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Bekleidung im Straßenverkehr - mit Flip-Flops und High Heels Auto fahren?

In den Sommermonaten immer wieder ein Thema: Darf man mit Flip-Flops Auto fahren? Dass es keine gute Idee ist, mit Schlapfen, High Heels, Schischuhen oder gar barfuß hinter dem Lenkrad zu sitzen, liegt wohl auf der Hand. Aber ist es wirklich verboten?

High Heels beim Autofahren © iStockphoto
High Heels beim Autofahren  -  Richtige Bekleidung im Straßenverkehr © iStockphoto

Ihr Recht von Mag. Gabriele Pfeiffer, ÖAMTC-Juristin

Rechtliche Auswirkungen

Strafen. 

Dazu die StVO: Ein Fahrzeug darf nur lenken, wer sich in einer solchen körperlichen und geistigen Verfassung befindet, in der er ein Fahrzeug zu beherrschen und die geltenden Vorschriften zu befolgen vermag. Wer barfuß fährt, wird eine Notbremsung nicht bewerkstelligen können. Schlapfen können sich verheddern, Schischuhe lassen das Gefühl auf den Pedalen vermissen. Strafen wären also möglich, gelangen aber selten in die Rechtsberatung. 

Unfall. 

Wenn ungeeignetes Schuhwerk zu einem Unfall führt, wird ein (Mit-)Verschulden angelastet. Eine etwaige Kaskoversicherung wird wegen grober Fahrlässigkeit aussteigen. Auch bei Verletzungen kann die richtige Bekleidung eine Rolle spielen:

Motorrad. 

Obwohl es nicht verboten ist, mit T-Shirt und kurzer Hose Motorrad zu fahren, kürzte der OGH 2016 in einem Aufsehen erregenden Urteil einem Lenker, der auf einer Freilandstraße verunfallte, das Schmerzengeld um ein Viertel, und zwar hinsichtlich jener Verletzungen, die durch angemessene Bekleidung vermeidbar gewesen wären. 

Noch 2006 hatte ein Gericht geurteilt, dass im Stadtverkehr noch kein allgemeines Bewusstsein in Hinblick auf Motorradbekleidung bestehe, und die Kürzung des Schmerzengeldes für einen Biker, der mit Jeans und Kurzarmhemd unterwegs war, abgelehnt. Es ist allerdings fraglich, ob auch 2017 noch so entschieden würde. Schon 2010 wurde einem Mofa-Beifahrer das Schmerzengeld reduziert, weil er keine Schuhe trug.

Fahrrad. 

2014 verminderte der OGH einem Radfahrer, der unter rennmäßigen Bedingungen, aber ohne Helm unterwegs war, das Schmerzengeld für jene Verletzungen, die mit Helm nicht entstanden wären, um 25 %. Es sei von einem allgemeinen Bewusstsein auszugehen, dass der Einsichtige und Vernünftige hier wegen der erhöhten Eigengefährdung einen Radhelm trage. Auch hier heißt es also, clever sein und sich selbst schützen – körperlich und rechtlich! 
 

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