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ÖAMTC-Untersuchung: Junge Schüler haben noch keinen sicheren Pendelblick

Das Blickverhalten von Volksschülern im Check, vor allem 5- bis 6-Jährige sind stark gefordert.

schulweg © OEAMTC/Henninger
Sicher in die Schule © OEAMTC/Henninger

Tausende Volksschüler starten diese und nächste Woche ins neue Schuljahr. Die Absolvierung des Schulwegs ist dabei eine der größten Herausforderungen – wie eine aktuelle Untersuchung des Mobilitätsclubs mit Hilfe von Eye-Tracking-Aufnahmen zeigt. "Vor allem Kinder zwischen 5 und 6 Jahren wenden nahezu keinen kontrollierenden Pendelblick nach beiden Seiten an. Kindern zwischen 8 und 9 Jahren gelingt das zwar besser, aber noch nicht sicher", stellt ÖAMTC-Psychologin Marion Seidenberger ein wesentliches Ergebnis vor. "Dieser Blick nach links und rechts ermöglicht überblicksmäßig mehrere mögliche Gefahrenquellen zu erfassen und muss erst gelernt werden."

Zutaten für einen sicheren Schulweg

Rücksichtsvolle Fahrzeuglenker, eine gute Kreuzungseinsicht sowie verantwortungsbewusste Eltern, die ihre Kinder vorbereiten.

Video: View Point

Kinder unter Stress - Gefahrenbewusstsein entwickelt sich noch

Die Analyse der Augenbewegungen zeigt, dass 5- bis 6-Jährige nicht den Blickkontakt zu Lenkern suchen. Das gezieltere Blicken funktionierte in der Untersuchung mit den 8- bis 9-Jährigen schon deutlich besser. Taferlklassler können schwer abschätzen, wie schnell das herannahende Auto fährt, wie groß der Abstand ist und ob es vor dem Zebrastreifen stehen bleiben wird. Die Expertin rät daher, Kinder in diesem Alter zur Schule zu begleiten.

"Erst im Alter zwischen 7 und 8 Jahren lernen Kinder langsam, Gefahren vorauszusehen. Sie können aber noch nicht beurteilen, was ein Lenker tun wird", warnt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Vorbeugende Verhaltensweisen zur Vermeidung einer Gefahrensituation, z.B. zur Sicherheit einen Umweg gehen, können Kinder aktiv ab etwa 9 Jahren setzen.

Unabhängig vom genauen Alter zeigen die Aufzeichnungen, dass die jungen Probanden überfordert sind, auf mehrere Dinge zu achten – sie widmen ihre Aufmerksamkeit verstärkt stets nur einem Objekt. "Wenn Kinder eine Fahrbahn überqueren müssen, sind sie gestresst. Sie blicken wenig umher, hasten drüber, wollen die Querung rasch hinter sich bringen und erhöhen somit die Stolpergefahr", sagt Seidenberger. Verstärkt wird die Überforderung durch eine laute Geräuschkulisse – die Konzentration auf gezielte Blickbewegungen fällt dann noch schwerer.

Schulweg zu zweit bzw. mit Roller sehr herausfordernd

Sicher in die Schule © OEAMTC/Henninger

Sicher in die Schule

Sicher in die Schule © OEAMTC/Henninger

Sicher in die Schule

Sicher in die Schule © OEAMTC/Henninger

Sicher in die Schule

"Sobald zwei Kinder gemeinsam die Fahrbahn überqueren, übernimmt eines die Führung und das andere schaut nicht mehr", nennt die ÖAMTC-Expertin ein weiteres Ergebnis der Eye-Tracking-Untersuchung. Kinder verlassen sich stark auf die Gefahrenerkennung der Begleitperson. Eltern sollten ihren Kindern daher erklären, dass sie immer auch selbst schauen müssen.

Sind Kinder auf dem Tretroller unterwegs, verlangt ihnen das sehr viel Aufmerksamkeit für die Gerätebeherrschung ab – diese fehlt allerdings nahezu gänzlich beim Verkehrsgeschehen. Vor allem die 5- und 6-Jährigen konzentrieren sich sehr stark auf das Gefährt und schauen nicht mehr auf den Verkehr. "Kinder sollten ihren Roller daher generell beim Überqueren der Fahrbahn schieben", rät Seidenberger.

Viewpointsystem als Spezialist im Eye Tracking

Um besser nachvollziehen zu können, wie Kinder den Straßenverkehr wahrnehmen,  wenn sie eine Fahrbahn am Schutzweg queren, wurde das Blickverhalten von 5- bis 9-jährigen Kindern mit Hilfe von Eye-Tracking-Aufnahmen analysiert. Der Mobilitätsclub führte die Aufnahmen in Zusammenarbeit mit dem Wiener Unternehmen Viewpointsystem durch. Dessen Kernbereich liegt in der Seh- und Blickforschung, u.a. in Bezug auf Verkehrssicherheit und Unfallanalysen. Die von ihnen entwickelte Eye-Tracking-Brille digitalisiert das menschliche Blickverhalten. Zum Setting: Die Kinder überquerten eine vierarmige Kreuzung mit Schutzweg in Schwechat – sowohl ungeregelt als auch durch eine Ampel geregelt. Die Probanden absolvierten die Aufgabe allein, zu zweit, zu Fuß und mit Tretroller.

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