Ungenützte öffentliche Flächen abseits des Verkehrs
Den zur Verfügung stehenden Raum effizient zu nutzen und einen Aufenthaltsraum für alle zu schaffen, gelingt nicht durch Verteilungskämpfe. Ideologiefreie, pragmatische, innovative und lösungsorientierte Ansätze ermöglichen es, mit Auto, Öffis, Fahrrad und zu Fuß mobil zu bleiben – und dabei die hohe Lebensqualität in Wien beizubehalten.
Zahlreiche bekannte Plätze in den inneren Bezirken weisen einen hohen Anteil an versiegelten Flächen auf. Allein deren Gesamtfläche entspricht rund fünf Fußballfeldern. Hier liegt viel Potenzial für eine begrünte Gestaltung und damit auch für eine gesteigerte Aufenthaltsqualität. Hinzu kommen noch zahlreiche kleinere Plätze, Vorplätze sowie Areale vor Stationen öffentlicher Verkehrsmittel.
Parkstreifen und Parkplätze
Abstellflächen für Autos und Fahrräder können mit Rasengittern entsiegelt oder mit Rankgerüsten überdacht und begrünt werden. Photovoltaikanlagen als Überdachung von E-Ladesäulen erhöhen den Anteil sauberer Stromerzeugung. Runde oder oval angelegte Baumscheiben fördern nur „Verlustflächen“. Baumscheiben sollen der Art des Parkstreifens (Längs-, Schräg-, Senkrechtparker:innen) angepasst werden.
Rankgerüste
An besonders stark versiegelten Stellen sollen Rankgerüste (Pergola) mit Begrünung zu einem verbesserten Mikroklima sowie zu einer höheren Beschattung beitragen.
Stationen und Wartehäuschen
Die Wiener Linien haben im Mai 2020 begonnen, einzelne Stationen und Wartehäuschen zu bepflanzen. Alle Wartebereiche, bei denen das möglich ist, sollten begrünt werden. An anderen Standorten bietet sich eine Überdachung und Energiegewinnung mit Photovoltaikanlagen an.
„Verlustflächen“
Ein großes Potenzial bieten ungenutzte, versiegelte Restflächen, welche sich im Bereich von Kreuzungen oder Haltestellen befinden.
Ökologische Stadtgestaltung
Beispiel Fasanplatz
Entsiegelung
Dichte Verbauung und großflächige Versiegelungen des öffentlichen Raumes fördern die Bildung von Hitzeinseln. Daher sind Grünflächen bei der Planung neuer Wohnbauten vielfach bereits integraler Bestandteil. Auch Bestandsbauten bieten viel Potenzial für nachträgliche Begrünung, beispielsweise von Innenhöfen und Fassaden. Bei den übrigen Flächen hat sich die Stadtpolitik bisher auf Straßenflächen konzentriert, um mehr Grünraum zu schaffen. Dabei gibt es einen erheblichen Anteil versiegelter Flächen, die von keiner Verkehrsteilnehmergruppe genutzt werden. Ein bezirksübergreifendes Begrünungsprogramm soll daher unter anderem Plätze und Gleiskörper der Straßenbahn für ein „grüneres“ und zugleich „cooleres“ Wien nutzen.