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Firmenauto zur Privatnutzung

Welche Kosten die Privatnutzung verursacht.

Firmenauto © iStock
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Änderung im Jahr 2020

Für Fahrzeuge die nach dem 31. März 2020 erstmalig zugelassen werden, liegt der CO2-Grenzwert für den niedrigeren Sachbezugswert im Jahr 2020 bei 141 Gramm je Kilometer gemäß dem kombinierten Messergebnis beim neuen Messverfahren WLTP. Für Plug-In Hybride ist demgegenüber der gewichtete kombinierte WLTP-Wert und im Falle eines Motorrads der WMTC-Wert anzusetzen. Beginnend mit dem Jahr 2021 verringert sich dieser Grenzwert bis 2025 um jährlich 3 Gramm.

CO2-Emissionen entscheidend

Für den Arbeitnehmer ist ein Firmenfahrzeug (Auto, Motorrad oder Fahrrad) von Vorteil, wenn Privat-Kilometer gefahren werden dürfen. Dadurch entfallen die Kosten für ein eigenes Fahrzeug. Nutzt der Dienstnehmer ein Firmenfahrzeug privat (hierzu zählt auch die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte), dann geht damit aber eine Erhöhung der Bemessungsgrundlage, für Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgabe, des Gehalts einher.

Der Sachbezug — also der zu versteuernde Zuschlag — hängt neben den Anschaffungskosten auch von den CO2-Emissionen ab. Wird der jeweilige CO2-Emissions-Grenzwert im Jahr der Erstzulassung (siehe Tabelle unten) nicht überschritten, dann gilt für die Dauer der Nutzung, ein monatlicher Zuschlag von 1,5 Prozent der Anschaffungskosten (maximal 720 Euro). Wird der jeweilige CO2-Emissions-Grenzwert im Jahr der Erstzulassung jedoch überschritten, dann ist für die gesamte Dauer der Nutzung des Firmenautos ein monatlicher Zuschlag von 2 Prozent der Anschaffungskosten (maximal 960 Euro) anzusetzen. Hierzu ein Beispiel: Wurde das überlassene Firmenauto im Jahr 2016 oder davor erstmalig zugelassen, dann gilt für die gesamte Nutzungsdauer ein CO2-Emissions-Grenzwert von 130 Gramm je Kilometer (gem. Neuem Europäischen Fahrzyklus (NEFZ)). 

Für Gebrauchtfahrzeuge ist der CO2-Grenzwert zum Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung des Fahrzeugs anzuwenden.

Kein Sachbezug für die private Nutzung von Firmenautos oder arbeitgebereigenen Motorräder mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm je Kilometer anzusetzen. Dies gilt übrigens auch für Fahrräder.

CO2-Emissions-Grenzwert beim Sachbezug

Jahr der Erstzulassung gem. NEFZ gem. WLTP bzw. WMTC
vor 2017 130 g/km
2017 127 g/km
2018 124 g/km
2019 121 g/km
2020: bis 31.3. 118 g/km
2020: ab 1.4. 141 g/km
2021 138 g/km
2022 135 g/km
2023 132 g/km
2024 129 g/km
ab 2025 126 g/km

Was sind die Anschaffungskosten?

Als Anschaffungskosten gelten bei Neufahrzeugen die tatsächlichen Anschaffungskosten (inkl. Sonderausstattung, Umsatzsteuer und NoVA). Bei Leasingfahrzeugen sind die für die Berechnung der Leasingrate relevanten Anschaffungskosten maßgeblich. Können bei einem Gebrauchtfahrzeug die tatsächlichen Anschaffungskosten beim ersten Erwerb (inkl. Sonderausstattung und abzüglich von Rabatten) des Fahrzeugs nicht nachgewiesen werden, dann ist der damalige Listenpreis (exkl. Sonderausstattung) anzusetzen.
 

Geringe Privatnutzung durch den Arbeitnehmer (maximal 6.000 Km pro Jahr)

Arbeitnehmer, die mit dem Firmenauto jährlich nicht mehr als 6.000 Kilometer privat zurücklegen, dürfen den halben Sachbezug, also 0,75 bzw. 1 Prozent der Anschaffungskosten (max. 360 Euro bzw. 480 Euro), ansetzen. Voraussetzung hierfür ist die lückenlose Aufzeichnung sämtlicher Fahrten in einem Fahrtenbuch.

Seltene Privatnutzung durch den Arbeitnehmer

Arbeitnehmern, die das Firmenfahrzeug äußerst selten privat nutzen, bietet sich darüber hinaus die Möglichkeit einer kilometergenauen Abrechnung. Hierbei sind die tatsächlich gefahrenen Kilometer mit dem jeweiligen Kilometersatz zu multiplizieren. Liegt der auf diesem Weg ermittelte Sachbezug um mehr als 3/4 unter dem Sachbezug von 1,5 bzw. 2 Prozent der Anschaffungskosten, dann darf dieser kilometergenaue Sachbezug auch angesetzt werden. Voraussetzung ist auch hierbei die lückenlose Aufzeichnung sämtlicher Fahrten in einem Fahrtenbuch.

Kostenbeiträge des Arbeitnehmers

Zahlt der Arbeitnehmer einen Beitrag für die Nutzung des Firmenfahrzeugs, dann mindert dies den anzusetzenden Sachbezug. Kraftstoffkosten, die der Arbeitnehmer trägt, sind hiervon jedoch ausgenommen. Einmalige Kostenbeiträge reduzieren die Anschaffungskosten, anhand derer anschließend der Sachbezug ermittelt wird. Laufende Kostenbeiträge wiederum reduzieren den aus den gesamten Anschaffungskosten errechneten Sachbezug. Unabhängig wie die Arbeitnehmer-Beiträge geleistet werden, die Deckelung (720 Euro bzw. 960 Euro) des monatlich anzusetzenden Sachbezugs erfolgt immer erst nach dem Abzug der Arbeitnehmer-Beiträge.

Pendlerpauschale und Firmenauto

Arbeitnehmern die ein Firmenauto oder ein arbeitgerbereigenes Motorrad auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen können, steht keine Pendlerpauschale und kein Pendlereuro zu.

Garagen- oder Abstellplatz am Arbeitsplatz

Befindet sich der Arbeitsplatz in einem Gebiet, das der Parkraumbewirtschaftung unterliegt, dann ist für Garagen oder Abstellplätze, für das Privat-Auto oder das privat genutzte Firmenauto, ein monatlicher Sachbezug von 14,53 Euro anzusetzen.

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