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Hitzefalle Auto - Tipps für Autofahrer:innen

Bei Hitze keine Kinder oder Tiere im Auto warten lassen.

Innenraum eines Autos mit starker Sonneneinstrahlung
Hitzefalle Auto © iStock-586086752

Bei hochsommerlichen Temperaturen müssen Einsatzkräfte und Pannenhelfer:innen immer wieder Kleinkinder oder Tiere aus überhitzten Fahrzeugen befreien.

ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger

"In der Sonne geparkte Fahrzeuge können sich innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen und für zurückgelassene Babys oder Tiere, die sich nicht selbst helfen können, zur gefährlichen Falle werden."

ÖAMTC warnt vor Hitzefalle Auto

Der Mobilitätsclub hat in der Vergangenheit stichprobenartig Messungen an Autos durchgeführt, die über mehrere Stunden in der prallen Sonne geparkt waren und dabei Innenraumtemperaturen von rund 60 Grad im Kopfbereich festgestellt.

Bei sommerlichen Außentemperaturen von 30 Grad und mehr kann sich ein Fahrzeug aber auch schon nach kurzer Abstellzeit deutlich aufheizen und Lebewesen, die sich darin befinden, gefährden.

Marion Seidenberger:

"Solche saunaähnlichen Innentemperaturen können für den Kreislauf von Mensch und Tier selbst nach kurzer Wartezeit belastend sein. Auch wenn man vorhat, nur kurz etwas zu besorgen oder das Kind gerade so schön schläft, sollte man bei sommerlichen Verhältnissen niemanden in einem in der Sonne geparkten Fahrzeug eingesperrt zurücklassen." 
 

Was nützt (nichts) gegen die Hitze und was tun als Passant:in?

Die Fenster einen kleinen Spalt offen zu lassen, hatte im Übrigen keine nennenswerte Auswirkung auf die Temperatur - die Luftzirkulation ist zu gering. Auch Sonnenblenden runterklappen oder das Auto vor dem Abstellen mit der Klimaanlage maximal zu kühlen, hilft zu wenig. Ebenfalls kaum Einfluss auf die Hitze hat die sogenannte Wärmeschutzverglasung. Diese kann die Aufheizung des Innenraums nur um wenige Grad nach unten beeinflussen.

Wer im Schatten parkt, sollte bedenken, dass dieser mit der Sonne wandert.

Gegen brennheiße Sitzflächen bzw. Kindersitze hilft das Abdecken mit hellen Handtüchern oder Decken.

Das effektivste und schnellste Mittel zur unmittelbaren Wärmebekämpfung bleibt die Klimaanlage. Aus Gründen des Umweltschutzes, des Energiesparens und zur Vermeidung von Lärmbelästigung für Anrainer:innen sollte man auf ein unnötiges längeres Laufenlassen des Verbrennungsmotors im Stand, beispielsweise zur Klimatisierung, verzichten.

Marion Seidenberger rät:

"Bemerkt man als Passant:in in einem schon längere Zeit in der Sonne geparkten und eindeutig überhitzten Auto ein eingeschlossenes Baby oder Tier, sollte man zunächst versuchen, die Wagenlenker:innen in umliegenden Geschäften, Cafés etc. ausfindig zu machen. Sollte das nicht möglich sein, bitte die Polizei unter dem Notruf 133 verständigen. Sperrt sich ein Kleinkind irrtümlich mit dem Fahrzeugschlüssel ein, können sich Eltern als ÖAMTC-Mitglieder auch an die Nothilfe-Nummer 120 wenden - solche Einsätze werden von der Pannenhilfe priorisiert durchgeführt."

Armaturenbrett & Sitzflächen bis zu 80 Grad

Zu Vergleichszwecken wurden 2018 auf dem Gelände des ÖAMTC in Wien-Erdberg vier Kleinwagen und ein Familyvan von der Früh weg in der prallen Sonne geparkt. Gegen 14 Uhr, bei 30 Grad Außentemperatur, erreichten auch die Temperaturen im Inneren der Fahrzeuge ihr Maximum: Je nach Modell wurden zwischen 70 und 80 Grad auf den Sitzflächen und den Armaturenbrettern gemessen. Die Lufttemperatur in Kopfhöhe lag bei ca. 60 Grad. Im Kofferraum gesicherte Tiere hätten es nicht viel besser gehabt – hier wurden ca. 50 Grad gemessen.

Übrigens: Auch für elektronische Geräte ist die Hitze nicht gut – Smartphones und Co sollten daher vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Ebenso Einkäufe und vor allem Medikamente sollten nicht im heißen Auto gelagert werden.

Hitzefalle Auto - Tipps für Aufofahrer:innen

So bewahren Lenker:innen einen kühlen Kopf - trinken, vorsichtig kühlen, pausieren.

Trinken

Die empfohlene Flüssigkeitszufuhr liegt für Erwachsene bei mindestens 1,5 Litern pro Tag - an besonders heißen Tagen sogar bei drei Litern. Dabei ist es besser, häufiger kleinere Mengen als selten sehr viel zu trinken. Geeignete Getränke sind neben stillem Wasser auch gespritzte Säfte und Tee. Insbesondere Kinder oder mitfahrende Haustiere sollte man regelmäßig zum Trinken motivieren.

Klimaanlage

Trotz Hitze sollte man es mit der Klimaanlage nicht übertreiben. Stellt man sie zu kalt ein, ist der Temperaturunterschied zwischen innen und außen zu groß – was den  Körper zusätzlich strapaziert.

Schattenspender

Utensilien wie Sonnenblende, Sonnenschutzfolien oder -rollos halten die Hitze vom Fahrzeuginneren effektiv fern.

Pausen

Bei längeren Fahrten sollten unbedingt regelmäßige Pausen im Freien, möglichst auf einem schattigen Parkplatz, eingelegt werden – so vermindert man Müdigkeit und Unkonzentriertheit.

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