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Ladung & Transport

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Anhänger: Vorschriften zum Ziehen von Anhängern

Beim Ziehen von  Anhängern ist  vor allem darauf zu achten, dass die Gewichtslimits (insbesondere auch die Stützlast) nicht überschritten werden. 

Welche Arten von Anhängern dürfen gezogen werden?

Grundsätzlich dürfen nur solche Anhänger gezogen werden, bei denen die Gewichtslimits (insbesondere auch die Stützlast; siehe auch Daten im Zulassungsschein) nicht überschritten werden.

  • Leichte (bis 750 kg höchstzulässiges Gesamtgewicht), ungebremste Anhänger:
    wenn das Doppelte des tatsächlichen Anhängergewichtes (Eigengewicht und Zuladung) das um das 75 kg erhöhte Eigengewicht des Zugfahrzeug nicht übersteigt
    Gesetzestext: § 104 Abs. 2 lit. c KFG

    Beispiel:
    Eigengewicht Zugfahrzeug (z.B. 965 kg) + 75 kg = 1.040 kg
    1.040 kg : 2 = 520 kg (= das höchste tatsächliche Gewicht des Anhängers)
    520 kg – Eigengewicht des Anhängers = erlaubte Nutzlast (Zuladung)
     
  • Auflaufgebremste schwere Anhänger:
    wenn das Gesamtgewicht (Eigengewicht und Zuladung) des Anhängers weder das höchste zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges - bei geländegängigen Fahrzeugen der Klasse M1 und N1 (Zusatz "G" im Zulassungsschein bei der Fahrzeugklasse) ist das 1,5-fache des höchstzulässigen Gesamtgewichtes maßgebend - noch den bei der Genehmigung festgesetzten Wert übersteigt. 
    d.h. unbedingt auch die eingetragenen Anhänge- und Stützlasten beachten!
    Quelle: § 61 Abs. 1 KDV

Welche Lenkberechtigung ist beim Ziehen von Anhängern erforderlich?

Klasse B:

  • leichte Anhänger (bis 750 kg höchstzulässiges Gesamtgewicht)
  • schwere Anhänger - wenn die höchste zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination (also Zugfahrzeug und Anhänger) nicht 3.500 kg übersteigt
  • schwere, auflaufgebremste Anhänger: die höchste zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination darf 3.500 kg nicht übersteigen und das tatsächliche Gesamtgewicht (Eigenwicht plus Beladung) des Anhängers darf weder das höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges noch den in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen Wert übersteigen.

Klasse B mit Code 96 zusätzlich erlaubt:

  • der Lenker muss eine Zusatzausbildung (Theorie und Praxis) im Ausmaß von sieben Unterrichtseinheiten absolvieren, der Code 96 wird im Führerscheindokument eingetragen
  • schwere Anhänger, wenn die höchste zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination mehr als 3.500 kg aber nicht mehr als 4.250 kg beträgt
  • schwere, auflaufgebremste Anhänger, wenn das tatsächliche Gesamtgewicht (Eigengewicht plus Beladung) des Anhängers weder das höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs noch den in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen Wert übersteigt. Die Summe der höchstzulässigen Gesamtgewichte der beiden Fahrzeuge darf 4.250 kg nicht übersteigen.

Klasse BE:

  • der Anhänger darf maximal ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von 3.500 kg haben. Die Summe der höchstzulässigen Gesamtgewichte der beiden Fahrzeuge darf 7.000 kg nicht übersteigen.
  • Bei auflaufgebremsten Anhängern darf das tatsächliche Gesamtgewicht (Eigengewicht plus Beladung) des Anhängers weder das höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs noch den in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen Wert übersteigen.
  • Achtung: mit Führerscheinen der Klasse B+E, die vor dem 19.1.2013 ausgestellt wurden, dürfen weiterhin Anhänger mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3.500 kg gelenkt werden; bei einem späteren Austausch des Führerscheindokuments wird dies mit einem Code ("79.06") vermerkt.
  • Darüber hinausgehend ist eine Lenkberechtigung für die Klasse C1E erforderlich. Klassen C, C1 und D: leichte Anhänger (s.o.)

Klassen CE und DE:

  • alle Anhänger

Klassen C1E:

  • schwere Anhänger - Änderung ab 19.1.2013! Auf das Verhältnis des höchstzulässigen Gesamtgewichts des Anhängers zum Eigengewicht des Zugfahrzeuges kommt es nicht mehr an!
  • schwere Anhänger in Kombination mit einem Zugfahrzeug der Klasse C1, solange die höchste zulässige Gesamtmasse des Gespanns nicht 12.000 kg übersteigt
  • schwere Anhänger kombiniert mit einem Zugfahrzeug der Klasse B, solange die höchste zulässige Gesamtmasse des Gespanns nicht 12.000 kg übersteigt

Gesetzestext: § 2 Abs. 2 FSG

Anhängekupplung

Grundsätzlich gilt:

Wird an einem Fahrzeug eine Anhängevorrichtung angebracht, ist nach wie vor grundsätzlich eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere erforderlich (Genehmigungspflicht!).

Unterlagen zur Eintragung:

(genaue Informationen erhält man von der zuständigen Typisierungsstelle; z.B. für Wien: MA 46):

  • Antragsformular
  • Typenschein oder Einzelgenehmigung
  • Werkstattbestätigung über fachgerechten Einbau
  • Bestätigung über max. Zug-­ und Deichsellast (=Stützlast)
  • Bestätigung über Eigengewicht der Anhängekupplung
     

Kosten:

  • für die Typisierung: rund EUR 30,-,
  • für die Eintragung in den Typenschein: EUR 13,20

Behörde:

  • in Wien: MA 46 - Landesfahrzeug-Prüfstelle, 1110 Wien, 7. Haidequerstr. 5, Tel.: 01 / 955 59, geöffnet Mo - Fr: 8 - 12 Uhr und 13 – 15 Uhr sowie Do 15:30 - 17:00 Uhr
  • in den Bundesländern: das jeweils zuständige Amt der Landesregierung
     

Eintrag im Zulassungsschein:

Wir empfehlen: Anhängekupplung (bei der örtlichen Zulassungsstelle) auch in den Zulassungsschein eintragen zu lassen oder zumindest eine Kopie der Typenscheineintragung auf allen Fahrten mitzuführen; dient als Nachweis über die ordnungsgemäße Eintragung bei Kontrolle unterwegs.

Es besteht die Möglichkeit, bei der Genehmigung eines Anhängers eine bestimmte Bandbreite für das höchstzulässige Gesamtgewicht anzugeben. Innerhalb dieser Bandbreite wird dann das jeweils aktuelle höchste zulässige Gesamtgewicht von der Behörde oder der Zulassungsstelle auf Antrag festgesetzt und in den Zulassungsschein eingetragen. Umtypisierungen sind daher für diese Anhänger nicht mehr notwendig, sondern bei der Zulassungsstelle kann das im Hinblick auf ein geändertes Zugfahrzeug erforderliche neue höchste zulässige Gesamtgewicht des Anhängers innerhalb der vorgegebenen Bandbreite ausgewählt und festgelegt werden!
Gesetzestext: § 28 Abs. 3a KFG

Ausnahmen von der Genehmigungspflicht:

  • im Typenschein sind bereits eine (oder mehrere) Anhängekupplungen genehmigt; Nachrüstung des KFZ mit selbiger Marke und Type ( E-Zeichen u. Prüfnummer )
    Quelle: § 22a Abs. 1 Z 3 KDV
  • Zulassungsbesitzer kann nachweisen, dass für diese Anhängekupplung eine Genehmigung nach EG-Richtlinie 94/20 vorliegt, aus der hervorgeht, dass diese Anhängekupplung für das in Frage kommende Fahrzeug geeignet erklärt wurde und der Nachweis vom Lenker des Fahrzeuges mitgeführt wird;
    Nachweis u. Beschreibung der Anhängevorrichtung (Marke, Type, Gewicht, Stützlast, max. Anhängelast usw.) erhält Fahrzeugbesitzer beim Kauf einer genehmigten Kupplung
    Quelle: § 22a Abs. 1 Z 2 lit. m KDV

Es wird empfohlen, eine Werkstattbestätigung über den fachgerechten Einbau mitzuführen!

Weitere Vorschriften

Blinkerkontrolleinrichtung:

Der Lenker muss vom Lenkerplatz erkennen können, ob die Blinkleuchten des Fahrzeuges und des damit gezogenen Anhängers funktionieren. Kann die Funktion der Anhänger-Blinker mit der Kontrolleinrichtung des Zugfahrzeuges "mitkontrolliert" werden, ist keine gesonderte Kontrolleinrichtung notwendig. Ist dies nicht der Fall, dann muss jedenfalls eine optische Kontrolleinrichtung für den Anhänger im Zugfahrzeug vorhanden sein.
Gesetzestext: § 19 Abs. 1 KFG (letzter Satz); ECE R 48 Nr.6.5.8 Satz 3


Unterlegkeil:

Für jeden Anhänger über 750 kg höchstzulässigem Gesamtgewicht muss mindestens ein Unterlegkeil mitgeführt werden!
Gesetzestext: § 102 Abs. 10 KFG


Sicherheitsverbindungen:

z.B. Reißleine oder Sicherungskette
Gesetzestext: §§ 6 Abs. 12, 13 Abs. 2 und 5, 104 Abs. 2 lit. a KFG


Aufschriften:

An Anhängern (ausgenommen Wohnanhänger) müssen an der rechten Außenseite vollständig sichtbar und dauernd gut lesbar und unverwischbar:

  • das Eigengewicht,
  • das höchste zulässige Gesamtgewicht (es kann auch eine Bandbreite angegeben werden),
  • die höchsten zulässigen Achslasten und
  • die höchste zulässige Nutzlast angeschrieben werden.

Gesetzestext: § 27 Abs. 2 KFG

Versicherung

Jeder zum Verkehr zugelassene Anhänger muss über eine „eigene“ Haftpflichtversicherung verfügen. Die Versicherung von Anhängern umfasst grundsätzlich nur Versicherungsfälle, die nicht mit dem Ziehen des Anhängers durch ein Kfz zusammenhängen. Tritt der Schaden zu einem Zeitpunkt ein, zu dem der Anhänger mit einem Kfz verbunden ist, hat die Haftpflichtversicherung des Zugfahrzeuges für den Schaden einzutreten.

Pickerl

§ 57a - Begutachtung

Grundsatz: jährlich

Aber:
Für Anhänger, mit denen eine Geschwindigkeit von 25 km/h überschritten werden darf und die

  1. ein höchst zulässiges Gesamtgewicht von nicht mehr als 3.500 kg aufweisen oder
  2. landwirtschaftliche Anhänger sind oder
  3. dazu bestimmt sind, mit Krafträdern, ausgenommen Motorfahrrädern, gezogen zu werden,

gelten folgende Begutachtungsintervalle: 3/2/1 (drei Jahre nach der ersten Zulassung, zwei Jahre nach der ersten Begutachtung, ein Jahr nach der zweiten Begutachtung, danach jährlich).

Gesetzestext: § 57a Abs. 3 Z 3 KFG

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Zu beachten ist außerdem, dass für Pkw mit Anhängern besondere Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten. Lesen Sie hier mehr zu den zulässigen Höchstgeschwindigkeiten in Österreich.

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