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Pendlerpauschale und Jobticket

Finanzielle Unterstützung für Pendler.

Pendlerpauschale © iStock
Pendlerpauschale © iStock

Aktuelle Pläne der neuen Bundesregierung

Im aktuellen Regierungsprogramm findet sich der Punkt "Ökologisierung und Erhöhung der Treffsicherheit des Pendlerpauschales". Der Club fordert eine einkommensunabhängig und kilometergenau abgerechnete Pendlerunterstützung. Der Plan ist, die „kleine Pendlerpauschale“ (für jene, denen die Nutzung von Öffis zumutbar ist) in eine Sachleistung umzuwandeln.

Hier finden Sie die aktuellen Positionen des ÖAMTC zu den Plänen der Regierung

Verkehrsabsetzbetrag

Prinzipiell werden die Kosten der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte durch den Verkehrsabsetzbetrag abgegolten. Dieser beträgt 400 Euro jährlich und wird automatisch vom Arbeitgeber berücksichtigt. Bei bestimmten Voraussetzungen kann darüber hinaus auch noch Anspruch auf Pendlerpauschale und Pendlereuro bestehen.

Pendlerpauschale & Pendlereuro

Der Anspruch auf Pendlerpauschale hängt von den folgenden Gegebenheiten ab:

  • Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
  • Möglichkeit bzw. Zumutbarkeit der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Vorhandensein eines Dienstautos oder Jobtickets
  • Zeitliches Überwiegen des Pendelns im Lohnzahlungszeitraum

Besteht Anspruch auf die Pendlerpauschale, wird seit 2013 zusätzlich zu dieser auch der Pendlereuro (als steuerlicher Absetzbetrag) berücksichtigt. Für die Berechnung des Pendlereuros wird die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit zwei multipliziert und direkt von der Steuer abgezogen.

Beantragung der Pendlerpauschale 

Mit dem Pendlerrechner können Sie ihren Anspruch auf die Pendlerpauschale und den Pendlereuro überprüfen. Erfüllen Sie die Voraussetzungen, können Sie durch den Ausdruck des Ergebnisses Ihren Anspruch beim Arbeitgeber berücksichtigen lassen. Veränderungen, die Einfluss auf die Voraussetzungen für die Pendlerpauschale und den Pendlereuro haben, müssen binnen eines Monats dem Arbeitgeber gemeldet werden. Nach Ablauf des Kalenderjahres können Sie die Pendlerpauschale und den Pendlereuro auch über die Arbeitnehmerveranlagung oder die Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Wie viel Pendlerunterstützung gibt es?

Seit 1. Jänner 2013 setzt sich die bundesweite Pendlerunterstützung aus einem Freibetrag (vermindert das zu versteuernde Einkommen) und einem Absetzbetrag zusammen. Der Freibetrag wird wie gehabt nach Entfernungskategorien bemessen und entspricht den Werten der "großen" und "kleinen" Pendlerpauschale.

Der Absetzbetrag wiederum ergibt sich aus der exakten Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstätte. Für jeden Kilometer der einfachen Entfernung erhält man zwei Euro pro Jahr. Wohnt man dementsprechend 30 Kilometer von der Arbeitsstätte entfernt, erhält man 60 Euro pro Jahr. Die anzuwendende Entfernung ergibt sich beim Pendlereuro als auch beim Freibetrag als Ergebnis des offiziellen Pendlerrechners.

Zumutbarkeitskriterien

Ob einem die "große" oder die "kleine" Pendlerpauschale zusteht hängt davon ab, ob die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zumutbar ist oder nicht.

Ab dem Finanzjahr 2014 ist die Zumutbarkeit der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln durch den neuen Pendlerrechner zu ermitteln. Durch Eingabe von Wohnort, Arbeitsstätte und Abfahrtszeiten wird die Zumutbarkeit automatisch ermittelt. Die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel gilt als unzumutbar, wenn zumindest auf der Hälfte des Arbeitsweges kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht, ein Ausweis gem. §29 StVO oder ein Behindertenpass mit eingetragener dauernder Gesundheitschädigung oder Blindheit vorliegt. Ansonsten gelten bezüglich der Zumutbarkeit die folgenden Kriterien:

  • Bis 60 Minuten ist die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel stets zumutbar (vor 2014 waren maximal 90 Minuten zumutbar).
  • Bei mehr als 120 Minuten ist die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel auf jeden Fall unzumutbar (vor 2014 waren Zeiten über 150 Minuten unzumutbar).
  • Bei einer Dauer des Arbeitsweges von über 60 Minuten bis 120 Minuten ergibt sich die maximal zumutbare Dauer aus 60 Minuten, plus einer Minute für jeden Kilometer der Entfernung (wenn die Wegzeit vor 2014 zwischen 90 und 150 Minuten lag, war die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels unzumutbar, wenn die einfache Wegstrecke mit dem öffentlichen Verkehrsmittel höchstens dreimal so lange gedauert hat, wie die Fahrt mit dem Kfz).

Die "kleine" Pendlerpauschale

Entfernung (einfache Fahrtstrecke)
ab 20 km 696
über 40 km 1.356
über 60 km 2.016

Die "große" Pendlerpauschale

Entfernung (einfache Fahrtstrecke)
ab 2 km 372
über 20 km 1.476
über 40 km 2.568
über 60 km 3.672

Für Teilzeitbeschäftigte und Wochenpendler

Seit Jänner 2013 können nun auch Teilzeitbeschäftigte, die weniger als elf Tage im Monat in die Arbeit pendeln, eine Pendlerunterstützung erhalten. Hierbei kommt es zu einer Staffelung:

  • Arbeitnehmer, die nur einmal pro Woche in die Arbeit fahren, können 1/3 der Pendlerpauschale bzw. Pendlereuros geltend machen.
  • Arbeitnehmer, die zweimal pro Woche pendeln, erhalten 2/3 der Pendlerpauschale bzw. Pendlereuros.
  • Die gesamte Pendlerpauschale bzw. den gesamten Pendlereuro erhält man dementsprechend ab drei Tagen pro Woche.
  • Wochenpendler mit anerkannter doppelter Haushaltsführung können Familienheimfahrten weiterhin als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Ist dies der Fall kann keine Pendlerpauschale und kein Pendlereuro geltend gemacht werden.
  • Beim Vorliegen mehrerer Wohnsitze ist für die Berechnung des Pendlerpauschales entweder der zur Arbeitsstätte nächstgelegene Wohnsitz oder der Familienwohnsitz maßgeblich.

Für Wenigverdiener

Für Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen, gibt es, ab dem Veranlagungsjahr 2020, einen Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag von maximal 300 Euro – insgesamt also 700 Euro. Für Personen, die auch Anspruch auf Pendlerpauschale haben, gibt es eine weitere Erhöhung auf maximal 990 Euro.

Liegt das jährliche Einkommen unter 12.200 Euro, bekommen Arbeitnehmer ohne Anspruch auf Pendlerpauschale 700 Euro an Verkehrsabsetzbetrag. Besteht darüber hinaus Anspruch auf Pendlerpauschale sind es 990 Euro.

Personen mit einem jährlichen Einkommen ab 12.200 aber unter 13.000 Euro erhalten ebenfalls einen Verkehrsabsetzbetrags in der Höhe von 700 Euro. Bei Anspruch auf Pendlerpauschale, vermindert sich der Verkehrsabsetzbetrag von 990 Euro einschleifend auf 700 Euro.

Bei einem jährlichen Einkommen ab 13.000 aber unter 15.500 Euro beträgt der Verkehrsabsetzbetrag 700 Euro – mit und ohne Anspruch auf Pendlerpauschale.

Mit einem jährlichen Einkommen ab 15.500 aber unter 21.500 Euro vermindert sich der Verkehrsabsetzbetrag einschleifend auf 400 Euro, sodass bei einem jährlichen Einkommen ab 21.500 Euro nur mehr Anspruch auf den „normalen“ Verkehrsabsetzbetrag (in Höhe von 400 Euro) besteht.

Arbeitnehmer, bei denen sich eine negative Einkommensteuer ergeben würde, erhalten ab dem Jahr 2016 eine Gutschrift in der Höhe von 50 Prozent der Werbungskosten, insbesondere den Sozialversicherungsbeiträgen, maximal jedoch 400 Euro. Steht auch eine Pendlerpauschale zu, erhöht sich dieser maximale Erstattungsbeitrag auf 500 Euro. Ab dem Veranlagungsjahr 2020 erhöhen sich, bei Anspruch auf einen Verkehrsabsetzbetrag über 400 Euro, diese Maximalbeträge um den SV-Bonus, auf 700 Euro bzw. mit Pendlerpauschale auf 800 Euro.

Für Dienstwagennutzer

Kann man als Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch privat nutzen, so ist diese Nutzung als Sachbezug zu versteuern. In solchen Fällen kann seit Mai 2013 keine Pendlerpauschale mehr geltend gemacht werden. Für den Bezug der Pendlerpauschale als Dienstwagennutzer vor Mai 2013 gilt folgendes zu beachten: Die Privatnutzung ergibt nicht automatisch, dass die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels unzumutbar ist. In solchen Fällen gelten die allgemeinen Bedingungen für die Pendlerpauschale.

Unterstützungen der Bundesländer

Neben der Förderung des Bundes bieten auch einige Länder Pendlerbeihilfen bzw. Förderungen an. Eine Aufstellung hierzu bietet help.gv.at.

Jobticket

Seit Jänner 2013 ist es auch für Arbeitnehmer möglich, die keinen Anspruch auf die Pendlerpauschale haben, ein steuerfreies Jobticket zu erhalten. Falls also der Arbeitgeber bereit ist, dem Arbeitnehmer eine Netzkarte für den öffentlichen Verkehr bereitzustellen, kann diese lohnsteuer- und sozialversicherungsabgabenfrei bezogen werden. Wird das Jobticket in Anspruch genommen, kann keine Pendlerpauschale mehr für diese (Teil-) Strecke geltend gemacht werden. Kosten, die nicht durch das Jobticket gedeckt werden, können bis zur Höhe der Pauschalbeträge berücksichtigt werden.

ÖAMTC-Vorschlag: Mobilitätspauschale als sinnvolle Pendlerunterstützung

Die derzeitige Form der Pendlerentlastung ist aus Sicht des Mobilitätsclubs alles andere als zeitgemäß. Mit der "Mobilitätspauschale" liegt seitens des ÖAMTC ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch, der vorsieht, Pendlerpauschale und Verkehrsabsetzbetrag zu verschmelzen.

Mehr Infos dazu finden sie hier.

Häufige Irrtümer rund um die Pendlerpauschale

Irrtum - Die Pendlerpauschale ist eine Förderung: In Österreich gilt das Prinzip, dass nur jenes Einkommen zu besteuern ist, das sich nach Abzug aller Ausgaben ergibt, die zur Erzielung des Einkommens dienen. Letztlich soll die Pendlerpauschale genau jenen höheren Kosten Rechnung tragen, die aufgrund eines langen Arbeitsweges und/oder der Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel entstehen. Was ist aber mit all jenen, die nah am Arbeitsplatz wohnen und dennoch Fahrtkosten haben? Arbeitnehmern steht grundsätzlich der Verkehrsabsetzbetrag in der Höhe von 400 Euro pro Jahr zu. Im Gegensatz zur Pendlerpauschale hängt der Verkehrsabsetzbetrag nicht vom Einkommen ab und deckt damit mehr als ein 365-Euro-Ticket ab.

Irrtum – Die Pendlerpauschale ist ein 1:1 Kostenersatz: Schon das Wort "Pauschale" weist darauf hin, dass nicht die tatsächlich entstehenden Kosten abgebildet werden. Die effektive Entlastung durch die große Pendlerpauschale liegt für einen vollzeitbeschäftigten Pendler mit mittlerem Einkommen zwischen 2 und 15 Cent je Kilometer. Zum Vergleich: das amtliche Kilometergeld – das die Kosten eines Pkw widerspiegelt – liegt derzeit bei 42 Cent je Kilometer.

Irrtum – Wer mit dem Auto pendelt, bekommt automatisch mehr Geld: Welches Verkehrsmittel tatsächlich gewählt wird, ist völlig unerheblich für die Höhe der Pendlerpauschale. Eine höhere Pauschale gibt es nur dann, wenn die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln laut Pendlerverordnung bzw. Pendlerrechner unzumutbar ist. Wer mit dem Auto fährt, obwohl ein öffentliches Verkehrsmittel zumutbar wäre, bekommt deswegen nicht mehr.

Irrtum – Pendlerpauschale kostet den Staat 1,4 Milliarden Euro im Jahr: Es trifft zwar zu, dass etwa 1,4 Milliarden Euro an Pendlerpauschale im Jahr in Anspruch genommen werden. Da die Pendlerpauschale jedoch das zu versteuernde Einkommen reduziert, machen die tatsächlichen Mindereinnahmen des Staates inklusive Pendlereuro in etwa 600 Millionen Euro aus.

Kfz Steuer

Thema Steuern & Abgaben

Egal, ob für Motorrad oder Pkw, in Österreich fallen Steuern und Abgaben an. Wie hoch diese sind und welche Möglichkeiten der Entlastung für Pendler bestehen, erfahren Sie hier.

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