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Mit dem Hund auf Reisen

Wer seinen Hund in den Urlaub mitnehmen möchte, hat einiges zu beachten – wie beispielsweise die strengen Einreisebestimmungen inner- und außerhalb der EU. Auch sollte man das Reisemittel sorgfältig wählen.

Hund auf Reisen © iStock / kosziv
Hund auf Reisen © iStock / kosziv

EU-Heimtierausweis und Chip-Kennzeichnung

Haustiere benötigen auf allen Auslandsreisen (auch in Nicht-EU-Länder) den EU-Heimtierausweis, den man bei jedem Tierarzt erhält.

Der EU-Heimtierausweis belegt, dass das Tier gegen Tollwut geimpft und per Mikrochip gekennzeichnet wurde. Eine solche Kennzeichnung ist für jedes Tier verpflichtend, da es sicherstellt, dass Tier und Pass zusammengehören. Der Chip selbst soll dabei helfen, ein entlaufenes Tier wieder zu finden. Dafür muss das Tier in der österreichweiten Heimtierdatenbank registriert werden. Eine vor dem 3. Juli 2011 durchgeführte Kennzeichnung durch Tätowierung ist gültig, sofern sie gut lesbar ist.

Bandwurm-Behandlung

Großbritannien, Irland, Malta, Finnland und Norwegen verlangen zusätzlich zum EU-Heimtierausweis und zum Chip noch eine Bandwurm-Behandlung. Diese muss in der Regel ein bis fünf Tage vor der Einreise durchgeführt werden.

Tollwut-Antikörpertest

Bei Reisen in die Nicht-EU-Staaten Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei und Ukraine muss vor der Abreise ein Bluttest auf Tollwut-Antikörper durchgeführt werden. Ohne gültigen Test kann es zu Problemen bei der Rückreise in die EU bzw. nach Österreich kommen. Die Clubtouristik empfiehlt, sich rechtzeitig vor der Abreise in diese Länder mit dem Tierarzt in Verbindung zu setzen. Der Bluttest muss nur einmal im Leben eines Tieres durchgeführt werden, sofern eine Immunisierung gegen Tollwut nachgewiesen wurde und der Vierbeiner regelmäßig Auffrischungsimpfungen erhält.

Gesundheitszeugnis

In Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Russland und der Türkei muss ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden, das nicht älter als zehn Tage sein darf. Diese Bestimmungen gelten auch dann, wenn man nur auf der Durchreise durch diese Länder ist. Das Gesundheitszeugnis sollte nach Möglichkeit in Englisch oder der entsprechenden Landessprache ausgestellt sein. Für Russland muss es außerdem notariell beglaubigt werden.

Kampfhunde

Strenge Vorschriften gelten für sogenannte Kampfhunde, wie zum Beispiel Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden. Einige Länder, wie Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Norwegen, haben Sonderregelungen oder verbieten die Einreise gänzlich.

Reisemittel

Auto

Das Auto ist für den Hund das angenehmste Verkehrsmittel, da Pausen individuell eingelegt werden können. Auf Fahrten während der Mittagshitze oder an klassischen Stautagen sollte allerdings verzichtet werden. Insbesondere bei warmen Temperaturen darf der Hund im Fahrzeug nie allein gelassen werden.Am besten geschützt sind Hunde während der Fahrt in speziellen Reiseboxen. Aber auch mit Hilfe eines Sicherheitsgurts, der am Rücksitz montiert und am Brustgeschirr befestigt wird, kann man das Tier sichern.

Bahn

Bahnreisen sind eine Alternative, wenn der Hund an dieses Verkehrsmittel gewohnt ist. Vorbereitend unternimmt man also bestenfalls ein paar kurze Zugfahrten. Die Bahnfahrt sollte möglichst mehrere Zwischenhalte haben, damit der Hund oft genug nach draußen kommt. Auch sollte unbedingt an eine Wasserschüssel gedacht werden. Von Reisen während der Hauptverkehrszeit ist abzuraten. Über die jeweiligen Transportvorschriften und Fahrpreise gibt die Bahngesellschaft bei Nachfrage Auskunft.

Flugzeug

Ein Flug bedeutet großen Stress für den Hund und sollte daher gut überlegt sein. Für Hunde gibt es besondere Transportvorschriften in Flugzeugen. Abhängig vom Gewicht dürfen sie in den Passagierraum oder müssen in den beheizten Frachtraum. Genaue Informationen sind bei der Fluggesellschaft erhältlich.

Schiff

Auf Fähren herrscht Leinen- und Maulkorbpflicht, ein Impfpass muss mitgeführt werden. Hunde fristen die Überfahrten zumeist in Hundezwingern. Auf Kreuzfahrtschiffen ist die Mitfahrt der Vierbeiner meist verboten.

Reisegepäck

Ins Gepäck des Tieres gehören nach Möglichkeit das eigene Körbchen, den eigenen Wasser- und Fressnapf sowie das Lieblingsspielzeug, damit sich der Hund schnell wie zuhause fühlt. Auch das gewohnte Futter sollte mitgenommen werden, um eine Nahrungsumstellung zu vermeiden.

Die Reiseapotheke sollte ein Beruhigungsmittel für anstrengende Reisen, eine Heilsalbe für rissige Pfoten, eine Zeckenzange sowie eine Sonnencreme für die Schnauze beinhalten.


Mehr Infos zu Reisen mit Tieren finden Sie in der weltweiten ÖAMTC Länder-Info.

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Verhaltensregeln vor Ort beachten

Ist man mit seinem Hund heil am Urlaubsort angekommen, muss man sich an einige grundlegende Regeln halten.

In Finnland, Norwegen und Schweden sind Hunde in Restaurants nicht gern gesehen. In vielen Ländern - u.a. in Italien, Kroatien und Portugal - müssen Hunde an öffentlichen Plätzen Leine und Maulkorb tragen. In Kroatien und Portugal gilt außerdem an vielen öffentlichen Stränden ein Hundeverbot, in Ungarn ist die Mitnahme von Hunden in Strandbäder nur selten erlaubt. 

Reiseplanung

Thema Reiseplanung

Urlaubszeit ist Reisezeit – ab an den Strand oder in neue Abenteuer.  Für Entspannung und stressfreie Vorbereitung stellt Ihnen der ÖAMTC vom Routenplaner über umfassende Länderinfos, Tipps für die Anreise per Auto und Flugzeug bis hin zur ÖAMTC City Guide App – alle wichtigen Informationen übersichtlich zur Verfügung. 

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