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Zurückgeholt

Dass eine Pensionistin ihren 75. Geburtstag noch feiern kann, verdankt sie dem beherzten Eingreifen einer Ersthelferin und der perfekten Rettungskette.

Lebensrettung Anna Köck - Christophorus 2 © Martin Kalchhauser / NÖN
Besuch bei Christophorus 2  -  Dass eine Pensionistin ihren 75. Geburtstag feiern konnte, verdankt sie der Zivilcourage einer Ersthelferin. © Martin Kalchhauser / NÖN

Tage vor ihrem 75. Geburtstag war Anna Köck am frühen Abend gemeinsam mit ihrem Sohn Walter in einem Geschäft im Gewerbepark Krems-Ost einkaufen. Plötzlich und ohne jegliche Vorzeichen sackte die rüstige Pensionistin zusammen. Bernadette Bauer, die sich gerade mit ihrer Tochter Beate (14) im selben Supermarkt aufhielt, erfasste die Notsituation als Erste. Sie fragte den Mann, was denn mit seiner Mutter los sei. Als sie keinen Puls ertasten und keine Atmung feststellen konnte, ergriff sie die Initiative. Wenige Sekunden später begann sie mit der Reanimation der leblosen Frau.

Notruf

Seitens eines geschulten Mitarbeiters von Notruf NÖ bekam sie laufend telefonische Unterstützung für ihre Erste-Hilfe-Maßnahmen. Zwischenzeitlich wurden auch Rettungskräfte des Roten Kreuzes Krems zum Notfallort alarmiert. Notfallsanitäter Christian Windbrechtinger, der gerade mit dem Zivildiener Robert Chitan von einem Krankentransport zurückkehrte, erhielt via Funk nähere Details zum Einsatz und fuhr mit Blaulicht und Folgetonhorn Richtung Gewerbepark.

Einsatz.

Die beiden waren die ersten professionellen Helfer, die eintrafen. Windbrechtinger brachte gemeinsam mit seinem Kollegen in der Folge einen Defibrillator zum Einsatz und verabreichte der Patientin auch einen Elektroschock. Mit Erfolg: Das Herz der Frau begann wieder zu schlagen. Wenige Minuten später übernahm das Team des ÖAMTC-Notarzthubschraubers Christophorus 2 - an diesem Tag Pilot Gerald Spieß, Notarzt Clemens Harrer und der leitende Flugretter Robert Huber – die letztlich erfolgreiche Wiederbelebung.

Besuch.

Knapp neun Wochen nach der Rettungsaktion stellte sich Anna Köck gemeinsam mit Sohn Walter Köck und Tochter Erika Frühwald am Hubschrauberstützpunkt Krems-Gneixendorf bei der Helferin und den Rettungsteams ein, um sich mit einem Geschenk und Blumen zu bedanken. Mit dabei waren auch die beiden Enkel, Roman und Andrea, die froh sind, dass sie ihre fröhliche und rüstige Oma noch haben. Natürlich wurde auch gleich die Gelegenheit genutzt, den Notarzthubschrauber zu inspizieren.

Hilfe.

Robert Huber, Leitender Flugretter (C2) © ÖAMTC-Flugrettung

Robert Huber, Leitender Flugretter (C2)

„Ersthelfer sind das wichtigste Glied in der Rettungskette. Die ersten Minuten entscheiden nicht nur, ob jemand überlebt oder nicht, sondern auch, ob bleibende Schäden und Behinderungen davongetragen werden.“

Christophorus 2 Krems-Gneixendorf © ÖAMTC-Flugrettung

Christophorus 2 Krems-Gneixendorf

Seine Einsätze fliegt Christophorus 2 von Krems-Gneixendorf aus.

„Wenn diese Frau nicht Zivilcourage gezeigt und so beherzt gehandelt hätte, wären alle anderen Maßnahmen zu spät gekommen“, erklärt Flugretter Robert Huber. „Wenn Frau Bauer nicht gewesen wäre, hätte ich meinen 75. Geburtstag nicht erlebt“, ergänzt Anna Köck. Ihr ist durchaus bewusst, dass sie ihrer Retterin das Leben zu verdanken hat. Die Frau erhielt in Folge der Geschehnisse in Krems einen Herzschrittmacher mit eingebautem Defibrillator. Mittlerweile erfreut sie sich wieder guter Gesundheit.

Kurs.

„Es ist wichtig, dass möglichst viele Leute Erste Hilfe leisten können“, betont Bernadette Bauer, die die wichtigsten Grundlagen erst im Februar 2017 bei einem von der Freiwilligen Feuerwehr Grafenwörth organisierten Erste-Hilfe- Kurs vom Roten Kreuz gelernt hatte. „Ich hatte in der Notsituation noch die Worte des Ausbildners im Ohr!“

Stolz.

Für Tochter Beate war der Vorfall dramatisch und sie brauchte einige Tage, um ihn zu verarbeiten. Was aber geblieben ist, ist großer Stolz auf ihre Mama, die in Krems zur Lebensretterin wurde.

Text von Martin Kalchhauser (NÖN)

Flugrettung Christophorus

Thema Flugrettung

Die ÖAMTC-Flugrettung fliegt jährlich rd. 18.000 Einsätze. Das Ziel: Menschen, die in Not geraten sind, zu helfen. Tausende Menschen verdanken der schnellen Hilfe aus der Luft ihr Leben und noch eine viel größere Zahl hat sich lange Aufenthalte in Krankenhäusern erspart.

© ÖAMTC
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