ÖAMTC Logo
ÖAMTC Logo
Bremsen 2021 - Brembo

Brembo Xtra-Line

Test: Bremsscheiben und -beläge 2021

©

Die Brembo-Bremse wird ihrem sportlichen Aushängeschild gerecht. Unter höchster Beanspruchung, aber auch im Praxisprofil überzeugt ihre Bremsleistung. Die Perfomance geht mit einem hohen Verschleiß und dementsprechend massiven Bremsstaub-Emissionen einher.

Die Bremsenteile mit gelochten Scheiben der Serie Xtra-Line vom italienischen Traditionshersteller Brembo geben ein uneinheitliches Bild ab: Bei der Sicherheit überzeugen sie mit höchster Bremsleistung unter praxisnahen Bedingungen. Beim Kalt-Bremsweg aus 100 km/h liegen sie gleichauf mit den VW-Produkten (36,8 m). Die Reibwertvorteile bringen somit keine kürzeren Bremswege. Unter Beanspruchung fällt die Brembo unter die Reibwerte der VW-Bremse. Der temperaturbedingte Abfall des Reibverhaltens (auch Fading genannt) führt zu einem Punktabzug.

Die Beläge bestehen aus einer äußerst abriebfreudigen und groben Materialzusammensetzung. Entsprechend fallen die Bremsstaub-Emissionen im kundennahen WLTP-Brake-Zyklus (auf dem Prüfstand) hoch aus. Die gelochte Bremsscheibe gibt die Feinstäube nicht direkt in die Umwelt ab. Ein großer Anteil der Verschleißprodukte sammelt sich in den Löchern und Spalten im Inneren der Scheibe und löst sich dann als Agglomerat (Klumpen) undefiniert ab. Unter Höchstlast – hohe Temperatur und erhöhter Bremsdruck – ergeben sich sehr hohe Feinstaub-Emissionen. Dabei fallen der Scheibenverschleiß, aber auch der Belagverschleiß um ein Vielfaches höher aus als bei den anderen Produkten. Negativ aufgefallen sind zudem eine starke Riefenbildung auf der Bremsscheiben-Innenseite und eine zerstörte Antikorrosionsschicht an den Bremsbelägen. Zum erhöhten Scheibenverschleiß ist zudem anzufügen, dass die Bremsscheibe den geringsten Scheibenverschleiß zulässt. Nach bereits 2,2 mm Schwund ist die zulässige Scheibenstärke unterschritten. Die VW Scheibe lässt 2,9 mm, die Ridex Scheibe sogar 3,3 mm zu. Ein teurer und kurzer Spaß.

Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
  • sehr guter Reibwert
  • guter Heißreibwert
  • hoher Verschleiß bei praxisnahen Betriebszuständen
  • erhöhter Verschleiß unter extremen Bedingungen
  • erhöhte Feinstaub-Emissionen im WLTP-Bremsen-Zyklus (praxisnah) (außerhalb der Bewertung)
  • massiv hohe Feinstaub-Emissionen unter Hochbelastung (außerhalb der Bewertung)
  • Riefenbildung auf der Scheibe (Kolbenseitig)
  • Beschädigung der Anti-Korrosionsschicht an Scheibe und Belag durch Hitze (hoch belastet)

Ergebnisse im Detail

Testkriterium Gewichtung Note
Bremsleistung 70% 1,3
Reibwert & Konstanz 70% 1,2
Bremswege 30% 1,7
Verschleiß 30% 4,7
praxisnah ¹ 60% 4,5
hoch beansprucht ² 30% 5,5
Belagstärke / zulässiger Scheibenverschleiß 10% 3,6
Gesamtnote 100% 2,3
Empfehlung

¹ Praxisnahe Bremsenprüfung: industrieweit akzeptierter Bremsenzyklus, der reale Bremsbedingungen abbildet. Dabei werden leichte bis moderate Verzögerungsleistungen abgerufen.

² Bremsen hoch beansprucht: Der AK-Master beschreibt eine standardisierte Bremsenprüfung in der Industrie. Dabei werden die Bremsen von moderaten bis hin zu sehr hohen Verzögerungsleistungen beansprucht.

Notengrenzen für Empfehlungen

ÖAMTC-Empfehlung
Note sehr gut gut befriedigend genügend nicht genügend
Notenwert 0,5 - 1,5 1,6 - 2,5 2,6 - 3,5 3,6 - 4,5 4,6 - 5,5
Bremsen Vergleichstest

Thema ÖAMTC testet Bremsen aus dem Zubehör

Gute und günstige Alternativen zu Originalteilen verfügbar.

© ÖAMTC
ÖAMTC Stützpunkt