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ÖAMTC-Umfrage zeigt: Verbrenner-Debatte verunsichert mehr als Diesel-Diskussion

64 Prozent fürchten niedrigeren Wiederverkaufswert, 27 Prozent verunsichert Diesel-Diskussion – Club fordert Weiterfahr-Garantie für Bestandsfahrzeuge

Wien (OTS) - Welchen Einfluss politische Debatten auf Vermögenswerte von Millionen Österreichern haben können, zeigt eine Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungs-Institutes Integral, die von 12. bis 15. August 2017 im Auftrag des ÖAMTC unter 800 österreichischen Autofahrern durchgeführt wurde. 64 Prozent der Befragten erwarten, dass die Diskussion um das mögliche Ende von Verbrennungsmotoren eine unmittelbar negative Auswirkung auf den Wiederverkaufswert ihrer Fahrzeuge hat.

Auch die Inhalte der Debatte finden wenig Zustimmung: Über zwei Drittel (68 Prozent) halten ein Auslaufen der Verbrenner-Technologie ab 2030 für unrealistisch. 73 Prozent wollen, dass die Politik lieber Zielwerte – etwa für Abgase – und nicht die Antriebsart selbst vorschreibt. 58 Prozent wollen ihre bestehenden Fahrzeuge unbeschränkt weiternutzen und -verkaufen können. Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung sieht in den Ergebnissen der Befragung die Clublinie bestätigt und leitet daraus eine klare Forderung ab: "Egal welche Rahmenbedingungen für Autos die Politik letztlich festlegt, es braucht hier und heute eine Weiterfahr-Garantie für Bestandsfahrzeuge. Ansonsten droht Wertvernichtung in Milliardenhöhe für Konsumenten."

27 Prozent verunsichert Diesel-Diskussion um NOx-Reduktion

Auch die Diskussion über zu hohe NOx-Emissionswerte bei Dieselfahrzeugen sorgt für Verunsicherung unter den österreichischen Autofahrern – allerdings weniger stark als die Debatte über ein mögliches Ende für Verbrennungsmotoren. So halten 61 Prozent der österreichischen Autofahrer die aktuelle Diskussion über die Abgaswerte von Diesel-Pkw für übertrieben, 27 Prozent sind verunsichert. "Die meisten davon trauen den Aussagen der Autohersteller nicht mehr, machen sich einerseits Sorgen um die Umwelt bzw. Luftqualität und fürchten andererseits Fahrverbote sowie einen geringeren Wiederverkaufswert für ihre Diesel-Fahrzeuge", fasst der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung zusammen. Obwohl bei den jüngsten Verkaufszahlen noch relativ wenig Bewegung zu sehen ist, geben 25 Prozent der Befragten an, dass sie – falls sie demnächst einen neuen Pkw kaufen würden – aufgrund der aktuellen Diesel-Diskussion kein Dieselauto mehr in Betracht ziehen wollen.

ÖAMTC-Umfrage: Autofahrer wollen Hardware-Update und Grüne Welle für rasche NOx-Reduktion, Club fordert Maßnahmenbündel

Auf die Frage, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen für eine Senkung der NOx-Werte als erste ergriffen werden sollte, nennen 35 Prozent der Teilnehmer ein Hardware-Update auf Kosten des Herstellers, 24 Prozent die Optimierung der Ampelschaltung (Grüne Welle) und 19 Prozent ein Software-Update als bevorzugte Maßnahme. 13 Prozent sprechen sich für eine Verschrottungsprämie für alte Dieselfahrzeuge, aber nur neun Prozent für (teilweise) Fahrverbote in Städten aus. Umgekehrt reihte die Hälfte der Befragten Fahrverbote in Städten als die letzte Maßnahme, die ergriffen werden sollte.

Als Konsequenzen für den Dieselgipfel fordert der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung daher ein Maßnahmenbündel ohne Kosten oder Verbote für die Autofahrer. "Konkret sind das die Ökoprämie-NEU für Euro 0 bis 3-Pkw, Umtauschprämien für Euro 4-Pkw, Software- und Hardware-Nachrüstungen für Euro 5 und 6-Fahrzeuge und eine Verstetigung des Verkehrs durch die 'Grüne Welle'", so Wiesinger. "Bei den Prämien müsste man ein System installieren, das garantiert, dass hier nicht die handelsüblichen Rabatte ersetzt werden, sondern ein zusätzlicher Anreiz für den Konsumenten geschaffen wird."

Laut ÖAMTC-Test wäre Hardware-Update ideale Lösung

Beim verpflichtenden VW-Rückruf hat der ÖAMTC vor und nach der Umrüstung Autos der Abgasklasse Euro 5 getestet. Zwar wurden die Ziele erreicht, doch bereits damals machte der ÖAMTC darauf aufmerksam, dass der NOx-Ausstoß durch das Software-Update nur geringfügig sinkt. "Bei unseren Tests auf der Straße ist der NOx-Wert zwar bei Überlandfahrten im Schnitt um 14 Prozent gesunken, in der Stadt aber um sechs Prozent gestiegen. Wie viel ein Software-Update bringt, hängt vom Fahrzeug und der Belastung ab" erklärt ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel. Er bezweifelt, dass bei Fahrzeugen ohne SCR-Systeme eine Reduktion der NOx-Werte um 25 Prozent allein mit dieser Maßnahme möglich ist.

Die ideale Lösung wäre die Nachrüstung mit einem Selective Catalytic Reduction-System (SCR) samt AdBlue-Einspritzung. "Der nachträgliche Einbau eines SCR-Systems brachte bei den ÖAMTC-Tests eine Verringerung des NOx-Ausstoßes um 90 Prozent" so Eppel. Der ÖAMTC-Techniker räumt allerdings ein, dass diese Lösung viel Platz braucht und technisch nicht bei jedem Fahrzeug machbar ist.

(Schluss)

Aviso an die Redaktionen: Ein Artikel zur Diesel-Debatte aus der September-Ausgabe des ÖAMTC-Mobilitätsmagazins auto touring ist als Vorab-Auszug auf Anfrage unter (01) 711 99 1218 erhältlich. Weiteres Material zu dieser Aussendung ist im ÖAMTC-Fotoservice unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

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