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ÖAMTC OÖ-Umfrage:

Corona wird Mobilitätsverhalten nachhaltig beeinflussen.

Öffi_Auto.jpg © ÖAMTC
Mehr Oberösterreicher sind mit dem Auto unterwegs. © ÖAMTC

In regelmäßigen Abständen eruiert der ÖAMTC Oberösterreich in Zusammenarbeit mit den Linzer Marktforschern von Spectra das Mobilitätsverhalten der Oberösterreicher.  „Wir haben 2017 eine Studie durchgeführt, diese vor wenigen Wochen wiederholt und die Erkenntnisse miteinander verglichen. Als Mobilitätsclub ist es uns wichtig zu wissen, wie die Menschen unterwegs sind und wie sie die künftigen Entwicklungen einschätzen“, erklärt ÖAMTC-Landesdirektor Harald Großauer.

Die wesentlichsten Erkenntnisse

Drei Viertel aller Oberösterreicher, die morgens die Wohnung bzw. das Haus verlassen, um in die Arbeit bzw. in die Ausbildungsstätte zu gelangen, legen derzeit den Weg mit dem Auto zurück. Im Vergleich zu 2017 zeigen sich insgesamt - insbesondere bei den Einpendlern nach Linz und bei den Pendlern innerhalb der Landeshauptstadt - signifikante Corona-bedingte Auswirkungen: „Der Autonutzer-Anteil stieg im Allgemeinen enorm an, besonders aber unter den sogenannten Stadt-Pendlern, also jenen Menschen, die sich auf ihrem morgendlichen Weg innerhalb der Stadt Linz bewegen. Gleichzeitig rasselt die Öffi-Nutzung in den Keller: 2017 gaben 86% der Befragten an, regelmäßig mit Straßenbahn und Bus unterwegs zu sein, nun sind es nur mehr 29%“, sagt Großauer.

Zufriedenheit wird nachhaltig sein

Harald Großauer © Mario Riener Harald Großauer
ÖAMTC-Landesdirektor

Die Frage nach der Zufriedenheit mit der derzeitigen Verkehrssituation am Morgen fällt sehr positiv aus: 55 Prozent der Befragten sind sehr zufrieden, 39 Prozent zufrieden – das sind insgesamt 94 Prozent! Und auch die Einschätzung für die nächsten zwei bis drei Jahre ist äußerst positiv geprägt. „Corona-bedingt ist das Mobilitätsverhalten nach wie vor sehr untypisch. Die Nutzungsrate des Autos für die morgendliche Fahrt an den Arbeitsplatz oder zur Ausbildungsstätte liegt um vieles höher als in normalen Zeiten bzw. zur Vergleichsstudie 2017. Gegengleich liegen die Nutzungsraten der Öffentlichen Verkehrsmitteln weit unter dem normalen Niveau. Die mobilitäts- und klimapolitische Herausforderung für die Zeit nach Corona wird sein, die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel auf Vor-Corona-Niveau hochzufahren. Das wird nicht ganz leicht werden, zumal die Zufriedenheit mit der momentanen morgendlichen Verkehrssituation bei den derzeitigen Auto-Nutzern hoch ist und diese auch für die Zukunft positiv gesehen wird,“ resümiert ÖAMTC-Landesdirektor Harald Großauer.

Psychologischer Effekt: Verfügbarkeit von Öffis schlechter

„Haben Sie in der Nähe Ihrer Wohnstätte öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung, die Sie gut erreichen können?“ – diese Frage wurde 2017 noch von 80% positiv beantwortet, nun sind es lediglich 67%. „Geht man davon aus, dass sich die ÖV-Infrastruktur nicht in dem Ausmaß verschlechtert hat, dürfte in diesen Zahlen ein psychologischer Effekt begründet liegen. Die vermehrte Nutzung des Autos lässt die Möglichkeiten und die Verfügbarkeit von Öffentlichen Verkehrsmitteln schlechter erscheinen, als sie tatsächlich ist“, so der ÖAMTC-Landesdirektor.

 

Förderung von alternativen Kraftstoffen wichtig

Für den Klimaschutz wäre es daher umso wichtiger, sobald als möglich mehr Autos CO2-neutral zu machen und neben der E-Mobilität und der Wasserstofftechnologie auch die Entwicklung von alternativen Kraftstoffen (wie z.B. E-Fuels) stärker zu fördern. Damit könnte eine große Anzahl an Bestandsfahrzeugen CO2-neutral betrieben werden und die Klimaziele würden für den Verkehrsbereich in erreichbarere Nähe rücken.

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