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Kind und Fahrrad

Umgang mit „Zwergle“ und Zweirädern

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Fahrradsitz © Britax Römer
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Fahrradanhänger © iStock

Das wichtigste vorweg: Kinder unter zwölf Jahren müssen einen Helm tragen, wenn sie selbst Rad fahren, wenn sie in einem Fahrrad-Anhänger bzw. in einem Kindersitz oder auf einem Fahrrad mitgenommen werden. Insgesamt verunglückten in Österreich in den letzten Jahren etwa 600 Kinder pro Jahr mit dem Fahrrad im Straßenverkehr. Die richtige Sicherheitsausrüstung (für Kind und Fahrrad) kann entscheidend zur Verringerung von Verletzungen beitragen.

Kinder als Passagiere
Kindersitze für Fahrräder sind in Österreich ausschließlich hinter dem Sattel direkt am Rahmen zu montieren. Auf längeren Strecken hingegen bietet der Anhänger mehr Komfort für das Kind. Wegen der höheren Belastung durch den Anhänger müssen die Bremsen am Rad leistungsfähig sein und sich stets in einem Top-Zustand befinden. Der Anhänger erfordert zudem erhöhte Aufmerksamkeit. Um den Überblick zu behalten, kann ein Rückspiegel hilfreich sein. Zudem ist bei schlechter Sicht und Dunkelheit eine aktive Beleuchtung am Anhänger vorgeschrieben, da durch den Anhänger das Fahrrad-Rücklicht verdeckt wird.

Kinder als Radfahrer
Kinder sollte man nicht mit einem zu frühen Fahrradkauf überfordern. Untersuchungen haben ergeben, dass Eltern die Fertigkeit ihrer Kinder optimistischer einschätzen als die Kinder selbst. Tatsache ist: Die motorischen Fähigkeiten sind bei kleinen Kindern oft unterschiedlich entwickelt. Dreirad, Laufrad und Tretroller sind eine gute Vorbereitung für sicheres Radfahren. Trainiert werden soll anfangs in geschützter, sicherer Umgebung. Erst wenn das Kind den Roller, das Laufrad, gut beherrscht, ist es ratsam, mit dem Radfahren zu beginnen. Anzeichen dafür: Das Kind kann Kurven fahren und dort hinlenken, wo es hin möchte, und kann auf Zuruf sicher abbremsen. Bevor man sich für den Kauf eines Fahrrades entscheidet, gilt es einiges zu beachten. Ein Fahrrad „kann“ mehr als ein Laufrad, Dreirad oder Roller. Es macht viel mehr Spaß, durch kräftiges Strampeln schneller voranzukommen. Den Kauf eines Fahrrades sollte man allerdings erst überlegen, wenn das Kind von sich aus den Wunsch äußert. Vor allem, wenn das Kind noch sehr spontan reagiert und leicht abzulenken ist, sollte man etwas warten. Kinder tun sich erst mit zunehmendem Alter leichter, ihren Körper, ihre Gedanken und Gefühle unter Kontrolle zu halten. Das Forschungsprojekt „Radfahrausbildung an Schulen“ hat übrigens ermittelt, dass 38 Prozent der Kinder sich unsicher fühlen, wenn sie, nur mit der rechten Hand am Lenker, nach hinten schauen sollen, z.B. beim Abbiegen. Über 37 Prozent erlebten diese Unsicherheit beim langsamen Spurfahren, ohne zu schlenkern. Rund 23 Prozent meinten, einem plötzlich auftauchenden Hindernis nicht rasch genug ausweichen zu können. Und rund 14 Prozent fühlen sich beim Aufsteigen und Anfahren nicht sicher. Übrigens: Unter zwölf Jahren dürfen Kinder nur unter Aufsicht einer Begleitperson (Mindestalter 16 Jahre) auf öffentlichen Straßen Rad fahren. Kinder, die erfolgreich die Radfahrprüfung abgelegt haben, dürfen bereits ab zehn Jahren alleine fahren.

Mit Kindern gemeinsam unterwegs
Radfahren im Straßenverkehr setzt voraus, dass mehrere Aufgaben gleichzeitig gemeistert werden können. Kinder sind je nach Entwicklungsstand mit komplexen Situationen
allerdings rasch überfordert. Zudem sind sie schneller abgelenkt und reagieren oft spontan, haben auch nicht jenen Überblick im Straßenverkehr, den Erwachsene haben. Bevor es nun das erste Mal gemeinsam auf die Straße geht, sollten Kinder das Radfahren also gut beherrschen: Alleine aufsteigen, zurückschauen und losfahren, lenken, bremsen und anhalten bzw. ausweichen können. Empfohlen wird außerdem, dass man das Kind vor sich radeln lässt. So kann es nach vorne blicken und zeitgerecht angesagte Hinweise rechtzeitig wahrnehmen. Bei den ersten Ausfahrten sollte sich die Begleitperson ausschließlich einem Kind widmen. Kommt man nun zu einer schwierigen Passage, empfiehlt es sich für die Begleitperson, nach vorheriger Ankündigung, das Voranfahren zu übernehmen. 

ÖAMTC Gratis-Mitgliedschaft.  
Derzeit sind rund 700.000 Kinder und Jugendli che gratis ÖAMTC-Mitglieder. Mit ihrer eignen Clubkarte haben sie An spruch auf alle MitgliedschaftsLeistungen, von der Rechtshilfe bis zur Soforthilfe in Notfällen. Inkludiert ist zudem ein Gratis-Versicherungsschutz für den Freizeit- und Schulbereich mit einer subsidiären Privathaftpflicht-Versicherung bis 363.400 Euro Deckungssumme sowie eine Unfallversicherung mit 7.270 Euro pauschaler Deckungssumme ab 50% Dauerinvalidität.

ÖAMTC Fahrrad-Champion-App.
Mit über 120 Fragen werden die Themen Verkehrszeichen, Vorrangregeln und viele weitere Infos zum Thema Fahrrad spielerisch vermittelt. Die Fahrrad-App ist im App Store, im Google Play Store, für Windows Phones und als Desktop-Version erhältlich. 

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