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Dieselgipfel: ÖAMTC warnt vor Fahrverboten in Wien

Club befürchtet soziale Ausgrenzung – Volksbefragung notwendig

Wien (OTS) - Kritisch reagiert der ÖAMTC auf ein von Bürgermeister Michael Häupl gestern, Dienstag, ins Spiel gebrachte Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge in Wien. Ein Fahrverbot für die Euro-Abgasklassen 0 bis 4 würde in Wien rund 190.000 Autofahrer betreffen. Nimmt man auch die Abgasklasse 5 dazu, wären rund 267.000 Dieselfahrer betroffen. "Ältere Fahrzeuge werden häufig von Geringverdienern gefahren. Diesel-Fahrverbote kommen daher kalter Enteignung und sozialer Ausgrenzung gleich", stellt Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, klar. Sollte die Wiener Stadtregierung an ihren Plänen für ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge festhalten, müssen nach Meinung des ÖAMTC die Bürger befragt werden. Wiesinger: "Wir wissen aus mehreren Befragungen, dass über 90 Prozent der Wiener bei wesentlichen Fragen der Verkehrspolitik mitreden wollen."

Eine im Auftrag des ÖAMTC durchgeführte Studie des Meinungsforschungsinstitutes market aus dem Herbst 2016 zeigt, dass mehr als die Hälfte der Besserverdiener Fahrzeuge der Euroklassen 5 und 6, nur zehn Prozent Euro 0 bis 3, besitzt. Wer sich weniger leisten kann, ist dagegen meisten mit älteren Fahrzeugen der Euroklassen 0 bis 4 unterwegs. "Noch deutlicher wird das Problem, wenn man nach der Leistbarkeit eines neuen Pkw fragt: Besserverdiener können laut Umfrage rund 24.000 Euro für ein neues Fahrzeug auf den Tisch legen. Haushalten, die monatlich unter 1.500 Euro zur Verfügung haben, im Schnitt nur 12.000 Euro dafür übrig. 15 Prozent der Geringverdiener geben jedoch an, sich derzeit überhaupt kein neues Auto leisten zu können", führt Wiesinger aus.

Grüne Welle und Lobautunnel würden mehr bringen

Als Sofortmaßnahme verweist der ÖAMTC einmal mehr auf die Verstetigung des Verkehrs. Diese hat laut Club großes Potenzial zur raschen Reduzierung der Stickoxid-Belastung durch Diesel-Fahrzeuge. "Konkret geht es um die Optimierung von Ampelschaltungen mittels 'Grüner Welle' und ein Stopp für alle 'Stau nach Plan'-Projekte der Stadt Wien", erklärt Wiesinger. "Deutsche Untersuchungen zeigen, dass sich alleine durch eine 'Grüne Welle' die Stickoxid-Emissionen um bis zu 40 Prozent senken lassen. Daher hat der Club bereits vor dem Sommer an der TU Wien eine Untersuchung über die Auswirkungen einer 'Grüne Welle' auf das Volumen von Auto-Abgasen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse werden wir noch im September präsentieren."

In Wien würde auch der Bau des Lobautunnels Entlastung bringen: Einerseits würde ein beträchtlicher Teil des Schwerverkehrs nicht gezwungen sein, ins Stadtgebiet einzufahren, andererseits würde die damit erfolgte Verkehrsentlastung helfen, Staus auf der Südosttangente zu vermeiden. "Es wäre höchst unfair, mit Fahrverboten für Diesel-Pkw auf Kosten der Autofahrer Verkehrsprobleme lösen zu wollen, die Stadträtin Vassilakou durch ihre Verkehrspolitik des provozierten Staus selbst hervorruft", stellt Wiesinger klar.

Rückfragehinweis:

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