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Verkehrsbeschränkung Innere Stadt keine Option für andere Bezirke

Innere Stadt in Wien soll autofrei werden

Pkw-Fahrverbot in Hauptstädten © ÖAMTC
Pkw-Fahrverbot in Hauptstädten © ÖAMTC

Das von der Inneren Stadt und der Verkehrsstadträtin veröffentlichte Konzept für eine Verkehrsberuhigung des ersten Bezirks sieht eine Zufahrtsbeschränkung des motorisierten Verkehrs für das Gebiet innerhalb der Ringstraße vor. Lediglich Anrainer, Wirtschaftstreibende, Inhaber von Behindertenausweisen, Einsatzfahrzeuge, Taxis, öffentliche Verkehrsmittel und einige weitere zu definierende Begünstigte dürfen künftig in diese Zone einfahren. Das Konzept wird noch vor der Gemeindesratswahl im Herbst umgesetzt, vorläufig jedoch noch als Testphase.

Der Mobilitätsclub hat durchaus Verständnis für die einzigartige Situation der Wiener Innenstadt, die nicht nur Wohn- und Arbeitsort ist, sondern auch eine deutlich höhere Dichte an Freizeiteinrichtungen und Sehenswürdigkeiten aufweist als alle anderen Stadtteile. Auf Grund der unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Interessensgruppen haben in den vergangenen Jahren die Nutzungskonflikte zugenommen. Auf diese besonderen Ansprüche zugeschnittene verkehrliche Maßnahmen lassen sich jedoch nicht auf andere Gebiete übertragen. Derartige Zufahrtsbeschränkungen kommen in anderen Bezirken dementsprechend nicht in Frage. Ebenso müssen Hauptverbindungen - darunter Ringstraße, Zweierlinie, Hörlgasse und Franz-Josefs-Kai - auch weiterhin allen Verkehrsteilnehmern mit ausreichender Kapazität zur Verfügung stehen.

Club fordert günstigere Parkgaragen

Bei einer Umsetzung des Verkehrskonzeptes wird jedenfalls die Zufahrt zu öffentlichen und privaten Garagen innerhalb der Ringstraße auch weiterhin zu gewährleisten sein. Um soziale Benachteiligungen oder Erschwernisse für Betroffene auszugleichen, schlägt der Club vor, Garagen außerhalb der verkehrsbeschränkten Zone zu günstigeren Tarifen anzubieten. Bereits während der Corona-Beschränkungen hat die Stadt Wien mit Garagenbetreibern temporäre Vergünstigungen aushandeln können. Das Parkticket könnte in weiterer Folge als Fahrschein für öffentliche Verkehrsmittel in der Inneren Stadt dienen. Dadurch könnte verhindert werden, dass sich die Parkplatzsituation in den umliegenden Bezirken zusätzlich verschärft. Eine Ausweitung der Garagenkapazitäten wird  jedoch erforderlich sein.

Man muss über den Tellerrand blicken

Wie bei anderen größeren Verkehrsprojekten wäre schließlich auch hier eine breitere Einbindung der Wiener Bevölkerung wünschenswert. Es ist nachvollziehbar, dass den Bezirksvorstehern das Wohl ihrer Anwohner ein Anliegen ist. Dennoch sollten auch Interessen über die Bezirksgrenzen hinaus berücksichtigt werden und Probleme nicht einfach nur verlagert werden.

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