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Mit der Drohne in den Urlaub

Böse Überraschungen lassen sich vermeiden

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Mit der Drohne in den Urlaub © ÖAMTC

Wer seine Drohne mit auf Reisen nehmen will, um das Urlaubsalbum etwas aufzupeppen, sollte sich vorher auf jeden Fall gut informieren. Die Regelungen sind teilweise ziemlich unterschiedlich, und bei Verstößen gegen nationale Gesetze drohen – wie übrigens auch in Österreich - hohe Strafen. Hier erfahren Sie die wichtigsten Grundsätze sowie die rechtliche Situation in den beliebtesten Urlaubsdestinationen der Österreicher.

Flugreisen

Hier sollte in jedem Fall vorher Kontakt mit der Fluglinie aufgenommen werden, um böse Überraschungen am Flughafen zu vermeiden. Während die Drohne selbst im Koffer transportiert werden kann, sollten die Akkus (in den meisten Fällen Lithium Polymer Akkus – „LiPos“) auf jeden Fall im Handgepäck untergebracht werden. Die meisten herkömmlichen Drohnen haben Akkus mit einer Kapazität von unter 100WH (Dji Mavic Pro, Phantom 4 Pro, DJI Mavic Air) – davon dürfen gemäß den Richtlinien der Internationalen Flug-Transport-Vereinigung maximal 20 Stück mit in den Flieger. Bei größeren Drohnen mit über 100 WH Kapazität dürfen nur 2 Akkus mit an Board.

Versicherungspflicht

Im Falle eines Unfalls liegt die Haftung beim Drohnenpiloten. Er muss für den Schaden, den er verursacht hat, aufkommen. Eine Haftpflichtversicherung sollte daher in jedem Fall abgeschlossen werden. Eine Haftpflichtversicherung für Drohnen mit internationaler Deckung finden Sie bei unserem Versicherungspartner Air & More

Privatsphäre und Datenschutz beachten

So wie in Österreich gilt es natürlich auch im Ausland Datenschutz und die Privatsphäre zu beachten. So sollte das Überfliegen von Privathäusern und Menschenmengen auf alle Fälle vermieden werden. Dazu muss man genügend Abstand zu sensible Bauten wie Regierungsgebäude, Kraftwerke, Polizei, Armee und natürlich Flughäfen halten.

Immer auf Sicht fliegen

Auch im Ausland sollte man die Drohne stets im Auge behalten und nicht ohne direkte Sichtverbindung fliegen.

Bemannte Luftfahrzeuge haben immer Vorrang

Nähert sich ein bemanntes Luftfahrzeug (z.B. Flugzeug oder Helikopter) ist die Drohne sofort zu landen.

Rechtzeitig planen

In einigen Ländern (z.B. Ungarn) muss man einige Wochen vor dem Aufenthalt schon um eine Fluggenehmigung ansuchen. Im Regelfall sind für die Nutzung von Drohnen die nationalen Luftfahrtsbehörden zuständig (wie die Austro Control in Österreich), es empfiehlt sich schon im Vorfeld der Reise Kontakt mit den Behörden aufzunehmen.

Sicherheits- und Flugverbotszonen beachten

Auch wenn man eine Genehmigung hat, um eine Drohne in einem bestimmten Land zu fliegen, heißt das nicht automatisch, dass man auch überall fliegen darf. Rund um Sehenswürdigkeiten, in Nationalparks oder Naturschutzgebieten sowie in der Nähe von militärischen Einrichtungen sind oft Flugverbote oder Sicherheitszonen eingerichtet. Auch im Rahmen von Großveranstaltungen gibt es teilweise temporäre Flugverbote. Man sollte sich daher unbedingt im Vorhinein informieren, bevor man die Drohne startet.

Die Gesetzeslage einzelner Länder

Es folgt nun ein kurzer Überblick, welche Regeln es in welchen Ländern zu beachten gilt. Der Fokus liegt dabei auf handelsüblichen Drohnen für den privaten Gebrauch. Für den gewerblichen Bereich gibt es teilweise noch strengere Vorschriften.

Deutschland

In Deutschland unterliegt jede Drohne über 250 Gramm Abfluggewicht der Kennzeichnungspflicht. Es muss deutlich sichtbar eine feuerfeste Plakette mit Namen und Adresse des Halters angebracht werden (Kosten ca. 10 Euro). Für Drohnen mit mehr als 2 Kilo Abfluggewicht benötigt man einen Flugkenntnisnachweis. Die maximale Flughöhe beträgt 100 Meter.

Spanien

In Spanien gibt es ebenfalls eine Kennzeichnungspflicht. Es muss eine feuerfeste Plakette mit Namen, Adresse, Seriennummer und Drohnentyp am Gerät angebracht werden. Der Mindestabstand zu Flughäfen beträgt 8 Kilometer, die maximale Höhe beträgt 120 Meter. Drohnen mit weniger als 250 Gramm dürfen bis 20 Meter auch im Stadtgebiet fliegen, solange keine Menschen oder Sachen gefährdet werden.

Kroatien

In Kroatien ist die Gesetzeslage ähnlich wie in Österreich. Man darf nur über unbebautem und unbesiedeltem Gebiet fliegen. In jedem Fall muss man sich im Vorhinein eine (kostenlose) Genehmigung der Croatian Civil Aviation Agency (CCAA) einholen.

Italien

Für den privaten Gebrauch ist in Italien keine Genehmigung der Luftfahrtbehörde notwendig. Der Pilot darf maximal 70 Meter hoch und in 200 Meter Entfernung fliegen.

Tschechien

Drohnen bis 0.91kg sind in Tschechien (im privaten Bereich) grundsätzlich bewilligungsfrei, schwerere Drohnen müssen jedenfalls über eine „Return to Home“ Funktion verfügen. Beim Starten und Landen müssen immer 50 Meter Abstand zu Personen eingehalten werden, die maximale Flughöhe beträgt 300 Meter. Bei Missachtung der Gesetze drohen hier Strafen bis 200.000 Euro.

Schweiz

Ab einem Abfluggewicht von mehr als 500 Gramm gilt eine generelle Versicherungspflicht, Drohnen bis 30 Kilo sind in der Schweiz bewilligungsfrei. Zusätzlich zu den allgemeinen Regeln gibt es in den einzelnen Kantonen auch noch teilweise strengere Bestimmungen.

Ägypten

Keinesfalls sollte man seine Drohne nach Ägypten mitnehmen, denn dort ist das Fliegen verboten. Bei Missachtung drohen Geld- oder im schlimmsten Falle sogar Gefängnisstrafen. In arabischen Ländern sollte man generell auf Luftaufnahmen mit der Drohne verzichten. Auf Grund der instabilen Lage kann man hier leicht Probleme mit Polizei oder dem Militär bekommen.

Drohnen Header

Thema Drohnen

Bis zu 100.000 Drohnen gibt es schätzungsweise bereits in Österreich! Um Unfällen und brenzlichen Situationen im Luftverkehr (unter anderem mit unseren Christophorus Hubschraubern) vorzubeugen bietet der ÖAMTC wertvolle Infos, diverse Services und Flugtrainings für Drohnenpiloten und Interessierte an. 

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