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E-Scooter in Linz

Geräte sind teilweise bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. ÖAMTC gibt Tipps zur Nutzung.

E-Scooter-Test © ÖAMTC
ÖAMTC testete E-Scooter © ÖAMTC

Seit März dieses Jahres prägen E-Scooter das Linzer Stadtbild. Von den bisher sechs Anbietern sind nach vier Monaten nur mehr vier in der oberösterreichischen Landeshauptstadt vertreten: Lime, Tier, Arolla und Circ (ehemals Flash). Experten vom ÖAMTC Oberösterreich haben sich ein Bild vom Zustand der Geräte gemacht. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: „Wir haben im Laufe eines Vormittags stichprobenartige Tests durchgeführt. Teilweise fehlte an den Geräten die Klingel, bei einem war der Lenker falsch ausgerichtet, Reflektoren waren nicht vorhanden und bei einigen E-Scootern konnte die Bremse bis zum Griff angezogen werden, was die Bremsleistung stark vermindert“, resümiert ÖAMTC-Landesdirektor Harald Großauer. 

Vor Fahrtantritt wird kritischer Check des Gerätes empfohlen

Bevor der E-Scooter aktiviert wird, sollte somit ein kritischer Blick auf den Zustand des Gerätes, vor allem auf die Bremsen – mittels Bremsprobe – gelegt werden: „Sind Teile locker, hat die Bremse keinen Druckpunkt, macht der E-Scooter einen unstabilen Eindruck, dann das Gerät besser nicht in Betrieb nehmen“, rät Großauer. Der Akkustand ist übrigens direkt in der App des jeweiligen Herstellers ersichtlich. Außerdem empfiehlt es sich, das Ziel in der Map der App zu suchen, denn manche E-Scooter-Anbieter schränken ihr Einsatzgebiet ein. Die Fahrt in die Region kann zwar vorgenommen werden, das Gerät kann aber nicht abgestellt und somit die Fahrt nicht beendet werden. „Wird während der Fahrt ein Gebrechen oder ein Mangel festgestellt, so rate ich, den E-Scooter sofort abzustellen oder zu wechseln. Auch, wenn dadurch erneut die Aktivierungsgebühr fällig ist. Aber immer noch besser, als in eine brenzlige Situation zu geraten“, so der ÖAMTC-Landesdirektor. Kritik gibt es außerdem an der Lichtanlage. Deren einwandfreie Funktionalität kann erst mit der Aktivierung festgestellt werden.  


 

Fahrer ist für Verkehrstauglichkeit verantwortlich

ÖAMTC Landesdirektor Harald Großauer © ÖAMTC ÖAMTC Landesdirektor Harald Großauer

Seit 1. Juni 2019 gelten österreichweit die gleichen Regeln für E-Scooter. Es sind im Wesentlichen die Bestimmungen, die auch für das Radfahren gelten, wenn der E-Kleintretroller eine höchstzulässige Leistung von nicht mehr als 600 Watt und eine Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h aufweist: „Auch wenn der E-Scooter nur geliehen ist, für die Verkehrstauglichkeit und –sicherheit ist der Lenker verantwortlich. Das trifft sowohl auf die Ausstattung der Geräte zu als auch auf die Verhaltensregeln“, erklärt der Landesdirektor. 

Die Scooter im Überblick

CIRC (ehemals Flash):

E-Scooter Circ © ÖAMTC E-Scooter Circ

Grundfarben: Schwarz/Orange

Kosten: Freischaltung (einmalig pro Fahrt) 1 €, dann 0,15 € pro Minute.

Zahlung: Nur mit Kreditkarte

Die App: 

  • Sowohl für Android als auch iOS verfügbar
  • Intuitiv
  • Nach Installation der App werden verfügbare E-Scooter mit Akkuleistung und Kennung angezeigt
  • Freischaltung des Scooters und Beenden erfolgt mit Wisch über ein Symbol (sperren und entsperren)
  • Bewertung im App-Store: 4,1/5 Google Play Store | 4,8/5 Apple Store*

    Specials: Die E-Scooter sind mit Trink- und Smartphone-Halterung ausgestattet.

TIER:

E-Scooter Tier © ÖAMTC E-Scooter Tier

Grundfarben: Schwarz/Grün/Blau

Kosten: Freischaltung (einmalig pro Fahrt) 1 €, dann 0,15 € pro Minute.

Zahlung: Nur mit Kreditkarte

Die App: 

  • Sowohl für Android als auch iOS verfügbar
  • Intuitiv
  • Nach Installation der App werden verfügbare E-Scooter mit Akkuleistung und Kennung angezeigt
  • Freischaltung des Scooters erfolgt durch Scan des QR-Codes oder durch Push des Buttons, beenden mittels Push des Buttons.
  • Sicherheitshinweise können jederzeit im Menu abgerufen werden
  • Bewertung im App-Store: 3,5/5 Google Play Store | 4,4/5 Apple Store*

LIME:

E-Scooter Lime © ÖAMTC E-Scooter Lime

Grundfarben: Schwarz/Weiß/Grün

Kosten: Freischaltung (einmalig pro Fahrt) 1 €, dann 0,20 € pro Minute (teuerster Tarif).

Zahlung: Nur mit Kreditkarte | Guthaben muss aufgeladen werden

Die App:

  • Sowohl für Android als auch iOS verfügbar
  • Intuitiv
  • Nach Installation der App werden verfügbare E-Scooter mit Akkuleistung und Kennung angezeigt
  • Geräte können via App reserviert werden und auch einen Ton von sich geben
  • Freischaltung erfolgt via Scan des QR-Codes, beenden mittels Button
  • Bewertung im App-Store: 4,5/5 Google Play Store | 4,9/5 Apple Store*

Specials: Beschädigte Fahrzeuge können in der App gemeldet werden

AROLLA:

E-Scooter-Arolla © ÖAMTC E-Scooter-Arolla

Grundfarben: Schwarz/Grün

Kosten: derzeit kostenlos.

App:

  • Sowohl für Android als auch iOS verfügbar
  • Intuitiv
  • Nach Installation der App werden verfügbare E-Scooter angezeigt
  • Freischaltung erfolgt via Scan des QR-Codes, beenden mittels Button
  • Bewertung im App-Store: 2,9/5 Google Play Store | 2,6/5 im Apple Store*

Specials: Nur sehr wenige Scooter (etwa sechs Stück) befinden sich derzeit im Umlauf – Testbetrieb.

* Die App-Bewertungen in den jeweiligen Stores beziehen sich nicht ausschließlich auf die Usability der App, sondern auch auf die Verfügbarkeit, den Zustand und weitere Eigenschaften der jeweiligen E-Scooter.

Tipps vor der Abfahrt:

  • Bremsencheck: Jeder E-Scooter ist mit einer Handbremse (wie bei einem Fahrrad) ausgestattet. Vor Fahrtantritt sollte diese einem Test unterzogen werden. Beim ÖAMTC-Lokalaugenschein konnten einige Hebel bis zum Lenker gezogen werden – somit kann es zu einer verminderten Bremsleistung kommen.
  • Optischer Gesamteindruck: Welchen Eindruck macht der E-Scooter? Sind grobe Abnützungen erkennbar oder Teile kaputt? Dann sollte dieses Gerät nicht in Betrieb genommen werden.
  • Lichtkontrolle: Das kann leider bei allen Modellen nur während der Fahrt bzw. nach Aktivierung des Geräts festgestellt werden.
  • Ungefähres Ziel in der Map suchen: Die Anbieter schränken ihr Einsatzgebiet ein. Das Abstellen des E-Scooters außerhalb dieser Zonen ist nicht möglich. Deswegen sollte das Ziel vorab in der Map (App) aufgesucht werden.
     

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