noch alles anfällt.

Um diese Kosten übersichtlich und klar darzustellen, bietet sich eine spezielle Berechnungsmethode namens Total Cost of Ownership (TCO) an. Diese beschreibt die Gesamtkosten eines Autos über eine bestimmte Nutzungsdauer, in unserem Fall fünf Jahre. Berücksichtigt werden nicht nur der Kaufpreis, sondern auch der Wertverlust sowie alles, was während der Zeit an Kosten anfällt: Energie (Benzin bzw. Strom), Versicherung, Steuern, Wartung und Reparaturen.

Unterm Strich wird dadurch sichtbar, welches Auto teurer und welche Variante günstiger ist. Um zu zeigen, womit Elektro und Verbrenner punkten können, haben wir vier Modellpaare (Benziner und Elektro) in unterschiedlichen Fahrzeugklassen miteinander verglichen. Die Ergebnisse überraschen.

Oliver Danninger, ÖAMTC-Cheftechniker

„Ein TCO-Vergleich ist nicht ganz objektivierbar und immer ein Blick in die Zukunft. Der tatsächliche TCO-Wert nach Verkauf des Fahrzeugs kann ca. +/- 10 Prozent von der Berechnung abweichen. Ein weiterer Faktor beim TCO ist der Wertverlust. Dabei spielen auch Marke und Antriebstechnologie eine wesentliche Rolle. Mit dem Wissen über die größten Kostenblöcke und deren Unterschiede bildet der TCO die ideale Basis für eine gesicherte Kostenübersicht.“

Gesamtbetrachtung zählt

Aus der TCO-Rechnung lässt sich also ablesen, welches Auto über mehrere Jahre und Kilometer tatsächlich günstiger gefahren werden kann – und nicht nur, welches weniger kostet. Was unser Preisvergleich zeigt: Einer der vier Stromer schneidet bei der Gesamtbetrachtung der Kosten besser ab, zwei liegen nahezu gleichauf, nur einer ist teurer. Woran das liegt?

Beim Vergleich Benziner gegen Elektroauto zeigt die TCO-Betrachtung meist, dass E-Autos zwar aktuell noch teurer in der Anschaffung sind, dafür aber niedrigere laufende Kosten aufweisen. Denn: Strom ist pro Kilometer günstiger als Benzin. Auch Wartung und Verschleiß fallen geringer aus, weil der Antriebsstrang einfacher aufgebaut ist.

Anschaffung als Preistreiber

Der Kaufpreis beeinflusst den TCO-Vergleich besonders stark. Aber Achtung: Er ist nur ein Block der gesamten Kostenrechnung.

Interessant in unserem konkreten Modellvergleich: Vollelektrisch angetrieben sind nicht nur der BMW, sondern auch der Hyundai im Betrieb über fünf Jahre günstiger, der X1 sogar in der Anschaffung. Der E-Kleinwagen im Quartett, der Peugeot E-208, ist um fast 8.000 Euro teurer als der vergleichbare Benziner. Wodurch er über fünf Jahre in der Gesamtbetrachtung auch deutlich teurer kommt. Spannend: Der Benziner Kona ist zwar um satte 5.000 Euro günstiger als der vergleichbare Stromer, bei den Gesamtkosten nach 60 Monaten liegt er aber nahezu gleich auf mit dem Stromer. Ähnliches gilt auch für den VW ID.3.

In der Praxis bedeutet das: Wenn der Anschaffungspreis des Stromers gleich hoch oder niedriger ist als beim Verbrenner, sind aktuell auch die TCO-Kosten beim E-Auto so gut wie immer niedriger. Die günstigeren laufenden Kosten wiegen den aktuell noch höheren Wertverlust des E-Autos auf, insbesondere wenn günstig geladen werden kann.

Womit E-Autos punkten können

Ein zentraler Hebel bei der TCO-Berechnung sind damit die Kosten für Strom bzw. Kraftstoff, die aber stark von der zukünftigen Energiepreisentwicklung und den Lademöglichkeiten abhängig sind. Fahrweise und Lademöglichkeit (von vorwiegend zu Hause mit Photovoltaik bis hin zu nur öffentlichem AC- oder DC-Laden) können die Energiekosten beim E-Auto um rund 50 Prozent verringern oder erhöhen. Für den Verbrauch wurden in unseren Berechnungen die WLTP-Werte der Hersteller herangezogen. Dass die Realverbräuche andere Ergebnisse liefern, ist klar. Diese hängen nämlich stark von Fahrweise, Außentemperatur oder Gewichten ab.

Aufgrund des höheren Fahrzeuggewichtes und teurerer Reifen fallen auch die Reifenkosten beim E-Auto höher aus. Doch kann für Reparatur- und Servicekosten, dank weniger aufwendiger Technik, ein spürbar niedrigerer Betrag kalkuliert werden.

Oliver Danninger, ÖAMTC-Cheftechniker

„Die Elektro-Pkw-Technologie reife ist schon sehr hoch, auch die Akku-Entwicklung schreitet enorm voran."

Ergebnisse der TCO Berechnung

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