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ÖAMTC Flugrettung - Jede Minute ist wichtig

Jede Minute zählt, wenn es um kranke oder verunfallte Menschen geht. Mitarbeiter von Einsatz- und Rettungsorganisationen teilen hier ihre Erfahrungen. Sie beschreiben, wann es besonders wichtig ist, Menschen rasch zu helfen und wie sie es schaffen, als eingespielte Teams, entscheidende Zeit zu gewinnen.

ÖAMTC Flugrettung - Jede Minute © ÖAMTC
ÖAMTC Flugrettung - Jede Minute © ÖAMTC

Erfahrungen von Helfern

Teile auch Du Deine Erfahrung als Teil einer Einsatzorganisation:

Philipp Gutlederer

FF Amstetten, Notruf NÖ

Teamwork auf der Autobahn (C) Gutlederer © Philipp Gutlederer Teamwork auf der Autobahn (C) Gutlederer
Landung auf der Autobahn

Eine perfekte Rettungskette beginnt bereits beim Notruf. Die Freiwillige Feuerwehr Amstetten fährt pro Jahr 600 Einsätze. Hier zählt jede Minute. 

Doch das schönste am Helfen ist, wenn alle Einsatzorganisationen gemeinsam das bestmögliche tun um anderen zu helfen! Gemeinsam können wir alles erreichen. 

Danke an alle die sich tagtäglich für andere einsetzen und helfen!

Leben retten macht glücklich …

Monja Weißegger

Ich habe lange Zeit in einem Krankenhaus in der Patientenaufnahme als Sekretärin gearbeitet. Dort habe ich Patienten in der Notaufnahme und auch Schwerverletzte im Schockraum ambulant/stationär aufgenommen und hatte dadurch beruflich fast täglich mit der ÖAMTC-Flugrettung Kontakt.

Mein Papa hatte im Jänner 2016 einen schweren Arbeitsunfall. Er wurde von der Crew des C14 geborgen, versorgt und schwerst verletzt ins nächste Krankenhaus geflogen. Dank der raschen Hilfe der Rettungskräfte und des Teams des C14 hat er überlebt. Außerdem durften wir bereits bei einer Stützpunktführung des C11 dabei sein.

Ich möchte mich daher bei allen ÖAMTC-Crewmitgliedern bedanken. Tagtäglich seid ihr im Einsatz, steckt euer Herzblut in eure Arbeit und rettet Menschen in Not - vielen Dank.

Gerald Lehner

Journalist, Autor und ORF-Redakteur in Salzburg, Alpinist und ehrenamtlicher Pressereferent der Bergrettung Tirol

Am seidenen Faden

Das war alles sehr knapp. Einsatz im Hochgebirge zwischen Jamtal und Fimbatal: Wir hatten hier - genau auf der Staatsgrenze zwischen Tirol und Graubünden (Schweiz) - einen privaten und fast tödlichen Kletterunfall. Entscheidend für die geglückte Lebensrettung war die Schlagkraft des Teams von Christophorus 5 (Zams), das uns zu Hilfe kam. Meine Kletterpartnerin stürzte durch ihren eigenen Abseilfehler etwa 60 Höhenmeter ab, das sehr steile Gelände in der Aufprallzone und ihr Schutzhelm retteten ihr das Leben. Die Verletzungen waren dennoch schwer und die Flugbedingungen sehr schwierig – wegen der sehr geringen Luftdichte. Laut Standard-Modell der Atmosphärenphysiker müsste es in 3.000 Metern Seehöhe ca. vier Grad unter dem Nullpunkt haben. An diesem Tag waren es 14 Grad plus. Hochsommer im Klimawandel im Hochgebirge. So viel Wärme so weit oben, das liebt kein Hubschrauberpilot, der in Bodenhöhe manövrieren und retten muss. Turbinen-, Schwebe- und Steigflugleistung liegen bei diesen Bedingungen an der untersten Grenze. Es war Zentimeterarbeit von ÖAMTC-Captain Hubert Becksteiner mit seiner EC 135 und dem Tau, an dem Flug- und Bergretter Frani Leitner sowie Notarzt Florian Jehle hingen.

Gleichzeitig war die Bergrettung Galtür in Alarmbereitschaft versetzt worden, weil der fliegerische Einsatz auch wegen der immer stärker werdenden Quellwolken auf des Messers Schneide stand. Hubschrauberpiloten brauchen Mindestsicht! Das fliegerische bzw. physikalisch-technische Grundproblem von sinkender Motorenleistung bei zu großer Wärme in größeren Seehöhen kenne ich neuerdings auch aus der eigenen Ausbildung zum Privatpiloten auf Flugzeugen. Der Abtransport der Schwerverletzten wäre in diesem Sommer 2015 um ein Haar nur auf dem Boden möglich gewesen. Allein der Anmarsch in die sehr einsame Hochregion beim Paulcketurm im Jamtal hätte Stunden gedauert, der Rückweg ebenso. Es gibt jedoch viele Tage und Nächte, in denen die Lebensrettung nur so möglich ist.

Auf dem Boden UND in der Luft ist die Zusammenarbeit wichtig. Zudem fliegen in Tirol und anderen Teilen Österreichs auch Flugretter des Bergrettungsdienstes als Navigatoren und Bergungstechniker in den Helikoptern mit. Wir können alle zusammen sehr stolz sein auf dieses System. Bei unserem privaten Unfall war der mangelnde Mobilfunk-Empfang im Hochgebirge neben dem schweren Schockgeschehen für die Abgestürzte die größte Gefahr. Ich bemühte mich nach dem Absturz mehr als eine Stunde lang vergeblich um eine Verbindung. Ich konnte den Standort nicht wechseln, weil ich die immer wieder in Bewusstlosigkeit fallende Schwerverletzte nicht allein lassen wollte. Mein eigenes Handy versagte dabei komplett, erst das Telefon der Kletterpartnerin ermöglichte einen Kontakt zur Außenwelt – über eine äußerst schwache, fragile und nur phasenweise vorhandene Funkverbindung, die ich nur durch Zufall auf dem Display entdeckte. Ich bin dem Team von Christophorus 5 bis ans Ende meiner Tage dankbar.

Markus Auer

Georg Jeitler

Jan Salcher

Bergrettung Lesachtal

Generell funktioniert - was die Ortsstelle Lesachtal anbelangt - die Zusammenarbeit mit dem Stützpunkt des C7 hervorragend! Für Einsätze im alpinen Raum ist vor allem eine nahtlose Kommunikation zwischen der verletzten/verunfallten Person, der Leitstelle, dem NAH und den lokalen (Berg-)Rettungskräften wichtig. "je schneller desto besser“!

Nichtsdestotrotz ergeben sich im alpinen Gelände naturräumlich bedingte Umstände die eine sofortige notfallmedizinische Versorgung erschweren oder unterbinden (schwerzugängiges Gelände, Wetterverhältnisse etc.). 

Bernhard Magritzer

Alpine Einsatzgruppe Gmunden

Durch die professionelle Zusammenarbeit mit der ÖAMTC-Flugrettung haben wir (Alpinpolizei Gmunden gemeinsam mit der Bergrettung) nur gegenseitig profitieren können. Durch die Vielzahl an Einsätzen im alpinen Bereich kennen wir uns (ÖAMTC-Stützpunkt C 10 in Linz, Alpinpolizei Gmunden, sowie sämtliche Bergrettungsortsstellen) schon sehr lange und es ist eine freundschaftliche Begegnung bei unseren gemeinsamen Einsätzen.

Dadurch ist auch eine übergreifende schnelle Rettung entstanden, wo sich jeder auf den anderen verlassen kann und letztendlich jeder davon profitiert.  

Ein Verletzter bekommt rasche professionelle Hilfe. Das ist der Grundsatz an dem wir alle gemeinsam arbeiten und der uns immer wieder gemeinsam wachsen lässt.  

Nach der Abwicklung des Einsatzes stellt sich nicht umsonst immer wieder mal das Gefühl der Zufriedenheit ein, jemand geholfen zu haben. Das regt auch immer wieder zu neuen Ideen an,  das Bestehende zu verbessern und sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen.  

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass bei einer Verletzung im nicht urbanen Bereich einen der Gedanke dabei begleitet, dass mir eh gleich geholfen wird. Und das ist in solch einer Situation ein sehr beruhigender Gedanke.  

Ich bin froh gemeinsam mit den Kollegen und Freunden der ÖAMTC-Flugrettung, Bergrettung und anderen hier nicht erwähnten Organisationen verunfallten Menschen im alpinen Bereich helfen zu dürfen. Was will man mehr!

Wolfgang Guggenberger

Polizeiinspektion Kötschach-Mauthen

Durch einwandfreien Funkkontakt mit den Einsatzkräften vor Ort, Alpinpolizei, Bergrettung, Hundestaffel und vor allem durch den persönlichen Kontakt kann wertvolle Zeit gewonnen werden.

Besonders wichtig ist es für die Alpinpolizei dass wir genaue exakte Ortsangaben vom Einsatzort bekommen und auch genauestens als GPS Koordinaten weiterleiten können und somit der NAH punktgenau anfliegen kann.

Bei schwerverletzten Personen im Straßenverkehr oder im alpinen Gelände ist es für uns sehr wichtig dass die medizinische Versorgung/Notarzt, behutsame Bergung mittels Tau so schnell als möglich abläuft. Die Chance auf eine vollkommene Genesung steigt durch die professionelle Bergung und Versorgung des Patienten. 

Ursula Waibel

Notärztin aus Tirol

Als Tiroler Notärztin weiß ich, dass vor allem bei Notfällen in den Bergen und in weniger bewohnten Gebieten Patienten oft nur durch einen Flugrettungseinsatz rasch in das richtige Krankenhaus gebracht werden können. Für zeitkritische Patienten ist es wichtig, ohne Umwege, ohne Stau und ohne lange Anfahrtszeiten versorgt werden zu können.

In der Notfallmedizin gibt es den Fachbegriff der "Golden Hour", sie bedeutet, dass ein Patienten innerhalb von 60 Minuten ab Eintreten des medizinischen Notfalls versorgt werden muss, um gute Überlebenschancen zu haben. Das ist zum Beispiel bei Kopfverletzungen entscheidend. Hier zählt wirklich buchstäblich jede Minute. Es ist immer Teamarbeit, die dafür sorgt, dass der Patient rasch am richtigen Ort ist - sehr oft kommt hier die Flugrettung ins Spiel.

In einem Spezialbereich ist die Flugrettung meiner Meinung nach noch besonders wichtig: nämlich wenn es z.B. durch einen Großunfall plötzlich an einer Stelle zum gleichen Zeitpunkt viele Schwerverletzte gibt. Diese müssen dann nämlich rasch auf die Zielkrankenhäuser verteilt werden, da ein Krankenhaus allein zu wenig Kapazitäten hätte, um viele Personen gleichzeitig intensivmedizinisch zu versorgen.

Manuela Wilhelmer

Polizeiinspektion Matrei in Osttirol

Es fasziniert mich immer wieder sehr, wie unkompliziert, effizient und kameradschaftlich ein Einsatz abläuft, auch wenn mehrere Organisationen wie z.B. Feuerwehr oder Bergrettung, Christophorus und Polizei zugleich im Einsatz sind. Da jeder von den Einsatzorganisationen weiß, was er zum Tun hat, kann die Crew des Hubschrauber sich auf den Patienten konzentrieren und ihn so rasch wie möglich versorgen. 

Um einem Menschen rasch helfen zu können, ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, dass die Kommunikation untereinander (unter den Einsatzorganisationen)  gewährleistet ist bzw. dass jeder im Einsatz Stehende weiß, welche Aufgaben er zu erledigen hat und sich nicht in andere Aufgaben „einmischt“.

Unter Umständen kann jede Minute zählen, wenn es um die medizinische Versorgung geht. Was jedoch genauso wichtig ist und man nie außer Acht lassen sollte, ist die Psyche des Patienten und auch die der Angehörigen oder am Vorfallsort anwesenden Personen. Alleine dass man weiß, dass einem geholfen wird bzw. dass Hilfe unterwegs ist, beruhigt oft die Situation und trägt zur Ruhe am Einsatzort und in weiterer Folge bestimmt auch zur schnelleren Genesung des Patienten bei.

Aus eigener Erfahrung (Skiunfall in Südtirol) weiß ich, welche Tortur man mitmacht, wenn man ca 2 Stunden auf eine Rettung warten muss, da gerade kein Rettungsauto frei ist und der Rettungshubschrauber von dem Bergetrupp  für nicht notwendig empfunden wird. Nach ca 2 Stunden wurde dann doch noch ein Rettungshubschrauber nachalarmiert, der mich in ein Krankenhaus in Südtirol brachte. Dort musste ich aber „zum Glück“ nur einige Minuten bleiben, denn „Christophorus 7“ war schon unterwegs und holte mich nach Hause (aber das ist eine andere Geschichte ;-) )
 

Christopher Scheidl

Rotes Kreuz NÖ

Die exzellente Zusammenarbeit zwischen dem bodengebundenen Rettungsdienst vom Roten Kreuz und der Christophorus Flugrettung macht für manche  kritische Patienten den Unterschied zwischen Leben und Tod aus. Bei jedem Einsatz bildet sich aus der Rettungswagen- und Hubschrauber-Mannschaft ein  neues gemeinsames Team. Wenn jede Sekunde zählt, dann muss auch jeder Handgriff im Team sitzen und die Maßnahmen müssen bereits vorbereitetet sein.  Durch strukturierte Abläufe, gemeinsame Algorithmen und dem Wissen über die Bedürfnisse der jeweiligen Einsatzeinheiten kann lebenswichtige Zeit für den Patienten gewonnen werden.

Am allerwichtigsten ist der couragierte Ersthelfer. Alle Studien und Erfahrungswerte zeigen, dass der Ersthelfer den entscheidenden Unterschied machen kann. Durch mutiges Handeln im Sinne der Ersten Hilfe gewinnt die verletzte Person ausreichend Zeit bis das Rote Kreuz eingetroffen ist. Nach den lebensrettenden Sofortmaßnahmen durch die Sanitäter vor Ort ist besonders die hohe Geschwindigkeit und direkte Flugroute der Christophorus Flugrettung für den Patienten entscheidend. Ein Hubschrauber steckt nie im Stau und verkürzt Transportzeiten ins Krankenhaus enorm.

Couragierte Ersthelfer und die notfallmedizinische Versorgung im Verbundsystem (Rettungsauto + bodengebundenes Notarztfahrzeug und/oder Hubschrauber) ermöglicht rasche Eintreffzeiten für kritisch erkrankte oder verletzte Personen. Jeder Bestandteil dieser Kette trägt seinen wichtigen Teil dazu bei, dass Personen rasch die Behandlung erhalten, die sie benötigen. Besonders bei zeitkritischen Verletzungen und Erkrankungen ist die Christophorus Flugrettung ein unschätzbar wertvoller Vorteil für den Patienten auf dem Weg in den Operationssaal.

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Flugrettung Christophorus

Thema Flugrettung

Die ÖAMTC-Flugrettung fliegt jährlich rd. 18.000 Einsätze. Das Ziel: Menschen, die in Not geraten sind, zu helfen. Tausende Menschen verdanken der schnellen Hilfe aus der Luft ihr Leben und noch eine viel größere Zahl hat sich lange Aufenthalte in Krankenhäusern erspart.

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