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DruckenSpritpreise steigen: Was die Spritpreisbremse bringt
Spritpreise in nur einem Monat um 70 Cent gestiegen
Seit Anfang März stieg der Dieselpreis um rund 70 Cent pro Liter, der Benzinpreis um rund 40 Cent. Die Regierung reagiert mit einer Spritpreisbremse – doch der ÖAMTC bewertet die Maßnahme als unzureichend: Sie senkt den Preis im Schnitt nur um rund zehn Cent pro Liter.
Diesel auf neuem Höchststand
Der Liter Diesel kostete zuletzt im Schnitt knapp unter 2,25 Euro – ein neuer Tageshöchstwert in Österreich. Die Spritpreisbremse tritt nun in Kraft, erste Senkungen sind ab Donnerstagnachmittag vor Ostern zu erwarten. Wer günstig tanken will, sollte den richtigen Zeitpunkt wählen und bei Auslandsreisen genau prüfen, wo sich das Tanken lohnt. Wir fassen zusammen, worauf Sie jetzt achten sollten.
- Frühestens Donnerstagnachmittag tanken – dann greifen erste Preissenkungen durch die Spritpreisbremse
- Freitagmittag könnten die Preise wieder steigen – Entwicklung der Preisnotierungen beobachten
- Vor Auslandsreisen länderspezifische Preisunterschiede prüfen, besonders in Ungarn und der Slowakei
- Nicht auf Reserve starten – vereinzelt sind leergekaufte Tanks möglich
- In Slowenien gilt eine Abgabeobergrenze von 50 Litern Kraftstoff pro Fahrzeug
Wie stark sind die Spritpreise gestiegen?
Innerhalb eines einzigen Monats verteuerte sich Diesel um rund 70 Cent pro Liter, Benzin um rund 40 Cent. Im Monatsdurchschnitt lag Diesel im März um 46,3 Cent teurer als im Februar, Super um 28,2 Cent. Der Tagesschnitt für Diesel näherte sich zuletzt knapp der Marke von 2,25 Euro – ein neuer Höchstwert in Österreich. Damit liegen die Dieselpreise nominell sogar über dem Niveau zu Beginn des Ukraine-Krieges, auch weil die CO2-Bepreisung seither gilt.
- Diesel: Monatsdurchschnitt März um 46,3 Cent pro Liter teurer als im Februar
- Super (Benzin): Monatsdurchschnitt März um 28,2 Cent pro Liter teurer als im Februar
- Tagesschnitt Diesel zuletzt knapp unter 2,25 Euro – neuer Höchstwert in Österreich
Was leistet die Spritpreisbremse?
Die Regierung hat eine Spritpreisbremse eingeführt, die den Preis im Schnitt um rund zehn Cent pro Liter senken soll. Der ÖAMTC begrüßt den Schritt grundsätzlich, hält ihn angesichts der massiven Preissteigerungen aber für unzureichend. Hinzu kommt: Die Maßnahme wirkt teilweise verzögert – wann die Senkung vollständig bei den Konsument:innen ankommt, bleibt zunächst abzuwarten. Sollten die Preise weiter so rasch steigen, kann die Bremse die Entwicklung bestenfalls verlangsamen.
- Preissenkung von durchschnittlich zehn Cent pro Liter erwartet
- Wirkung tritt teilweise verzögert ein – vollständige Entlastung braucht Zeit
- Bei weiter steigenden Preisen kann die Maßnahme die Entwicklung nur verlangsamen
„Es ist positiv, dass die Regierung versucht, die Preise zu reduzieren. Im Sinne der Konsument:innen hätten wir uns aber eine größere Entlastung erhofft“, so Martin Grasslober, Leiter der ÖAMTC-Verkehrswirtschaft. „Eine Preisreduktion um durchschnittlich zehn Cent pro Liter ist angesichts der beobachteten Preissteigerungen letztlich jedoch kein großer Wurf“, stellt er klar.
Wann sollte ich vor Ostern am günstigsten tanken?
Dominik Graf, Verkehrswirtschaftsexperte des ÖAMTC, empfiehlt: „Wer am Osterwochenende verreist, sollte frühestens am Donnerstag-Nachmittag tanken, ab dann ist mit ersten Senkungen aufgrund der Spritpreisbremse zu rechnen.“ Ob die Preise am Freitag um 12 Uhr steigen und in welchem Ausmaß, hängt von der Entwicklung der zugrundeliegenden Preisnotierungen ab.
Lohnt sich Tanken im Ausland – und wo?
Das hängt vom Zielland ab. In Ungarn und der Slowakei gelten staatlich gestützte Niedrigpreise meist nur für die jeweiligen Staatsbürger:innen – mit österreichischem Kennzeichen zahlt man oft deutlich mehr. Diese Diskriminierung hat die EU-Kommission bereits festgestellt. In Deutschland liegen die Preise aktuell deutlich über dem österreichischen Niveau. Anders verhält es sich in Italien, wo eine deutliche Steuersenkung die Preise möglicherweise sogar unter das österreichische Niveau drückt. In Slowenien und Kroatien gelten abseits von Autobahnen staatlich regulierte Höchstpreise, die üblicherweise deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt liegen.
Was fordert der ÖAMTC über die Spritpreisbremse hinaus?
Der ÖAMTC sieht auch auf europäischer Ebene dringenden Handlungsbedarf. Die internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super müssen nach Ansicht des Clubs genauer untersucht und stärker reguliert werden. Martin Grasslober, Leiter der ÖAMTC-Verkehrswirtschaft, betont: „Nur durch verlässliche Notierungen, die auch für die nationale Spritpreisbremse herangezogen werden, sind faire Preise an den Zapfsäulen möglich.“ Ohne eine verlässliche Grundlage auf europäischer Ebene bleibt jede nationale Preisbremse in ihrer Wirkung begrenzt.