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Unbekanntes rund um den Schutzweg

Knapp über tausend Unfälle mit Personenschaden gab es 2016 in Österreich auf Schutzwegen. Die Zahl ist zuletzt wieder angestiegen. Obwohl schon Kindern die Bedeutung des „Zebrastreifens“ vermittelt wird, sind bei Weitem nicht alle rechtlichen Details bekannt. 

Schutzweg © auto touring / Eckler
Schutzweg © auto touring / Eckler

Ihr Recht von Mag. Gabriele Pfeiffer, ÖAMTC-Juristin

Rechte und Pflichten am Schutzweg

Gesetz.

Fahrzeuglenker haben Fußgängern auf einem Schutzweg das unbehinderte und ungefährdete Überqueren zu ermöglichen – und zwar bereits dann, wenn der Fußgänger den Schutzweg erkennbar benützen will. Dementsprechend angemessen ist auch die Geschwindigkeit beim Annähern zu wählen. Wenig bekannte Ausnahme: Dieses Gebot gilt nicht für Lenker von Schienenfahrzeugen. 

Wie weit reicht der Schutz?

Ist ein Fußgänger mitschuldig, wenn er knapp neben dem Schutzweg die Fahrbahn quert? Laut OGH reicht der geschützte Bereich deutlich über die Markierung des Zebrastreifens hinaus: Einen Fußgänger trifft dann kein Mitverschulden, wenn er innerhalb von zwei Metern nach dem Schutzweg (auf der vom herannahenden Verkehr abgewandten Seite) quert.

Unsichtbarer Schutzweg.

Kindern ist immer, also auch ohne Vorhandensein eines Schutzweges, das sichere und unbehinderte Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Das gilt bereits dann, wenn Kinder die Fahrbahn noch gar nicht betreten haben, sondern diese erkennbar überqueren wollen. Sogar, wenn sie von Erwachsenen begleitet werden. Je nach Einsichtsvermögen des Kindes könnte diesem aber bei einem Unfall ein Mitverschulden angelastet werden.

Vorsicht beim Abbiegen.

Viele Lenker wissen nicht, dass sie beim Einbiegen einem Fußgänger, sofern dieser die Fahrbahn bereits betreten hat, das unbehinderte Überqueren ermöglichen müssen – und das ganz ohne Vorhandensein eines Schutzweges.

Strafe und Führerschein.

Wird der Fußgänger beim Überqueren behindert, muss mit einer Strafe bis zu 726 Euro gerechnet werden. Wird er gefährdet (muss er z.B. zurückspringen), dann kann es bis zu 2180 Euro kosten, plus führerscheinrechtliche Vormerkung. Bei besonders rücksichtslosem Verhalten könnte der Führerschein sofort für mindestens drei Monate einkassiert werden.

Kostenlose Rechtsberatung an den ÖAMTC-Stützpunkten.

Die Club-Juristen stehen mit Rat und Tat zur Seite. Termine unter Tel. 01 711 99-215 30. Infos unter  ÖAMTC-Rechtsberatung.

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