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ÖAMTC: U1-Verlängerung und Parkpickerl Favoriten mit fahlem Beigeschmack

Fehlende P&R-Parkplätze als Belastung für Pendler, ÖAMTC fordert faire Alternative

Wien (OTS) - Am kommenden Samstag wird die Verlängerung der U1 bis nach Oberlaa eröffnet. Für Pendler aus dem Süden bringt das jedoch keine Verbesserung. Denn ab 4. September gilt die neue Kurzparkzonenregelung für fast den ganzen 10. Bezirk. "Leider wurde es verabsäumt, im Nahbereich der neuen U-Bahn-Stationen ausreichend Park&Ride-Stellplätze zu schaffen. Es wird nur eine Anlage mit 256 Stellplätzen bei der Endstation Oberlaa sowie eine weitere mit 92 P&R-Stellplätzen bei der Station Neulaa geben. Für Pendler wird es somit schwieriger, auf Öffis umzusteigen und mit der U1 ins Stadtzentrum zu fahren", kritisiert ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nosé die aktuelle Situation.

Täglich kommen etwa 200.000 klassische Pendler (Schule oder Arbeit) nach Wien, etwa zwei Drittel davon mit dem Pkw. Der größte Anteil kommt aus dem Süden – und genau in diesem Bereich fehlen P&R-Anlagen. "Zusätzlich gibt es auch innerhalb Wiens einen nennenswerten Pendlerverkehr, denn bei weitem nicht alle Menschen haben einen Arbeitsplatz in der Nähe zur Wohnung oder beides an einer attraktiven öffentlichen Verkehrsanbindung", macht der ÖAMTC-Experte aufmerksam.

Aktuelles P&R-Angebot nicht einmal "Tropfen auf dem heißen Stein", angekündigter verstärkter Ausbau fehlt bislang

Vor wenigen Jahren wurde seitens der Stadtregierung angekündigt, das Park&Ride-Stellplatzangebot um etwa 5.000 Plätze zu erhöhen. Von dieser Umsetzung ist man derzeit weit entfernt. Die Strategie der Stadt Wien ist, dass Pendler bereits in Niederösterreich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Allerdings besteht diese Möglichkeit nicht für alle, da beispielsweise die Bahn nicht alle Verbindungen abdeckt, Umsteigen viel Zeit braucht oder viel zu wenige P&R-Kapazitäten vorhanden sind. "In Wien gibt es derzeit circa 9.500 Stellplätze in U-Bahnnähe. Bei etwa 140.000 Einpendlern mit dem Pkw ist das nicht einmal ein 'Tropfen auf den heißen Stein'", rechnet Nosé vor. Viele P&R-Anlagen in Wien sind an Werktagen völlig ausgelastet. "Möchte man künftig für 20 Prozent der Autopendler P&R-Plätze zur Verfügung stellen, müssten 18.500 zusätzliche Abstellmöglichkeiten in U- oder Schnellbahn-Nähe geschaffen werden", fordert der ÖAMTC-Experte.

ÖAMTC-Modell "Faires Parken" – Stadtregierung ignoriert ideale Lösung

Mangelnde Parkmöglichkeiten sind im unflexiblen und ungerechten Wiener Kurzparkzonenmodell für Pendler genauso wie für Besucher ein Problem, da ausschließlich Parkpickerl-Besitzer ihr Fahrzeug länger als drei Stunden abstellen dürfen. "Solange es nicht ausreichend Park&Ride-Angebote gibt, wäre es besser, Besuchern und Einpendlern – sei es auch gegen Gebühr – das Parken für längere Zeit zu gestatten", verweist ÖAMTC Chefjurist Martin Hoffer einmal mehr auf das ÖAMTC-Modell "Faires Parken in Wien". Dieses sieht statt starrer Kurzparkzonen bedarfsgerechte Lösungen vor, bei denen in bestimmten Zonen Parken, eventuell gegen Gebühr, zeitlich unbegrenzt möglich ist. "Das Modell ist der Stadtregierung seit Jahren bekannt, wird aber beharrlich ignoriert", so Hoffer.

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