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Parkgebühren: Unerwünschte Urlaubsgrüße aus Kroatien

Kroatische Forderungen wegen nicht bezahlter Parkgebühren: Viele Anfragen verunsicherter Mitglieder wegen angeblicher Parkvergehen.

Parken Parkstrafe Verkehrsstrafen © iStockphoto
Parken Parkstrafe Verkehrsstrafen  -  © iStockphoto

Schreiben wegen angeblich nicht bezahlter Parkgebühren verunsichern viele Mitglieder

Nach wie vor erhalten zahlreiche Club-Mitglieder Schreiben von Inkassobüros, Anwälten oder Notaren, in welchen hohe Geldbeträge eingefordert werden, da Parkgebühren in Kroatien angeblich nicht bezahlt worden wären. "Diese Schreiben  kommen für viele Kroatien-Urlauber überraschend, da der Zeitpunkt, in dem das Fahrzeug auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abgestellt wurde, oft Jahre zurückliegt. Außerdem war für viele Betroffene oft nicht erkennbar, dass sie sich auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz befanden", berichtet ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. 

Forderungen sind oft verjährt und meist zu hoch

Nicht in jedem Fall muss der geforderte Betrag bezahlt werden. Teilweise können die Betroffenen nachweisen, dass sie sehr wohl ein Ticket bezahlt haben oder Menschen mit einer Behinderung hatten den entsprechenden Parkausweis sehr wohl sichtbar hinter der Windschutzscheibe hinterlegt. Außerdem sind Forderungen wegen einer nicht bezahlten Parkgebühr vor mehr als 5 Jahren bereits verjährt. 

Betroffene sollen sich an die ÖAMTC Rechtsberatung wenden

Da jeder Fall sehr individuell gelagert ist, sollten sich ÖAMTC-Mitglieder, die ein Schreiben wegen einer kroatischen Parkforderung erhalten, sofort an die ÖAMTC-Rechtsberatung wenden, die kostenlos tätig wird", rät Clubjuristin Verena Pronebner. Terminvereinbarung und nähere Infos unter  ÖAMTC-Rechtsberatung

Zum Beispiel berichten Mitglieder von Vollstreckungsbeschlüssen, die sie erhalten haben. Hier ist rasches Handeln wichtig. Denn grundsätzlich können diese Forderungen - wenn sie unwidersprochen bleiben - in Österreich weiterverfolgt und vollstreckt werden. 

Andere Kroatien-Urlauber erhalten Briefe eines slowenischen Anwalts, der anstatt der ursprünglichen Gebühr für ein Tagesticket (umgerechnet ca. 20 Euro) an die 200 Euro von den Betroffenen fordert. In diesem Fall erreichen die Club-Juristen oft im direkten Kontakt mit dem Parkplatzbetreiber (z.B. Zagreb Parking, Murvica d.o.o Crikvenica etc.), dass die Mitglieder nur den ursprünglichen Betrag für das Ticket bezahlen müssen. 

Wie man sich vor Parkforderungen schützen kann 

Um unliebsamer Urlaubspost vorzubeugen, sollten Reisende sich vorab über die jeweils geltenden Parkvorschriften informieren. Kurzparkzonen sind oft blau gekennzeichnet und ausgeschildert. Häufig befinden sie sich in den Stadtzentren, vor Hotels, in Häfen oder in der Nähe von Stränden. "Für Ortsunkundige ist ein gebührenpflichtiger Parkplatz manchmal nicht auf den ersten Blick erkennbar, daher sollte man genau auf die Beschilderung achten", so die ÖAMTC-Juristin. Wer ein Parkticket lösen will und an einem defekten Automaten scheitert, sollte einen anderen Automaten suchen oder die Störung bei der am Automaten angegebenen Nummer melden.

Tipp: Parkscheine zumindest 5 Jahre aufheben

Auch wenn Parkwächter oder Einheimische behaupten, es bestünde keine Zahlpflicht: lieber nicht darauf verlassen und stattdessen die ca. zwei Euro pro Parkstunde zahlen. "In jedem Fall ist es empfehlenswert, zu dokumentieren, dass man einen Parkschein gelöst hat - als Beweis dient ein Foto vom Fahrzeug und dem Ticket. Bezahlt man per Mobiltelefon oder Smartphone, speichert man den Vorgang am besten ab.

"Die Beweise sollten - wie man jetzt sieht - zumindest fünf Jahre lang aufbewahrt werden", legt die Expertin nahe. Für Motorradfahrer ist die Dokumentation besonders wichtig, weil der Parkschein nicht "sicher" hinter der Windschutzscheibe hinterlegt werden kann. Wer vor Ort zu Recht einen Zahlschein - über umgerechnet 10 bis 40 Euro - erhält, weil das Parkticket nicht bezahlt wurde, sollte besser rasch einzahlen. Bei der Überweisung ist die Angabe von Datum, Autokennzeichen und Aktenzahl nötig.

Detaillierte Infos zu den Verkehrsbestimmungen verschiedener Reiseländer sind in der ÖAMTC Länder-Info verfügbar.

Parken

Thema Parken

Das Abstellen der Fahrzeuge ist eines der brennendsten Themen im urbanen Raum. Parkraumbewirtschaftung ist die Folge. Parken ist oft teurer als das Fahren. Der ÖAMTC informiert rund um das Thema Parken in Österreich, Kurzparkzonen, Anrainerparkplätze, Parkgaragen, Vorschriften und Strafen.

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