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Wenn Strom und Ampeln ausfallen – was tun im Straßenverkehr?

Auch bei einem Ampelausfall gelten Vorrangregeln, allerdings ist Vorsicht geboten.

Fußgängerampel © ÖAMTC
Fußgängerampel © ÖAMTC

Kommt es zu größeren oder längeren Stromausfällen, kann das auch Ampeln bzw. den Straßenverkehr insgesamt betreffen. Für viele eine ungewohnte Situation – wie soll man sich verhalten?

ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger

Die meisten Menschen reagieren in so einer Ausnahmesituation intuitiv richtig: Sie beobachten das Geschehen zuerst und 'tasten' sich vorsichtig heran. Denn – auch wenn in so einem Fall klare Vorrangregeln gelten – darauf beharren sollte niemand. Blickkontakt aufnehmen und gegenseitig Rücksicht nehmen sind dann das Wichtigste.

Im Zweifelsfall gilt der Rechtsvorrang

Speziell auf schwächere Verkehrsteilnehmende, die zu Fuß, mit dem Rad oder Ähnlichem unterwegs sind, ist zu achten. An Schutzwegen oder Radfahrüberfahrten muss ihnen das ungefährdete Überqueren ermöglicht werden. An größeren Kreuzungen mit Ampeln sind oft zusätzlich Verkehrsschilder aufgestellt, die im Falle eines Ampelausfalles zum Tragen kommen. Gibt es keine Beschilderung, gilt im Zweifelsfall der Rechtsvorrang.

Wenn aus einem kurzen Stromausfall ein "Blackout" wird

Größere Unternehmen und Institutionen proben den Ernstfall, Filme und Serien greifen das Thema auf und tragen zur Bewusstseinsbildung für einen möglichen tagelangen großflächigen Stromausfall, einem "Blackout", bei. "Das ist gut, sofern keine Panik geschürt wird. Denn seit der Pandemie wissen wir: Auch das Unerwartete oder Unwahrscheinliche kann eintreten und unseren von Elektronik und Internet abhängigen Alltag auf den Kopf stellen. Sich vorher damit zu befassen, gibt Sicherheit, was dann im Falle des Falles zu tun ist", empfiehlt die Expertin. Fundierte Informationen, von Notrufnummern und Sirenensignalen bis hin zu empfohlenen Vorbereitungen, bietet beispielsweise der Österreichische Zivilschutzverband unter www.zivilschutz.at, mit Unterstützung des Bundesministerium für Inneres. Auch auf Landesebene gibt es eigene Zivilschutzverbände.

Mögliche Probleme im Straßenverkehr bei einem Blackout

  • Parkgaragen: Schranken, Garagentore und Parkticketautomaten könnten ausfallen und das Auto festsetzen. In solchen Fällen ist es gut, einen "Plan B" für unvermeidbare Wege zu haben – beispielsweise eigene Fahrräder zu nutzen, Fahrgemeinschaften mit dem Auto zu bilden. Leihräder, -scooter oder -fahrzeuge stehen evtl. nicht mehr zur Verfügung, auch öffentliche Verkehrsmittel könnten teilweise ausfallen.
  • Tankstellen: Zapfsäulen sowie Bezahlsysteme könnten ausfallen. Daher nach Möglichkeit den Tank generell nicht bis auf die Reserve ausreizen. Von der Lagerung von Kraftstoffbehältern im Auto oder Keller ist eher abzuraten – mit einem 5-Liter-Benzinkanister kommt man nicht weit und größere Mengen zu lagern birgt ein Sicherheitsrisiko. Besser den Kraftstoff im Tank sparen und nur unvermeidbare Fahrten tätigen.
  • Treffpunkt: Für den Fall, dass auch die mobile Kommunikation nicht mehr funktioniert, sollten sich insbesondere Familien mit Kindern ausmachen, wer im Ernstfall vor Ort bleibt und auf Abholung wartet oder eigenständig zu einem vereinbarten Treffpunkt kommt. Insbesondere kleinere Kinder könnten mit der Ausnahmesituation im Straßenverkehr überfordert sein.
  • Radio hören: Im Katastrophenfall soll man Radio hören, um offizielle Informationen zur Lage zu bekommen. Wer im Haushalt bereits auf digitales Radio über das Internet umgestiegen ist und kein batteriebetriebenes Gerät mehr hat, kann hierzu auch einfach das Autoradio nutzen.

Abschließend hält die Verkehrspsychologin fest: "Film und Fernsehen leben natürlich von der Dramatik gezeigter Endzeitszenarios. Im ersten Lockdown der Pandemie hat sich aber gezeigt, dass trotz Unsicherheiten vieles ruhig und organisiert verläuft und sich Menschen flexibel anpassen, gegenseitig helfen und die Krise gemeinsam so besser bewältigen, als jeder auf sich alleine gestellt."

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