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E10

Infos über das Benzin mit Biokraftstoff-Anteil. Neues Tool zum Check der E10-Verträglichkeit.

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  • Verträgt mein Benzin-Fahrzeug E10?
  • Was ist E10?
  • Was ist Bio-Ethanol?
  • Was ist mit “Teller-Trog-Tank" Diskussion gemeint?
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  • Wie viele Benzin-Pkw in Österreich vertragen E10?
  • Welche Vorteile bringt E10?
  • Welche Nachteile bringt E10?
  • Warum gibt es in Österreich immer noch kein E10?
  • Was ist von dem Haftungsrisiko-Argument zu halten?
  • Was steckt dahinter?
  • Entstehen höhere Kosten durch E10?
  • Was tanke ich, wenn mein Auto E10 nicht verträgt?
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E10:
E10-verträglich

Verträgt mein Benzin-Fahrzeug E10?

E10 © iStock E10

Bei der Einführung von E10 in Europa in 2011 gab es Diskussionen, ob die Beimengungen von Ethanol für alle Benzin-Motoren verträglich ist oder z.B. Korrosionsschäden auftreten können.

Ab dem Jahr 2011 sind allerdings grundsätzlich alle Benzin-Motoren E10-verträglich. Bei neueren Fahrzeugen finden sich diesbezügliche Informationen bereits in Form eines Aufklebers in der Tankklappe. Darüber hinaus kann man mit einem kurzen Blick in die Bedienungsanleitung ebenfalls die Verträglichkeit feststellen.

Wenn ihr Fahrzeug älter sein sollte, dann können Sie auf dieser Website überprüfen, ob Ihr Fahrzeug E10-verträglich ist. Hier überprüfen

Allgemein

Was ist E10?

Unter E10 versteht man Benzin mit einer Ethanol-Beimengung von 10% bezogen auf das Volumen. E10 wurde bisher in 14 Mitgliedsstaaten der EU erfolgreich auf den Markt gebracht. In Österreich ist E10 noch nicht verfügbar. Der ÖAMTC fordert bereits seit vielen Jahren die Einführung von E10 als wirksames Mittel zur unmittelbaren Reduktion von CO2-Emissionen.

Bio-Ethanol

Was ist Bio-Ethanol?

Dabei handelt es sich um einen aus biologischen Rohstoffen gewonnen Alkohol, der als Bio-Kraftstoff verwendet werden kann. In einem Verbrennungsmotor hat Ethanol ähnliche Eigenschaften wie Benzin. Vorteil ist, dass sie aus Rohstoffen gewonnen werden, die während ihres Wachstums die gleiche Menge an CO2 aus der Atmosphäre binden, wie sie nachher (bei der Verbrennung als Kraftstoff) wieder freigeben. Im Vergleich zur Verbrennung von fossilen Kraftstoffen entsteht somit kein zusätzliches CO2. Bei Ethanol ergibt sich durch eine deutlich reinere Verbrennung auch noch der Vorteil, dass weniger Feinstaub entsteht.

Teller-Trog-Tank

Was ist mit “Teller-Trog-Tank" Diskussion gemeint?

Als Teller-Trog-Tank-Diskussion wird jener Disput bezeichnet, der sich um Bio-Kraftstoffe erster Generation entzündet hat, weil bei diesen als Rohstoff für die Ethanol-Produktion teilweise Getreide und Futtermittel benutzt wurden. Der Vorwurf der Nahrungs- oder Futtermittel-Verknappung geht in Österreich allerdings ins Leere. Denn die AGRANA, die als einziges Unternehmen in Österreich Bio-Ethanol erzeugt, verwendet als Ausgangsprodukt für ihren nachhaltigen Produktionsprozess Futtergetreide-Überschüsse aus Mitteleuropa.

Damit ist das Argument des Einsatzes von Brotgetreide von vorne herein vom Tisch. Aber auch eine Verknappung von Futtermittel findet nicht statt, weil aus dem Ausgangsprodukt zunächst wertvolles Eiweiß-Futtermittel erzeugt wird. Lediglich die dabei entstehenden Abfallstoffe werden in einem zweiten Schritt vergoren und zu Bio-Ethanol verarbeitet. Bei diesem Prozess entsteht zudem CO2 für die Getränkeindustrie.

Weiterführende Informationen zu E10 finden Sie auch im nachfolgenden Video.

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Verträglichkeit

Wie viele Benzin-Pkw in Österreich vertragen E10?

Eine Auswertung der Bestandsfahrzeuge Ende 2019 durch den ÖAMTC hat ergeben, dass – ohne die Berücksichtigung von Oldtimern – (Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor mindestens 30 Jahren)  94,2 % der Benzin-Pkw in Österreich E10 vertragen.

Vorteile

Welche Vorteile bringt E10?

E10 hilft auf günstige Weise im Verkehrsbereich den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Denn der Kohlenstoff im Bio-Ethanol, der beim Verbrennungsvorgang freigesetzt wird, wurde zuvor von Pflanzen aus der Luft gebunden. Damit entsteht – anders als bei der Verbrennung von fossilem Kraftstoff – kein zusätzliches CO2 in der Atmosphäre. Biokraftstoffe gelten daher als klimaneutral. Laut Berechnung der Österreichischen Energieagentur könnten auf diesem Wege pro Jahr 140.000 Tonnen CO2 eingespart werden – bei minimaler Mehrbelastung für die Konsumenten.

Nachteile

Welche Nachteile bringt E10?

Bei älteren Fahrzeugmodellen sind unter Umständen Teile verbaut, die bei einem Betrieb mit E10 korrodieren können. Grundsätzlich kommen hierfür nur Fahrzeuge in Frage, die vor 2011 erstzugelassen wurden. Aber auch Modelle, die davor zugelassen wurden, sind häufig bereits auf den Betrieb mit E10 ausgelegt.

E10 in Österreich

Warum gibt es in Österreich immer noch kein E10?

Aus der alten “Teller-Trog-Tank" Diskussion heraus gibt es bei manchen Umwelt-NGOs immer noch Vorbehalte gegenüber E10. Diese sind für die Produktion in Österreich unbegründet (siehe oben).

Als offizielle Begründung warum das Verkehrsministerium im Bezug auf eine österreichweite Verfügbarkeit von E10 weiterhin untätig bleibt, führt es das Fehlen einer vollständigen Liste von Fahrzeug-Freigaben mittels direktem Schreiben an das Ministerium an.

Haftungsrisiko

Was ist von dem Haftungsrisiko-Argument zu halten?

Der Club hält dieses Argument für nicht zutreffend. In vielen Ländern Europas ist E10 seit Jahren auf dem Markt. Dem ÖAMTC sind nur ganz wenige Einzelfälle von Schadenersatzauseinandersetzungen wegen des Einsatzes von E10 bekannt. In Frankreich wurde bspw. eine Liste aller E10-verträglichen Fahrzeuge in einem Gesetz verankert.

Diese Fahrzeuge sind aufgrund der für den gesamten EWR-Raum geltenden Typisierungsregelungen als gleichwertig mit jenen anzusehen, die in Österreich zugelassen oder importiert werden. Der Club geht daher nicht davon aus, dass in Österreich zugelassene Fahrzeuge sich womöglich anders als französische, deutsche, ungarische, slowenische, niederländische, belgische oder andere verhalten.

Nichtverfügbarkeit

Was steckt dahinter?

Aus der alten “Teller-Trog-Tank" Diskussion heraus gibt es bei manchen Umwelt-NGOs immer noch Vorbehalte gegenüber E10. Diese sind für die Produktion in Österreich unbegründet (siehe oben).

Manche Politiker wollen jede Möglichkeit verbauen, in der bestehenden Fahrzeugflotte, die hauptsächlich mit Verbrennungsmotoren betrieben wird, CO2 einzusparen. Sie treten vielmehr undifferenziert für ein Verbot von Verbrennungsmotoren ein und wollen eine Diskussion über den Ersatz von fossilen durch nachhaltige Kraftstoffe unbedingt vermeiden. Dadurch soll noch mehr Druck in Richtung E-Mobilität aufgebaut werden. Da ein Austausch von bestehenden Fahrzeugen durch E-Fahrzeuge jedoch in der vorgegebenen Zeit nicht machbar ist, erhoffen sie durch diese Politik den Autoverkehr als solchen signifikant zu reduzieren. Klimaschutz wird als Argument für verkehrspolitische Zielvorstellungen missbraucht.

Kraftstoffkosten

Entstehen höhere Kosten durch E10?

Bei E10 müsste man, produktbedingt, mit einer Preissteigerung von 1 Cent je Liter rechnen.

E10 Unverträglichkeit

Was tanke ich, wenn mein Auto E10 nicht verträgt?

Fahrzeuge für die keine Freigabe für E10 besteht, können höher oktanigen (>95) Kraftstoff bspw. Super Plus bzw. Premium-Kraftstoff tanken, der weiterhin nur 5% Ethanol, bezogen auf das Volumen, beinhalten soll.

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